Die chinesische Automarke AITO will im Herbst 2027 in den europäischen Markt eintreten. Das kündigte das Unternehmen im Oktober auf dem Pariser Autosalon an. Dort präsentierte die zur Seres Group gehörende Marke die vier SUV-Baureihen AITO 6, AITO 7, AITO 8 und AITO 9. Welche Modelle tatsächlich zum europäischen Verkaufsstart verkauft werden, hat der Hersteller bislang nicht bekannt gegeben.
AITO wurde Ende 2021 gegründet und entwickelt seine Fahrzeuge in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei. Während Seres unter anderem die Fahrzeugarchitektur bereitstellt, steuert Huawei für die chinesischen Modelle digitale Technologien und Fahrerassistenzsysteme bei. Das Portfolio umfasst sowohl rein batterieelektrische Fahrzeuge als auch Elektroautos mit Range Extender, bei denen ein Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung dient. Nach Angaben des Herstellers wurden seit der Gründung mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.
Die in Paris ausgestellten SUVs werden in China unter den Modellbezeichnungen M6, M7, M8 und M9 angeboten. Als technische Grundlage dient die modulare Seres-MF-Plattform, die unterschiedliche elektrifizierte Antriebskonzepte unterstützt und unter anderem Antrieb, Fahrwerk sowie elektronische Fahrzeugsysteme integriert. Das größte Modell, der AITO 9, wird auf dem chinesischen Markt sowohl mit rein batterieelektrischem Antrieb als auch mit Range Extender angeboten. Welche Antriebsvarianten, Batteriegrößen und technischen Spezifikationen für Europa vorgesehen sind, ist noch nicht bestätigt.
Für den geplanten Marktstart arbeitet AITO nach eigenen Angaben an der europäischen Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung (WVTA). Diese ist Voraussetzung für die reguläre Zulassung entsprechender Fahrzeugtypen innerhalb der EU. Darüber hinaus strebt das Unternehmen eine Fünf-Sterne-Bewertung nach den Euro-NCAP-Testprotokollen von 2026 an.
Parallel zur Homologation bereitet AITO die Anpassung seiner Fahrzeuge an europäische Verkehrsbedingungen vor. Insbesondere Fahrerassistenz- und Parksysteme sollen gemeinsam mit Technologiepartnern für den europäischen Einsatz entwickelt beziehungsweise angepasst werden. Medien nennen unter Berufung auf Brancheninformationen Bosch als möglichen Technologiepartner für die internationalen Modelle.
Auch der Aufbau einer europäischen Serviceorganisation gehört zu den angekündigten Vorbereitungen. Vorgesehen sind unter anderem eine lokale Ersatzteilversorgung, digitale Fahrzeugdiagnose, Mobilitätsdienstleistungen und eigene Kundendienststrukturen. Konkrete Angaben zu den ersten Vertriebsländern, deutschen Händlerstandorten oder europäischen Fahrzeugpreisen liegen noch nicht vor.
Mit dem angekündigten Verkaufsstart im Herbst 2027 würde AITO seine bisher vorwiegend auf China ausgerichtete Geschäftstätigkeit nach der bereits begonnenen Expansion in die Vereinigten Arabischen Emirate auf Europa ausweiten.

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