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China-Marke GAC: „Erfolg kommt durch Ausdauer, nicht durch Eile“

19.09.2025 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 10 Kommentare

GAC-IAA-2025

Bild: GAC

Der chinesische Automobilhersteller GAC verkaufte 2024 rund zwei Millionen Fahrzeuge, wobei der Großteil auf dem chinesischen Heimatmarkt abgesetzt wurde. Nur 127.000 Fahrzeuge gingen bislang in den Export – eine Zahl, die das 1997 gegründete Unternehmen nun durch eine gezielte Expansion in Europa deutlich steigern möchte.

Zum Auftakt bringt GAC das speziell für Europa entwickelte Elektro-SUV Aion V auf den Markt. Das Fahrzeug bietet eine Reichweite von 510 Kilometern nach WLTP-Standard und soll in 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Der Einstiegspreis liegt bei 35.990 Euro. GAC setzt zudem auf ein umfangreiches Garantiepaket: Acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf das Fahrzeug, acht Jahre beziehungsweise 200.000 Kilometer auf die Batterie.

Im Jahr 2026 soll das Kompaktmodell Aion UT folgen. Bis Ende 2027 plant der Hersteller, seine Modellpalette auf vier bis sechs Fahrzeuge auszubauen. Um sich auf dem europäischen Markt zu etablieren, verfolgt GAC eine andere Strategie als viele Wettbewerber aus China: Der Vertrieb erfolgt von Beginn an über ein eigenes Händlernetz, das bereits in Polen, Portugal und Finnland aktiv ist.

„Wir haben bereits dutzende von Handelsstandorten eingerichtet“, sagte Wei Haigang, Präsident von GAC International, laut der Automobilwoche. Ergänzt wird das Vertriebsnetz durch ein zentrales Teilelager in den Niederlanden. Weitere Märkte wie Griechenland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland sollen bald folgen. Der deutsche Markt, der als besonders wichtig gilt, wird Haigang zufolge direkt von GAC selbst betreut.

Der Markteintritt hierzulande ist für das erste Halbjahr 2026 geplant. Bis 2028 will GAC in allen europäischen Ländern vertreten sein – entweder mit eigenen Vertriebsgesellschaften oder über Importeure. Dabei verfolgt das Unternehmen einen zurückhaltenden Ansatz: „Erfolg kommt durch Ausdauer, nicht durch Eile“, so Haigang.

Bis Ende 2025 möchte GAC europaweit 30 Händler gewinnen und rund 3.000 Fahrzeuge zulassen. Zwei Jahre später sollen es 100 Händler und 15.000 Fahrzeuge sein.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: China, Europa, VertriebUnternehmen: GAC
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MrBlueEyes meint

    21.09.2025 um 17:38

    Die „Chinesen“ (BEVs) sehen so ziemlich alle gleich aus… NULL Markenidentität… in China mag das mit gegenseitig ruinösen Preisen klappen… bei uns bedarf es da schon etwas mehr…

    jm2c

  2. Kasch meint

    21.09.2025 um 09:22

    Weit mehr als der Westen derzeit Märkte verliert, gewinnt China weltweit hinzu. Mit welch raffinierten Hybridfahrzeugen man z.B. russischer Kälte und afrikanischer Hitze wirtschaftlich und komfortabel trotzen kann, können sich doch EU-Politiker nicht vorstellen. Einem autokratischen Staat (Alle ziehen an einem Strang in die wirtschaftlichste Richtung), der freie Marktwitschaft nur dort reglementiert, wo unbedingt erforderlich (dann aber schlau mit Weitblick), können selbsternannte demokratische Staaten, in denen sich irgendwann immer Einzelpersonen (heuchlerische Politiker) nur noch durch Korruption, Intriegen, etc. auszeichnen, nicht das Wasser reichen.

    • Alkibiades meint

      21.09.2025 um 21:06

      Es ist ganz klar wissenschaftlicher Konsens, dass autokratische Staaten signifikant mehr Korruption hervorbringen als demokratische Staaten. Die chinesische Regierung erkauft sich die Märkte durch das bewusste Vernachlässigen und Ausbeuten von Teilen der eigenen Bevölkerung. Das hat nichts mit „an einem Strang ziehen“ zu tun. Ich versuche nicht wieso man sich solche autokratischen Systeme schön färben kann. Ich verstehe auch nicht das despektierliche „selbsternannte“ in Bezug auf unsere Demokratien. Wenn auch nicht perfekt ist das hier eine Demokratie und China eine zur Diktatur tendierende Autokratie mit all ihren Nachteilen für Menschen und Umwelt.

  3. Andreas meint

    20.09.2025 um 09:28

    Ganz disruptiv haben die chinesischen Hersteller den Markt in Europa umgekrempelt, nicht.

    Jetzt kommen die Durchhalteparolen, Ausdauer, Ausdauer.

  4. FkChina meint

    19.09.2025 um 16:06

    Warum man keine Autos aus China kaufen sollte man gerade jetzt wieder bei der Tagesschau nachlesen.

  5. M. meint

    19.09.2025 um 13:59

    Ausdauer ist wichtig, Marktverständnis und passende Produkte aber auch.
    Und, wenn wir da mal alleine die chinesischen Wettbewerber betrachten, sehe ich wenig, was ausgerechnet für GAC spricht, das sich übrigens mehrheitlich im Staatsbesitz befindet.

    • Tinto meint

      19.09.2025 um 18:06

      Das Design spricht schon mal nicht dafür

      • Jeff Healey meint

        19.09.2025 um 22:11

        Nun ja, den GAC Aion UT empfinde ich persönlich als sehr modern und angenehm klar im Design.

        • Jeff Healey meint

          19.09.2025 um 22:13

          Nachtrag, das ist der kompakte Wagen rechts im Bild.

        • Tinto meint

          20.09.2025 um 18:13

          Ich weiß, carmanic hat ihn schon ausgiebig getestet.

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