Das neue Bundeskabinett hat ein Maßnahmenpaket zur Förderung von Investitionen und Elektromobilität beschlossen. Teil des sogenannten Investitionsboosters ist eine Sonderregelung für Abschreibungen beim Kauf von Elektroautos durch Unternehmen.
Künftig können Betriebe beim Kauf zwischen dem 30. Juni 2025 und dem 1. Januar 2028 eine degressive Abschreibung mit anfangs 75 Prozent geltend machen, gestaffelt über sechs Jahre. Im auf den Kauf folgenden Jahr lassen sich dann noch 10 Prozent absetzen, im zweiten und dritten Folgejahr jeweils 5 Prozent, im vierten Folgejahr 3 Prozent und im fünften 2 Prozent.
Ziel dieser Maßnahme ist es laut Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken: „Wir kurbeln mit unserem Wachstumsbooster jetzt die Wirtschaft an. Damit sichern wir Arbeitsplätze und bringen Deutschland wieder auf Wachstumskurs.“ Der Gesetzentwurf sieht zusätzlich eine Superabschreibung von 30 Prozent auf bewegliche Wirtschaftsgüter sowie eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer ab 2028 vor. Die Verabschiedung im Bundestag und Bundesrat ist noch vor der Sommerpause geplant.
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die steuerliche Förderung von privat genutzten Elektro-Dienstwagen. Die Preisgrenze für die sogenannte 0,25-Prozent-Regelung wird von 70.000 auf 100.000 Euro angehoben. Dadurch profitieren künftig auch höherpreisige Fahrzeuge von der steuerlich begünstigten Dienstwagenregelung. Diese Regelung reduziert den geldwerten Vorteil deutlich gegenüber konventionell angetriebenen Dienstwagen, bei denen 1 Prozent versteuert wird.
Die Bundesregierung plant, über diese wirtschaftlich orientierten Anreize hinaus künftig auch einkommensschwächere Haushalte stärker zu berücksichtigen. Über ein „Sozialleasing“ sollen Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen Elektroautos zu besonders günstigen Leasingraten nutzen können. Die Finanzierung soll aus dem europäischen Klima-Sozialfonds erfolgen. Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD: „Wir wollen ein soziales Leasingprogramm auf den Weg bringen.“ Allerdings sei mit einer Umsetzung erst 2027 zu rechnen. Eine direkte Kaufprämie für Privatpersonen ist derzeit nicht geplant.
Die aktuellen Maßnahmen richten sich primär an Unternehmen. Die Bundesregierung setzt auf einen mittelbaren Effekt: Gewerblich angeschaffte E-Fahrzeuge sollen nach Ablauf der Nutzungsdauer – üblicherweise drei Jahre – in den Gebrauchtwagenmarkt kommen. So könnte auch der private E-Auto-Markt langfristig profitieren, ohne neue direkte Subventionen für Neuwagenkäufe.

Rüdiger meint
Gibt es da eine Obergrenze im Fördertopf oder bin ich dann wieder verar**t* wie damals bei der kfW 40 „Förderung“ die overnight einfach eingestellt wurde?
Anonym meint
War ja klar, Vergünstigungen für Dienstwagen gibt’s sofort und sicher doch Leasing für jene die Vergünstigungen tatsächlich brauchen, gibt’s es zukünftig eventuell was… Könnte aber auch sein das für das Sozialleasing plötzlich doch kein Geld da ist….
Jeff Healey meint
Richtig erkannt.
Wir dürfen gespannt sein.
LOL meint
hauptsache wieder möglichst viele teure Autos im Leasing anbieten .. immer weiter immer weiter, immer größer, immer schwerer, immer mehr … keine neuen Ideen wie man die mobilität lösen kann oder wie wir nachhaltig eigene Produkte bauen können, ohne die globale Welt können wir kein einziges Produkt mehr bauen
BEV meint
das Bild ist schon richtig, der i5 und vergleichbare Autos werden davon profitieren
für die breite Masse ist das nichts und bei der aktuellen Stimmungslage will auch keiner diese Fahrzeuge zum Leasingende als Gebrauchtwagen kaufen, kann ich auch nachvollziehen
ein preiswertes Auto profitiert nicht von dem was sich die Regierung ausgedacht hat, für die breite Masse ist auch nichts dabei, was anderes hätten wir auch nicht erwartet
es wird nichts vorangetrieben, dass wir in Deutschland/Europa langfristig bezahlbare Fahrzeuge mit solider Technik bauen, es wird versucht mit den teuren Autos geld zu verdienen, am besten so, dass man die Autos nach drei Jahren auch in die Presse geben kann, weil keiner sich freiwillig so ein überteuertes Auto ans bein binden möchte, das nach 10 Jahren keiner mehr reparieren kann, es werden einfach nur blind Teile getauscht in der Hoffnung, dass es danach wieder funktioniert (ist bei Verbrennern nicht anders) .. die Hersteller haben auch kein Interesse daran etwas zu ändern
Fred Feuerstein meint
Künftig können Betriebe beim Kauf zwischen dem 30. Juni 2025 und dem 1. Januar 2028 eine degressive Abschreibung mit anfangs 75 Prozent geltend machen, gestaffelt über sechs Jahre.
Sehr schön, darüber freue ich mich. Das nächste Elektroauto kann angeschafft werden.
Tobias meint
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde bereits entfernt. Die Redaktion.
MrBlueEyes meint
Gilt das jetzt auch bei Leasing-Dienstwagen?
So ganz kapiere ich das noch nicht… gilt als „Kauf“ nun auch Leasing?
Weil so richtig „kaufen“ tun die Unternehmen die Autos i.d.R. ja nicht…
Raff´ ich net :)
Hat da jemand eine Erklärung?
Stromspender meint
Normalerweise bilanziert der Leasinggeber das Fahrzeug in seiner Bilanz und kann daher die Sonderabschreibung in Anspruch nehmen. Auf die Leasingraten dürfte das aber keine große Auswirkungen haben (es wird also nicht „billiger“ dadurch), den die Medaille hat zwei Seiten: Bei der Verwertung des Leasingrückläufers dürfte ein größerer Veräußerungsgewinn beim Leasinggeber entstehen, da die hohe AfA den Buchwert stärker gemindert hat als bei „normaler“, linearer AfA. Die Differenz Nettoverkaufspreis/Buchwert ist der dann zu versteuernde Gewinn.
Nur in Ausnahmefällen wird der Leasingnehmer wirtschaftlicher Eigentümer und müsste dann das Fahrzeug in seine Bilanz aufnehmen.
MrBlueEyes meint
Danke 👍
E.Korsar meint
Das gilt bei Kauf, aber die Leasinggeber (als Autokäufer) profitieren von der Regelung, was sinkende Leasingraten ermöglichen würde.
MrBlueEyes meint
Danke 👍
Stromspender meint
Ich glaube nicht, dass die E-Auto-Sonderabschreibung großen Einfluss auf die Leasingraten haben wird. Denn bei einem Verkauf des Leasingrückläufers z. B. nach drei Jahren würde der Leasinggeber aufgrund des niedrigeren Buchwerts einen höheren Veräußerungsgewinn versteuern müssen.
Und ab dem zweiten Jahr der Laufzeit wäre der Gewinn auch höher, da die Sonder-AfA geringer wäre als die lineare „Normal“-AfA.
Und da der Leasingeber laufend neue Fahrzeuge kaufen wird, dürfte auch die auf dem Papier höhere Liquidität im ersten Jahr nicht ins Gewicht fallen.
CJuser meint
„Wir wollen ein soziales Leasingprogramm auf den Weg bringen.“ Allerdings sei mit einer Umsetzung erst 2027 zu rechnen.
Sagt doch gleich, „Wir warten damit so lange, bis VW was auf dem Markt hat.“
LOL meint
oder wir warten so lange die Regierung handlungsunfähig ist oder bis es Neuwahlen gibt
keine Ahnung von Nichts meint
Kann mir bitte mal jemand erklären, welchen konkreten finanziellen Vorteil, vor allem in der Steuerlast, eine Unternehmen unter den Strich durch degressive Abschreibung hat? Betrachtet auf den gesamten Abschreibungszeitraum.
So richtig in Zahlen, nicht in Floskeln wie: bildet die Wertminderung realistischer ab, verbesserte Liquidität
Ich finde einfach keinen.
E.Korsar meint
„Die Preisgrenze für die sogenannte 0,25-Prozent-Regelung wird von 70.000 auf 100.000 Euro angehoben.“
„„Wir wollen ein soziales Leasingprogramm auf den Weg bringen.“ Allerdings sei mit einer Umsetzung erst 2027 zu rechnen. Eine direkte Kaufprämie für Privatpersonen ist derzeit nicht geplant.“
Erkennt da jemand die klare Linie der Regierung?
eCar meint
Jepp, unsere OEM-Lobby war erfolgreich. Unsere OEM-Lobby dengelt ja nur teure BEVs zusammen. Für den einfachen Pöbel gibt’s nicht.
brainDotExe meint
Skoda Elroq, mit das günstigste BEV seiner Klasse. Straßenpreise ab ca. 27.800€
Aber klar, unsere Hersteller, machen nur überteuerte BEVs…
eCar meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
South meint
Hab ihn noch nicht konfiguriert und kenne jetzt die aktuellen Rabatte noch nicht, aber bei dem ADAC Bericht letzens das Basismodell startet bei 34T€ und da reden wir von nem 52er Accu ohne sonst irgendwas…
Gut Listenpreis ist immer so eine Sache, aber ich würde mal aus der Hüfte sagen, ein brauchbares Modell sollte man eher bei knapp 40T€ landen…
brainDotExe meint
Thema verfehlt, setzen sechs.
Abseits davon, du willst also, dass die Käufer/Fahrer/Nutzer von teureren Autos lieber Verbrenner nehmen?
brainDotExe meint
@South:
Es geht um günstige Modelle in Basisausstattung, die ja inzwischen durchaus praktikabel ist. Die Zeit der nackten Hirsche ist, zumindest bei den deutschen Herstellern, vorbei.
Mit aktuellen Rabatten gibt es den Elroq ab ca. 27.800€, siehe MyDealz.
Gernot meint
Naja, Skoda zieht da den Trick, den auch andere ziehen. Als Lockvogel-Angebot gibt es ein Modell mit niedrigem Einstiegspreis und 350 km WLTP-Reichweite. Möchte ich auch im Winter 250 km auf der Autobahn schaffen und ein Minimum an Ausstattung, lande ich beim Elroq bei über 50.000 Euro.
brainDotExe meint
@Gernot
Da die allerwenigsten im Winter 250 km auf der Autobahn fahren, ist das verkraftbar.
Ja, diejenigen mit eher exotischen Anforderungen müssen mehr bezahlen, das war schon immer so.
Tt07 meint
Da ist es wieder unser Superhirn, mit all seinem Wissen, was die Masse braucht. Und um Deine Frage zu beantworten: Käufer von teuren Autos benötigen i.d.R. keinerlei Förderung…oder sind es alles nur Lippenbekenntnisse, dass man seinen ökologischen Beitrag leisten will.
brainDotExe meint
@Tt07:
Du hast immer noch nicht verstanden, dass es nicht darum geht ob Käufer von teureren Autos das „benötigen“, sondern was sie ansonsten machen.
Willst du dass die Käufer von teuren Autos stattdessen einen Verbrenner kaufen?
Ich helfe dir auf die Sprünge, der Sinn hinter der Förderung ist es, unabhängig vom Käufer, die Verbreitung von E-Autos zu beschleunigen.
eCar meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
brainDotExe meint
Peitsche statt Zuckerbrot oder was?
Das läuft nicht und Deutschland.
Wo soll das Steuerverschwendung sein? Das Ziel wird damit erreicht. Es kommen mehr E-Autos auf die Straße und in den Markt.
Tt07 meint
Hirn, jetzt hast Du endgültig bewiesen, dass Du Deinem Namen in keinster Weise gerecht wirst. Warum sollte jemand der 80.000 Euro für ein EV übrig hat, es nicht kaufen, wenn er keine 4-5k Förderung bekommt? Und mal davon abgesehen, der Großteil dieser Fzggattung sind Leasingfzg. Das juckt den Firmenfahrer nicht die Bohne, im Gegenteil er profitiert von der günstigeren Versteuerung. Lies Dir mal weiter oben einige andere Kommentare durch…vllt macht es ja dann klick bei Dir.
brainDotExe meint
@Tt07:
Jetzt hast du eindeutig bewiesen, dass du die Deutschen nicht verstehst.
Jemand der eher einen Verbrenner bevorzugt, wird eher einen Verbrenner nehmen, selbst wenn das BEV günstiger ist.
Wenn er aber jetzt einen Geldvorteil bekommt, überlegt er sich zweimal ob er nicht doch ein BEV nimmt. Selbst wenn das BEV teurer ist.
Bei dem hier thematisierten Absetzen der Kosten, ist das sogar für den Fuhrparkmanager sehr interessant. Ein großer Anreiz.
Tt07 meint
Hirn, weder lesen noch argumentieren sind Deine Stärke. Bist Du Dir sicher, dass Du Deinen letzten Kommentar so schreiben wolltest? Und dass ich die steuerlichen Vorteilen erwähnt habe, hast Du nicht gelesen oder verstanden? Du bist mir ein vielleicht ein Typ…ich glaube, Dich würde ich gerne mal live und in Farbe erleben.
brainDotExe meint
@Tt07:
Ja, der Kommentar war genau so gemeint.
Du verstehst es nicht…
Wenn der Deutsche Förderung bekommt, nimmt er auch das BEV.
Wenn er keine Förderung bekommt, nimmt er öfters den Verbrenner, auch wenn das BEV günstiger ist.
Es ist ein emotionales und kein rationales Thema.
South meint
Naja, brainDotExe also das kann man objektiv messen. Im Schnitt geben die Leute so 3-4T€ bei VW an Sonderausstattung aus, bei anderen Hersteller ist das oft eher nahe Null, weil die eine deutlich bessere Basisausstattung mitliefern, aber wir reden hier ja genau von Skoda. Dann auch keine Frage, den kleinsten Accu nehmen nur die allerwenigsten.
In Summe. Im Schnitt bist du da deutlich höher, weil VW wenig Basisausstattung hat, ein von dir beschriebenes Fahrzeug wäre später nur schwer verkäuflich…
McGybrush meint
Kein Wunder das sich die Gesellschaft so spaltet wenn Politiker und infolge dann Besserverdiener einen sowas vorleben.
Egal ob das in Wirtschaftlichen Zahlen Sinn macht oder nicht. Die ärmeren fühlen sich verarscht und wählen dadurch immer weniger die Mitte.
Stefan meint
Wenn mehr Wähler links/SPD/Grüne gewählt hätten, könnte es viel schneller ein Sozialleasing geben. Mit der AfD sicher nicht. Die CDU ist nicht angetreten, um Politik für Ärmere umzusetzen.
Jeff Healey meint
So ist es leider