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2023: Erstmals über zwei Millionen Elektroauto-Neuzulassungen in Europa

19.02.2024 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 23 Kommentare

Tesla-Model-Y

Bilder: Tesla & Jato Dynamics

Die Neuzulassungen im europäischen Automobilmarkt erreichten 2023 den höchsten Stand seit der Pandemie. Die starke Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) und der wachsende Einfluss neuer Marktteilnehmer führten laut den Analysten von Jato Dynamics „zu erheblichen Veränderungen in der Automobillandschaft des Kontinents“.

Die Neuzulassungen von Pkw in Europa-28 beliefen sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 12.792.151 Einheiten: ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Volkswagen-Konzern erzielte 2023 den größten Marktanteil in Europa und legte von 24,7 Prozent im Jahr 2022 auf 25,8 Prozent zu.

Elektroautos treiben Wachstum

Ein Großteil des Wachstums auf dem europäischen Neuwagenmarkt im Jahr 2023 wurde von BEVs angetrieben, die mit 2.011.209 zugelassenen Einheiten einen Anteil von 15,7 Prozent am Gesamtmarkt hatten. Dies stelle einen neuen Höchststand für diese Kategorie dar und erreiche fast das Niveau der 2.049.157 Zulassungen von Dieselfahrzeugen, so Jato. „Diese Ergebnisse festigen Europas Status als zweitgrößter Markt für BEVs weltweit, hinter China (~5 Millionen Einheiten), aber vor den USA (1,07 Millionen Einheiten).“

„Obwohl das Wachstum im November ins Stocken geriet und dann im Dezember stark zurückging, unterstützen Anreize weiterhin die Verbreitung von BEV in ganz Europa. Betrachtet man jedoch die Daten nach Zulassungsart, wird deutlich, dass die Anreize derzeit nur für Unternehmen, Flotten und Vermieter interessant sind“, so Felipe Munoz von Jato.

Top-20-PHEV-BEV-Europe-2023
E-Auto- und Plug-in-Hybrid-Neuzulassungen 2023 (Zum Vergrößern anklicken)

Den Daten für 27 Märkte zufolge stiegen die BEV-Zulassungen von Flotten und Unternehmen um 51 Prozent, während sie bei den privaten Käufern um 4 Prozent zunahmen. Jato hebt hervor, dass nur 39 Prozent aller BEV-Zulassungen von privaten Käufern getätigt wurden – ein Rückgang um neun Prozentpunkte gegenüber 2022.

„Das mangelnde Interesse von Privatkäufern ist eine große Hürde, die die Branche überwinden muss. Der Verkauf an Privatpersonen ist für die Automobilhersteller in der Regel am profitabelsten, daher müssen sie unbedingt mehr tun, um diese Art von Kunden zu gewinnen“, erklärt Munoz.

Chinesische Marken & Tesla auf dem Vormarsch

Eine weitere zentrale Veränderung in der europäischen Automobillandschaft im Jahr 2023 war laut den Analysten das weitere Vordringen chinesischer Automarken. Zu den 23 Marken, die 2022 bereits in der Region aktiv waren, seien im vergangenen Jahr sieben neue hinzugekommen. Insgesamt seien im zurückliegenden Jahr 321.918 Fahrzeuge chinesischer Marken zugelassen worden, 79 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Obwohl chinesische Marken im Jahr 2023 einen Rekordmarktanteil von 2,6 % gegenüber 1,7 % im Jahr 2022 verzeichneten, sind die Behauptungen einer ‚Invasion“ übertrieben“, merkt Munoz an. Nur acht der 30 in Europa erhältlichen chinesischen Marken hätten mehr als 1.000 Einheiten verzeichnet, 72 Prozent davon allein die Marke MG.

Tesla hat derweil 2023 seinen Aufstieg fortgesetzt. Als achtzehnte Marke mit den meisten Zulassungen im Jahr 2022 habe der US-Elektroautobauer nun Nissan und Volvo überholt und sei in Europa auf den sechzehnten Platz aufgestiegen, so Jato. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr 362.300 Zulassungen erreicht – ein Plus von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und damit einen Rekordmarktanteil von 2,83 gegenüber 2,06 Prozent im Jahr 2022.

Tesla war laut Jato der größte Marktanteilsgewinner innerhalb des BEV-Segments, gefolgt von SAIC (MG), der BMW Group, Toyota und Mercedes-Benz. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Renault-Gruppe, Stellantis, Hyundai Motor Company, Nissan und Ford die größten Marktanteilsverluste im BEV-Segment.

Das Tesla Model Y sei im Jahr 2023 das am häufigsten zugelassene Modell in Europa gewesen – „das erste Mal, dass ein nicht-europäisches Modell und ein Elektromodell die Rangliste angeführt haben“, berichtet Jato. Es sei zudem das meistverkaufte Fahrzeug in Märkten wie Norwegen, Dänemark, Schweden, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Finnland gewesen.

„Die große Beliebtheit des Model Y und die Preissenkungen in der gesamten Produktpalette haben Tesla geholfen, den größten Marktanteil seit seiner Ankunft in Europa zu erreichen. Tesla hat das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, kommentiert Munoz.

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Via: Jato Dynamics
Tags: Europa, ZulassungszahlenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MiguelS NL meint

    19.02.2024 um 17:06

    In 2026 werden es 8 Millionen sein.

  2. Futureman meint

    19.02.2024 um 15:39

    Die Marktanteile verschieben sich gerade rasend schnell. Vor 5 Jahren haben es einige für verrückt gehalten, als jemand meinte der Y wird Mal das meistverkaufte Auto. Einige sagen es immer noch. Und viele meinen am Stammtisch BYD ist ein Mini-Unternehmen. In 5 Jahren ist die Welt (leider für die europäischen Hersteller) eine andere.

    • alupo meint

      21.02.2024 um 03:16

      Ich hatte in 2014 die Prognose von Musk über den prognostizierten Verkauf von 500.000 Teslas in 2020 nicht glauben können.

      Und dass ein rein elektrisch angetriebenes Cross Over von Tesla das weltweit meistverkaufte Auto sein wird, ebenfalls nicht.

      Trotz dieser erzielten Erfolge fällt es mir auch jetzt noch schwer zu glauben, dass Tesla in 2030 die 20 Mio schaffen kann.

      Daher gehe ich nur von ca. 15 Millionen Teslas in meiner mittel- bis langfristigen Ergebnischätzung aus, plus einigen heute bereits bekannten (Lanthrop & Shanghai) GWh an Stromspeichersystemen. Und FSD sowie den Optimus habe ich noch gänzlich außen vor gelassen. Was für Annahmen sollte man dafür auch ansetzen? Im schlechtesten Fall 0 (es gibt einige interessante Wettbewerber, aber -obwohl faszinierend anzuschauen – Boston Dynamics gehört m.E. nicht dazu), ansonsten eine aus heutiger Zeit betrachtet wahnwitzig hohen Zahl.

      • Yilmaz meint

        05.05.2024 um 21:16

        Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.

  3. Powerwall Thorsten meint

    19.02.2024 um 15:05

    Bei BMW und allen anderen mit Milchplattformen wird diese Freude ganz schnell ein Ende Finden -glaub mir.
    Aber hey, die ewig Gestrigen haben noch den Wasserstoff, den sie ausprobieren können, das klappt bestimmt ganz toll.

    • Powerwall Thorsten meint

      19.02.2024 um 15:07

      War für den „klugen“ Herrn weiter unten.

      • Reinhold Kluge meint

        20.02.2024 um 11:56

        @Thorsten
        deine arrogante Art kannst du dir sparen, das haben auch schon andere hier bemerkt. Leider lernst du nichts dazu.

        • Tesla-Fan meint

          20.02.2024 um 19:13

          Was könnte man von dir lernen?

        • alupo meint

          21.02.2024 um 03:17

          Ich wüsste nicht was man von Dir „lernen“ könnte. Aber ich bin gerne noch lernbereit.

  4. Thomas Wagner meint

    19.02.2024 um 14:58

    Der Durchmarsch des MG4 auf Platz vier der Elektrorangliste ist beachtlich und zeigt,
    wie schnell Marktanteile von den etablierten OEMs zu den Chinesen wandern können,
    wenn der Preis stimmt.
    Wenn VW, Renault, Hyundai, Kia, Peugeot usw ihre Preise weiter hoch halten, werden
    sie 2024 weitere erdrutschartige Veränderungen hin zu chinesischen BEVs erleben.
    Da wird dann der MG4 nicht mehr auf Platz 4, sondern auf Platz 2 hinter dem
    Modell Y von Tesla auf dem Treppchen stehen !

  5. Yoshi meint

    19.02.2024 um 12:38

    Die alten OEMs freuen sich wenn sie ehrlich sind über die anderen 11 Mio Fahrzeuge

    • Powerwall Thorsten meint

      19.02.2024 um 12:46

      Tja, mal sehen wann diese Freude entweder von der Klippe fällt – oder Jahr für Jahr ein wenig an „Schwung“ verliert.

      :-)

      • Yoshi meint

        19.02.2024 um 13:06

        Die 60% gewerblichen Zulassungen bei den E-Autos werden sicher noch eine Weile für ein stabiles Absatzniveau sorgen. Sollte es nach der Eu-oder Bundestagswahl ein eher konservatives Parlament geben, wage ich Mal die Prognose dass sich die alten OEMs weiter freuen.

        • Powerwall Thorsten meint

          19.02.2024 um 13:37

          Klar, Menschen oder Flottenverantwortliche, für die TCO ein Mysterium bleibt, gibt es offensichtlich viel zu viele – Rechnen ist eben immer noch nicht jedermanns Sache, wie die aktuelle Pisa Studie den Deutschen aufs Neue aufgezeigt hat.
          Wenn wir weiter das Bildungssystem kaputt sparen, dann müssen wir eben mit wirtschaftlichem Rückschritt leben – so be it.

        • South meint

          19.02.2024 um 14:08

          Und wie geht es dann weiter Yoshi? Die OEM freuen sich, verkaufen, wieder Benziner/Diesel und wir reiten in den Sonnenuntergang?

        • Yoshi meint

          19.02.2024 um 14:23

          Genau so South. Ist ja offenbar auch das, was der Großteil der Autokäufer und der Großteil der Wähler möchten. Demokratie halt.

        • South meint

          19.02.2024 um 14:38

          @Yoshi. Wow. Sozialkunde war wahrlich nicht dein Lieblingsfach. Und wenn die Mehrheit sich einig wäre, Yoshi ins Exil zu schicken, wäre dass dann auch Demokratie halt? Hast du nicht noch was ganz wichtiges vergessen, was unbedingt dazu gehört? Genau das was in der DeuDemRep am Meisten gefehlt hat?

        • Andi EE meint

          19.02.2024 um 15:00

          Ein Beispiel komplett falscher Anreize bewirkt dieses Kaufverhalten. Aber ja, wenn man die eigene Industrie durchfuttern muss, passiert halt das.

        • Yoshi meint

          19.02.2024 um 21:32

          @Thorsten, TCO ist für weniger Menschen ein Mysterium als du denkst. Du glänzt in den meisten deiner Kommentare mit Falschinformationen (Absatzzahlen Tesla im Januar, Förderung in China), deshalb kann ich dich nicht ernst nehme.
          @South der ddr-vergleich ist unangebracht. Ich wähle jedenfalls nicht konservativ, weil das Thema Mobilität mir zwar wichtig ist, eine korrekte Haltung zu Migration, Mindestlohn usw ist mir aber wichtiger. Es wird halt auf einen Kanzler Merz rauslaufen, so ungerne ich das auch sage.

        • Bernhard meint

          20.02.2024 um 11:33

          Thorsten, South, Andi
          warum schlagt ihr auf Yoshi ein? Er beschreibt doch nur, wie bei uns der Automarkt funktioniert. Er sagt doch mit keiner Silbe, dass er das gut findet. Nachdenken vorm kommentieren und solche geschmacklose Bemerkungen wie mit der DDR und dem Sonnenuntergang sich verkneifen.

  6. Powerwall Thorsten meint

    19.02.2024 um 11:49

    Jetzt muß man allen Marktteilnehmern im Bereich BEV natürlich zuerst einmal Applaus spenden.

    Jedes verkaufte BEV ist ein Gewinn für die Umwelt und die Luftqualität aller Menschen.

    Da jedes verkaufte BEV aber zugleich einen nicht verkauften Verbrenner bedeutet, werden sich nicht alle alten OEMs gleichermaßen mitfreuen können, wenn sie ehrlich sind.
    Wer sich in den kommenden Jahren wie doll freuen wird…….

    Time will tell

    • Reinhold Kluge meint

      19.02.2024 um 13:59

      Wer beides anbietet, BEV und Verbrenner, der freut sich doppelt.

      • alupo meint

        21.02.2024 um 03:22

        Nein, und das hat etwas mit Betriebswirtschaft zu tun.

        Aber ich gebe es auf, das nochmals zu erklären.

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