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Volkswagen will Sparprogramm weiter verstärken

22.09.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher

VW-Werk-Wolfsburg,-Golf-Produktion

Bild: VW

Volkswagen will sein Restrukturierungsprogramm beschleunigen, während Tausende deutsche Autoarbeiter gegen Stellenabbau und mögliche Werksschließungen protestieren. Markenchef Thomas Schaefer erklärte laut Automotive News bei einer Mitarbeiterversammlung am Konzernsitz in Wolfsburg, die 2024 vereinbarten Maßnahmen reichten nicht aus. „Wir haben absolut keine Zeit zu verlieren und werden deshalb unser Leistungsprogramm deutlich verstärken“, wird der Manager zitiert.

Der Volkswagen-Konzern hatte seine Prognose für die Marge 2026 auf 1 Prozent gesenkt, nachdem Belastungen von 10 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Porsche-Beteiligung, dem chinesischen Markt und Abfindungen für Beschäftigte verbucht worden waren. Zuvor hatte VW eine Marge zwischen 4 und 5,5 Prozent in Aussicht gestellt. Im September begründete der Konzern die Senkung mit dem schwachen chinesischen Markt, höheren Rückstellungen für Ruhestandsregelungen und niedrigeren Geschäftserwartungen für Porsche.

Im Rahmen einer mit Beteiligten vereinbarten Restrukturierung plant VW den Abbau weiterer 50.000 Stellen. Insgesamt hat der Konzern Pläne vorgelegt, die weltweit letztlich rund 100.000 Positionen betreffen könnten. Schaefer kündigte an, dass das Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter über das weitere Vorgehen beraten würden.

Europäische Autohersteller stehen zugleich im In- und Ausland in stärkerem Wettbewerb mit asiatischen Konkurrenten. Volkswagen ist zudem mit Überkapazitäten in Europa, US-Zöllen und sinkenden Gewinnen in China konfrontiert. Als weiteres Problem zählt die beschleunigte Nachfrage nach weniger profitablen Elektrofahrzeugen.

Horst Ott von der Gewerkschaft IG Metall sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die meisten Manager hätten mit den Entwicklungen bei Elektromobilität, Digitalisierung und Batterietechnologie nicht Schritt gehalten. IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte Unternehmensführung und Management auf, Verantwortung für Deutschland als Automobilstandort, für Beschäftigte und Arbeitsplätze zu übernehmen. Die Gewerkschaften wiederholten zugleich ihre Forderung an das Management, die bestehenden Probleme zu beheben.

Nach Angaben des Branchenverbands VDA hat die deutsche Autoindustrie seit 2019 rund 100.000 Beschäftigte verloren, weitere Kürzungen stehen bevor. Bei Automobilzulieferern entfielen zwischen 2019 und 2025 rund 74.000 Stellen – den Angaben zufolge fast ein Viertel ihrer Belegschaft.

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Tags: JobsUnternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    22.09.2026 um 12:12

    Vielleicht muss man bei VW jetzt auch mal ein wenig Tetris spielen.
    Wenn jetzt die Verbrenner schlechter laufen als erwartet, und die BEV besser, muss man in einem Werk vieleicht mal eine Verbrennerlinie stilllegen und auf Polo & Co. umrüsten.
    Das bringt die nächsten Monate nichts, weil man an jedes Teil von jedem Zulieferer denken muss und nicht nur an die Montage.
    Und auch, wenn die aktuelle Nachfragesteigerung auch von den Krisen kommt, die Onkel Donald in unendlicher Weisheit immer anzettelt: BEV sind gekommen, um zu bleiben, und Verbrenner werden ganz ohne Verbot auslaufen.
    Daher könnte man richtige Reformen starten, statt einfach nur Leute vor die Tür zu setzen.

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    • Egon_meier meint

      22.09.2026 um 15:02

      die ganze Lieferkette wusste nichts davon, dass Trump und Iran Krieg machen wollen.
      Und Produktion umstellen hat auch einen ganz langen Vorlauf.

      Was man machen kann macht man schon .. es fallen keine Schichten mehr aus ..
      Allerdings ist das nur ein kleines Trostpflaster für den Standort Deutschland.
      Neue Wertschöpfung findet in Spanien und Osteuropa statt.

      Das hat VW schon schlau gemacht, dass der Konzern sich Dependenzen überall beschafft hat und die Produktion flexibel gestaltet hat.
      Das wird demnächst noch mehr.

      Hat nicht Mercedes angekündigt, ggfs den Standort Bremen zu schließen?
      Das Selbstbedienungsmodell der IG Metall hat seine Grenzen gefunden.

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      • MK meint

        22.09.2026 um 16:25

        @Egon_meier:
        Zum einen: Ja, die „neue Wertschöpfung“ (z.B. ID.Polo) findet in Spanien statt. Das ist allerdings entgegen dem, was Ihr Kommentar suggeriert, keine aktuelle Produktionsverlagerung: VW hat zuletzt 1984 Kleinwagen in Deutschland gebaut. Seit gut 42 Jahren schon kommt jetzt aber auch ALLE Verbrenner-Kleinwagen des Konzerns aus dem Ausland.
        Man könnte umgekehrt aber auch eine Produktionsverlagerung NACH Deutschland feststellen: Der Cupra Born wird in Deutschland gebaut. Das wurde sein Verbrenner-Pendant und „Vorgänger“ Seat/Cupra Leon niemals.

        Zum zweiten: Ja, solche Produktionssteigerungen, die über kleine Schwankungen hinausgehen, haben enormen Vorlauf. In der Regel spricht man von 5 Jahren. 2021, also vor 5 Jahren, veröffentlichte VW seine „New Auto“-Strategie. Diese sah vor, in 2025 mindestens 2 Millionen BEV zu verkaufen. Letztlich musste man schon bei knapp 1 Mio. BEV durch ewig lange Lieferzeiten Kunden verkraulen.

        Zum dritten: Ja, man hat sich Werke in aller Welt zugelegt. Man verkauft seine Autos aber auch in alle Welt. unterm Strich baut der VW Konzern immer noch deutlich mehr Autos in Deutschland als er in Deutschland verkauft. Und unabhängig von der reinen Stückzahl sind es vor Allem die teuren Audi- und Porsche-Modelle, die man aus Deutschland exportiert und Kleinwagen wie eben den Polo, die man importiert.

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      • M. meint

        22.09.2026 um 21:02

        Ja, das Selbstbedienungsmodell der IGM (und anderer Gewerkschaften und weiterer Akteure auch, wenn wir ehrlich sind) hat sich überlebt.
        Auch richtig: was Trump morgen macht, kann man heute nicht wissen. Eine Produktion anpassen dauert, das stimmt auch.
        Aber „Iran“ ist nicht gestern passiert, und wenn man mit solchen Launen umgehen will, muss man sich Optionen schaffen. Bei VW gibt es einige alte Herren, die das noch nicht verstanden haben.
        Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es erstmal richtig, das Produkt mit der höheren Marge zu bauen. Aber es gibt neue Wettbewerber. Die kennt man, man weiß was die können, und was nicht. Denen überlässt man nicht wegen etwas Marge einen Markt. Man baut, was man kann, man schafft sich Optionen. Jeder verkaufte Polo ist kein Leapmotor oder BYD. BMW hatte in Debrecen auch nicht geplant, so schnell aif 3 Schichten zu gehen. Aber sie hatten die Möglichkeit und nutzen sie, um nicht so viele Kunden zu verlieren, die nicht endlos warten können.

        Und da stimme ich anderen hier teilweise zu: ich sage zwar nicht, dass VW nicht WILL. Jetzt wollen sie, aber können nicht. Sie hatten Scheuklappen und versteiften sich auf die eigene Marge, statt in den Wettbewerb zu gehen und andere anzugreifen. Sie haben ja treue Kunden. Das ist selbstgefällig und wird sich rächen.
        16 Monate auf einen Polo warten? Wenn ich das vorher weiß und nicht gleich ein neues Auto brauche, kann ich früher bestellen. Aber wenn aus 3 Monaten plötzlich 16 werden, verprellt man Kunden.

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      • South meint

        22.09.2026 um 22:06

        Auch das hatten wir schon so oft. Die Technologieoffenheit ist ein reines Märchen, es geht eher um den Punkt, dass die Hersteller momentan besser durch die stürmischen Zeiten kommen, welche kostendeckend BEV produzieren können und welche eben auch skalieren können und Kapazitäten auf Nachfrageschwankungen gut anpassen können.
        BMW fährt bei BEV Sonderschichten, VW stapelt Verbrenner…

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  2. Future meint

    22.09.2026 um 11:55

    +1 Prozent Marge beim VW ist besser als -1 Prozent. Insofern ist ja alles gut. Und wenn weitere Topmanager das Markenhochhaus verlassen, dann ergeben sich doch auch Chancen für ein paar mehr Elektroautos, denn die hohe Nachfrage hat ja alle so »überrascht«.

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    • hu.ms meint

      22.09.2026 um 15:49

      Richtig: überrascht !
      Oder hast du die kriegsbedingte öl- und gasverknappung (= grund für den nacgfragezuwachs) vorhergesehen und entsprecgend agiert ?

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      • South meint

        22.09.2026 um 22:16

        Wenn man nicht im Sozialismus seinen Plan abarbeitet, gehören Überraschungen selbstverständlich zum Unternehmertum. Zudem. Einige Hersteller, und darunter eben auch VW, haben auch schon vor der Irankrise BEV Kapazitäten wieder runter (oder gar nicht hochgefahren) und Verbrennerkapazitäten wieder forciert. Lobbytechnisch wurde wieder alle Register gezogen, um die Quoten und die Ausstiegsdeadlines so weit wie möglich aufzuweichen und Verbrenner sollten wieder an den Mann gebracht werden. Nur. Damit haben sie sich ordentlich verzockt…
        In Kürze. Die Irankrise war nicht vorherzusehen, aber auch flexible Kapazitäten sind teil des Unternehmertums und man war schon vor der Krise auf der anderen Seite platziert.
        Deshalb hält sich mein Mitleid schwer in Grenzen. Die alte Branche wollte einen Rebound und hat sich dafür mächtig ins Zeug gelegt…. es ist schon Ironie, dass genau der strategisch völlig unbedarfte und planlose Trump dem Treiben ein Ende gesetzt hat…

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      • Fred Feuerstein meint

        22.09.2026 um 22:47

        Als das Ding aufgelegt wurde, tobte der Ukraine Krieg mit den zusammenhängenden Sanktionen.

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  3. EVrules meint

    22.09.2026 um 10:35

    Wie sagen es die VW Hardliner hier?

    Alles gut, alles wie geplant, alles in bester Ordnung.

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    • MK meint

      22.09.2026 um 15:03

      @EVrules:
      Wie wäre es erstmal mit der Aufforderung, genau den Artikel zu lesen: Hier wird nur noch mal das wiedergegeben, was seit Wochen bekannt ist und die „Verstärkung des Sparprogramms“ gilt im Vergleich zu den 2024 angekündigten Sparmaßnahmen. Auch dass die grade angesichts des weiteren Einbruchs in China nicht ausreichen werden, ist seit mindestens einem Jahr Allgemeinwissen und kein Geheimnis.
      Ansonsten empfehle ich Ihnen, noch Mal zum Investitionsbooster der Bundesregierung nachzulesen, der deutschen Firmen gigantische Zusatzabschreibungen erlaubt um die Gewinne und damit die Steuerlast zu drücken. Bei einem Konzern wie VW macht das schnell ein paar Milliarden „weniger Gewinn“ auf dem Papier pro Jahr aus ohne, dass man tatsächlich mehr Geld ausgegeben oder weniger Geld eingenommen hätte, sondern alleine in dem man neue Produktionsanlagen schon direkt von Anfang an als quasi wertlos in die Bücher schreibt.

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      • Jörg2 meint

        22.09.2026 um 16:56

        „Wie wäre es erstmal mit der Aufforderung, genau den Artikel zu lesen“ an die VW-Hardliner, die genau die von Dir erwähnten Infos aus der Vergangenheit regelmäßig mit „alles fein… läuft wie geplant…“ weggewischt haben? Jedweden Realitätskontakt verweigert haben? Also eine noch langsamere Lernkurve benutzen als der VW-Vorstand?

        Jetzt kommen die ersten chinesischen Autos in der >4m Klasse mit Preisen unter 20.000€ auf den europäischen Markt. Mit nahezu IT-Vollausstattung. Ein vergleichbares Sparmodell von VW ist da bei 25.000€. Bei Aufrüstung um mit dem chinesischen Infotainment gleichzuziehen bei knapp 30.000€. Hier scheint bei VW aktuell die Untergrenze zu sein um noch Marge zu realisieren. Wie will man diese 50% Preisaufschlag aus der Welt bringen? Durch das VW-Logo auf dem Auto? Durch „Service“, der beim gleichen VW-Händler stattfindet?

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        • M. meint

          23.09.2026 um 10:46

          „nahezu IT-Vollausstattung“

          Kannst du bitte darlegen, was das ist, und warum man das braucht?
          Und wenn du schon dabei bist, lass‘ dir gleich noch was einfallen, warum ich mir keine Sorgen machen sollte, wenn ich einem staatlich gestützten Chinesen meine Daten anvertraue.
          Danke!

        • MK meint

          23.09.2026 um 16:40

          @Jörg2:
          Also bei mir spielt bei der Wahl des Autos Infotainment zwar eine Rolle, aber nur eine untergeordnete. Fahrwerk (wie fühlt es sich an, wenn ich über ein Schlagloch fahre?), laufende Betriebskosten (wie viel Strom brauche ich auf 100 km?) und Sicherheit (was passiert, wenn mir auf der Autobahn ein 40 Tonner hinten rein knallt?) spielen da doch deutlich größere Rollen. Wenn ich „Infotainment“ suche, kaufe ich ein Smartphone oder ein Notebook, aber kein Auto.
          PS: ich habe in meinem Kommentar an keiner Stelle behauptet, dass es bei VW gut oder „nach Plan“ laufen würde…ich habe nur gesagt, dass der Artikel gegenüber dem vor einigen Wochen verkündeten Plan keine neuen Sparmaßnahmen berichtet.

        • MK meint

          24.09.2026 um 15:04

          @M.
          Ist doch wie bei den Tesla-Fans hier: Da hat ja auch das Model Y schon serienmäßig „Vollausstattung“ und könne von anderen nicht übertroffen werden…dass die Vollausstattung da schnell erreicht ist, weil es Merkmale wie Headup-Display, Konnektivität via Android Auto/Apple Car Play usw. auch gegen Aufpreis nicht gibt, wird dann ignoriert. Bohrt man nach, kommt dann sowas wie „Das braucht man nicht“, weil was „man“ „braucht“, dann plötzlich nicht individuell von Person zu Person unterschiedlich ist, sondern „man“ „braucht“ immer genau das, was die Lieblingsmarke grade in der Serie drin hat und den Rest nicht…warum es dann trotzdem Leute gibt, die das Headup-Display bei anderen Marken extra gegen Aufpreis hinzukonfigurieren wird von solchen Leuten jedoch nie aufgeklärt.

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