Porsche hält an der elektrischen Neuauflage des 718 Boxster und Cayman fest. Vorstandschef Michael Leiters, der das Unternehmen seit Januar 2026 führt, hatte nach eigenen Angaben zunächst erhebliche Zweifel an dem schon länger vor seinem Amtsantritt angestoßenen Projekt. Nach mehreren Fahrten mit dem Elektro-Sportwagen änderte er seine Einschätzung. Auf dem Capital Markets Day im Oktober bestätigte Porsche laut Berichten die Modelle erneut als Bestandteil seiner künftigen Produktpalette.
Noch zu Jahresbeginn stand die Zukunft des elektrischen 718 infrage. Medien berichteten im Februar unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen, Leiters prüfe wegen Entwicklungsverzögerungen und steigender Kosten eine Einstellung des Projekts. Im August bestätigte der Porsche-Boss dann aber die Entscheidung für die Serienfertigung. Als Gründe nannte er die Wirtschaftlichkeit des Projekts und seine positive Einschätzung des Fahrzeugs.
„Ich war, um ehrlich zu sein, sehr, sehr skeptisch gegenüber diesem Fahrzeug, aber das hielt nur so lange an, bis ich es zum ersten Mal gefahren bin“, zitiert Automotive News Leiters. Dieser lobte demnach die neuen 718er als „fantastische Sportwagen“. Der elektrische 718 soll die bisherigen Verbrennermodelle Boxster und Cayman ablösen, deren Produktion 2025 vor allem auch wegen neuer Cybersicherheitsvorschriften der EU endete. Porsche plant die Markteinführung der neuen Generation für kommendes Jahr.
Technisch unterscheidet sich der mit Strom betriebene 718 von vielen anderen Elektroautos durch die Anordnung seines Hochvoltspeichers. Porsche platziert die Batterie hinter den Sitzen, um die Gewichtsverteilung und die niedrige Sitzposition eines klassischen Mittelmotor-Sportwagens nachzubilden. Das sogenannte E-Core-Konzept wird mit einer 800-Volt-Architektur kombiniert. Porsche plant zudem eine Funktion, die Gangwechsel und entsprechende Antriebsgeräusche elektronisch simuliert.
Die neue 718-Generation ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung des Sportwagenbauers. Porsche setzt künftig stärker auf eine Kombination aus Verbrennungs-, Plug-in-Hybrid- und Elektroantrieben, anstatt seine Modellpalette möglichst schnell vollständig zu elektrifizieren. Gleichzeitig sollen die Zahl der Modellvarianten und die Kosten sinken. Für den rein elektrischen 718 hält das Management dennoch an der Produktion fest, während für andere Baureihen zusätzliche Verbrenner- und Hybridangebote vorgesehen sind.

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