In den fünf größten europäischen Ländern (Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Polen) könnten bis 2032 bis zu 3 Millionen Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen via „Social Leasing“ auf Elektroautos umsteigen. Die meisten Haushalte könnten in Deutschland profitieren (800.000). Das zeigt eine neue Bedarfsanalyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E), basierend auf Daten des Öko-Instituts.
Im Rahmen von Social-Leasing-Programmen können E-Autos zu reduzierten Monatsraten (zwischen 130 Euro und 215 Euro) geleast werden. Das Programm wurde erstmals in Frankreich umgesetzt und könnte nach dortigen Erfolgen von anderen EU-Ländern übernommen werden.
„In Deutschland sind E-Autos für viele Menschen nach wie vor unbezahlbar. Besonders im ländlichen Raum sind viele Haushalte auf ein Auto angewiesen. Dort werden steigende Spritpreise mehr und mehr zur Belastung. Social Leasing bietet hier eine konkrete Lösung: Sie macht Menschen unabhängig von fossilen Brennstoffen, gleichzeitig profitiert unsere Autoindustrie und das Klima “, sagt Susanne Goetz, Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland.
T&E hat eine Bedarfsanalyse für Social Leasing in den fünf größten EU-Ländern beauftragt, auf die 65 Prozent der EU-Bevölkerung entfallen. In den untersuchten Ländern gibt es rund 20 Millionen Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die in ländlichen Gebieten auf Verbrenner angewiesen sind. Davon leben allein 4,4 Millionen Menschen in Deutschland. Diese Abhängigkeit macht die betroffenen Haushalte anfällig für die steigenden Kraftstoffkosten.
Diese Haushalte könnten Unterstützung erhalten, indem die EU-Mitgliedstaaten Programme wie Social Leasing aus Einnahmen aus dem neuen EU-Emissionshandel für Straßenverkehr und Gebäude (ETS2) finanzieren. Allein Deutschland könnten bis 2032 laut T&E-Analyse Einnahmen aus dem ETS2 von rund 60 Milliarden Euro für Maßnahmen wie die Förderung aktiver Mobilität oder Social Leasing zur Verfügung stehen. Die Umweltorganisation empfiehlt, bereits 2025 und 2026 einen Teil dieser Mittel vorzuziehen, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten, bevor ab 2027 durch den ETS2 höhere Kraftstoffpreise erwartet werden.
Ausgehend von einer sechsjährigen Leasingdauer schätzt T&E, dass Social Leasing in den fünf untersuchten Ländern zwischen 1,5 und 3 Millionen Haushalten zugutekommen könnte, je nach Höhe der gewährten Subventionen. Dies könnte die Nachfrage nach E-Autos im Kleinwagensegment stärken, wovon die europäischen Hersteller profitieren, wenn nur in der EU hergestellte Fahrzeuge förderfähig wären.
Deutschland könnte beim Entwurf eines nationalen Social-Leasing-Programms von den Erfahrungen in Frankreich profitieren. Zur optimalen Ausgestaltung eines deutschen Social-Leasing-Programms hat T&E eine Studie in Auftrag gegeben und empfiehlt auf deren Grundlage, neben dem begrenzten Einkommen auch die mangelnde Verfügbarkeit von öffentlichem Verkehr und das Abwracken eines alten Verbrenners zur Voraussetzung für die Teilnahme zu machen.
„Fördern wir E-Mobilität, dann ist nicht nur entscheidend, was gefördert wird, sondern auch wer“, so Susanne Goetz von T&E. „In Deutschland fördern wir aktuell vor allem E-Mobilität für Besserverdienende. Menschen, die den steigenden Kraftstoffpreisen am meisten ausgeliefert sind, profitieren bisher kaum. Nach Jahren milliardenschwerer Steuergeschenke für SUVs und fossile Dienstwagen wäre Social Leasing die erste Förderung, die gleichermaßen gut für die Industrie, das Klima und Menschen ist, die auf das Auto angewiesen sind. Das wäre ein gelungener Politikwechsel zu Beginn dieser neuen Regierung.“

Futureman meint
Alleine die Diskussion darüber lässt den Markt gerade wieder bremsen, da viele warten.
eBikerin meint
Nicht wirklich – kleine und mittlere Einkommen kaufen idR überhaupt keine Neuwagen.
hu.ms meint
Es geht doch um die 15-20% mehrpreis im vergleich zu stinkern, die man ja bei den betriebskosten locker wieder aufholen kann, vorausgesetzt man kann zu HH-tarif laden.
Wenn trotzdem gefördert werden soll ist auf jeden fall ein 20% anteil (max. 50 €) an der Leasingrate für 72 monate bis zu einer einkommengrenze sinnvoller als eine einmalpräme für alle, die im grund dann die hersteller über preisanpassungen kassieren.
eBikerin meint
„ Es geht doch um die 15-20% mehrpreis im vergleich zu stinkern“
Eigentlich nicht – es ist ne Wirtschaftsförderung. Kleine und mittlere Einkommen kaufen idR gar keine Neuwagen – und wenn doch, dann ist Europas beliebtester privater Neuwagen der Sandero. Aktuell für 139 Euro im Leasing – von Kaufpreis wollen wir nicht reden, da kommst du mit 15-20% Mehrpreis für ein eAuto nicht annähernd ran.
Immer den Nutzwert in Betracht ziehen.
eBikerin meint
Nachtrag – grad gesehen – es gibt den Sandero gerade für 89 Euro im Leasing. Ja klar mit Sonderzahlung etc – aber davon steht im Artikel ja auch nichts
Dieseldieter meint
Du hast 50-100% falsch geschrieben, hier geht es um günstige Fahrzeugklassen. 8-10.000€ fährt man nicht so schnell wieder rein, wenn man unterstellt dass Menschen die billig kaufen eher nicht zu Hause laden wohl auch nie.
Und nun bitte dein üblicher Auftritt.
Einfach das Einkommen erhöhen bla… meine PV, 3€/100 km bla, aber das Klima bla….
David meint
Wenn irgendeine Förderung absolut sinnlos ist, dann ist das Social Leasing. Was diese Berater im Elfenbeinturm gar nicht wissen, ist, dass eine Mehrzahl der Geringverdiener keine Bonität hat, mit der ein Leasing möglich ist. Und das ist auch gut so. Denn diese Menschen sind auch im Wesentlichen unzuverlässig. Ich möchte gar nicht genauer schätzen, wie viel Prozent der Leasingverträge die vollen drei Jahre ohne Ratenverzug bedient werden, ob sich die Diebstahlquote genau dieser angebotenen Modelle auf wunderlicher Weise erhöht und wie viele der Fahrzeuge nach Ablauf des Leasings zurückkommen, ohne dass eine deutlich vierstellige Rechnung erforderlich wird, um das Fahrzeug wiederverkaufbar zu machen. Sicher sind das Vorurteile, solange man es noch nicht versucht hat. Aber ich hätte keine Lust auszuprobieren, es zum Urteil werden zu lassen.
Werner meint
Wird schon ein paar zuverlässige geben.
Und zwar solche, die sich ein neues Auto holen und die Leasingraten offiziell von der geringverdienenden Oma bezahlt werden.
Sehe da leider großes Missbrauchspotential
Future meint
In Frankreich hat das Social Leasing gut funktioniert. Aber vielleicht geht man dort auch besser um mit geliehenen Sachen, als in Deutschland.
Thomas meint
„Im Rahmen von Social-Leasing-Programmen können E-Autos zu reduzierten Monatsraten (zwischen 130 Euro und 215 Euro) geleast werden. Das Programm wurde erstmals in Frankreich umgesetzt und könnte nach dortigen Erfolgen von anderen EU-Ländern übernommen werden.“
Es gibt schon heute auf dem freien Leasing-Markt hunderte Angebote bis 215 EUR, sogar einige Angebote unter 100 EUR. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, hunderte Millionen Euro an Steuergelder für ineffiziente staatliche Leasingprogramme auszugeben, wenn der Markt dies schon bietet.
Die Staaten sollten eher darüber nachdenken, die Bevölkerung über die schon heute verfügbaren günstigen Leasingmöglichkeiten für nachhaltige Fahrzeuge aufzuklären. Damit würde man auch dem Mythos entgegenwirken, dass eAutos nur für Wohlhabende erschwinglich wären.
hu.ms meint
Kaufpreis 30.000 €. Lesing 72 monate a 250 €, davon 80€ förderung macht 170 € zu zahlen.
BEV für 30.000 € mit 400 km wltp kommen nächstes jahr mehrere.
z.b. von stellantis oder VWgroup – von tesla nicht.
eCar meint
Wozu? Tesla muss keine billigen BEVs anbeiten. Tesla muss den gemeinen P ö b e l wie Dich nicht bedienen. Teslas werden von Personen gekauft, welche wissen was sie wollen.
Marc meint
Im Untergang von Tesla zeigen sie alle ihr wahres Gesicht…