Die europäische Automobilbranche durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel, wobei Regionen und Städte mit den Herausforderungen der Dekarbonisierung, des globalen Wettbewerbs, des technologischen Wandels und sich verändernder Lieferketten konfrontiert sind. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Mitglieder des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) mit der Vorsitzenden der Allianz der Automobilregionen (ARA) über die Zukunft der Branche und verabschiedeten eine Stellungnahme zum EU-„Automobilpaket“.
Im Verlauf der Debatte wiesen lokale und regionale Entscheidungsträger gemeinsam mit Brigitte Torloting, der Vorsitzenden der ARA, auf den Druck hin, unter dem die europäische Automobilindustrie durch den globalen Wettbewerb, den technologischen Wandel und steigende Kosten steht. Sie betonten die Notwendigkeit, regionale industrielle Ökosysteme und Wertschöpfungsketten zu schützen und gleichzeitig in Qualifikationen, Innovation und neue Produktionskapazitäten in den Regionen zu investieren, die am stärksten von der Transformation betroffen sind.
Zudem hoben die Entscheidungsträger hervor, wie wichtig es sei, sicherzustellen, dass sich KMU und Zulieferer anpassen können und weiterhin Teil der sich wandelnden europäischen Wertschöpfungsketten in der Automobilbranche bleiben.
Im Anschluss an die Debatte verabschiedeten die AdR-Mitglieder eine Stellungnahme zum Automobilpaket, die von María Chivite (ES/SPE), Präsidentin von Navarra, verfasst wurde. In der Stellungnahme wird ein klarer und vorhersehbarer Weg hin zu einer emissionsfreien Mobilität sowie eine gezielte Unterstützung für Regionen gefordert, die sich in einem wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozess befinden.
Elektrifizierung und bezahlbare Mobilität fördern
In der Stellungnahme wird betont, dass die Elektrifizierung ein entscheidender Weg zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs sei, ihr Erfolg jedoch vom Zugang zu erschwinglicher emissionsfreier Mobilität, einer Ladeinfrastruktur und einer ausreichenden Marktakzeptanz in allen Regionen abhänge.
Lokale und regionale Entscheidungsträger forderten eine verstärkte finanzielle Unterstützung, um den Herstellern dabei zu helfen, die Emissionsminderungsziele zu erreichen und gleichzeitig den Wandel in eine Chance für Wirtschaftswachstum, industrielle Erneuerung und größere strategische Autonomie Europas zu verwandeln. In der Stellungnahme werden die Erschwinglichkeit und der Zugang zur Ladeinfrastruktur als wesentliche Voraussetzungen für eine beschleunigte Verbreitung von Elektrofahrzeugen hervorgehoben.
Die AdR-Mitglieder forderten eine angemessene Ladeinfrastruktur in allen Regionen, die durch europäische, nationale und regionale Mittel unterstützt wird, sowie gezielte Maßnahmen, um Elektrofahrzeuge in Regionen mit geringerem Einkommen zugänglicher zu machen. Zudem seien klare und transparente Verbraucherinformationen erforderlich, um Kaufentscheidungen zu unterstützen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Wandel zu stärken.
Europäische Produktion und Autoregionen stärken
Die AdR-Mitglieder begrüßten ferner die vorgeschlagene Anwendung des „Made in the EU“-Konzepts im Automobilsektor als Mittel zur Stärkung der europäischen Produktion und Lieferketten. Sie forderten jedoch, dass dessen Umsetzung verhältnismäßig und vorhersehbar bleibe und zusätzliche Verwaltungslasten, insbesondere für KMU und regionale Lieferketten, vermieden würden.
Da sich die Automobilproduktion auf bestimmte Gebiete konzentriert, betonten die AdR-Mitglieder zudem die Notwendigkeit ortsbezogener Unterstützung, um den Regionen bei der Bewältigung des industriellen Wandels zu helfen. Dazu sollten gezielte Kohäsionsmittel sowie Investitionen in Qualifikationen, Umschulungen, hochwertige Arbeitsplätze und inklusive Arbeitsbedingungen gehören.
Berichterstatterin María Chivite, Präsidentin von Navarra: „Die Regionen und Städte Europas haben mit einer Stimme gesprochen: Wettbewerbsfähigkeit und Elektrifizierung bis 2035 gehen Hand in Hand. Klimawandel und geopolitische Instabilität sind keine abstrakten Begriffe, sondern Realitäten, mit denen wir in unseren Gebieten täglich konfrontiert sind. Stärkt die Regionen mit konkreten Finanzmitteln, dann wird Europa diesen Wandel anführen. Die Zeit der Worte ist vorbei. Jetzt müssen wir Taten folgen lassen.“


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