Der chinesische Stromer-Riese BYD hat laut Berichten der französischen Finanzzeitung Les Échos innerhalb der letzten zwei Jahre zweimal versucht, sich an Renault zu beteiligen. Ziel dieser Vorstöße war es offenbar, Zugang zu den europäischen Produktionsstätten des französischen Autokonzerns zu erhalten.
Ein Insider teilte gegenüber Les Échos mit: „Es bestand der Wille, die Kontrolle zu übernehmen.“ Ein solcher Einstieg wurde von Renault jedoch abgelehnt. Der Konzern mit den Automarken Renault, Dacia und Alpine verfolgt den Grundsatz, keine derartigen Vereinbarungen in seinem Kerngebiet, dem europäischen Markt, abzuschließen.
Der erste Versuch von BYD fand laut dem Bericht vor etwa zwei Jahren statt. Damals wurde nach Treffen vorgeschlagen, als Aktionär bei Renault einzusteigen. Unter CEO Luca de Meo hat Renault bereits eine engere Verbindung zum chinesischen Fahrzeugkonzern Geely aufgebaut. Zudem arbeiten Renault, Geely und Aramco gemeinsam im Unternehmen für Verbrennungsmotoren Horse Powertrain.
Ein zweiter Vorstoß von BYD soll im Herbst 2025 mit dem erneuten Vorschlag einer Beteiligung erfolgt sein. Eine Partnerschaft hätte Renault Zugang zu der Technologie von BYD für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge sowie zu dessen Batterieproduktionskapazitäten ermöglicht. Im Gegenzug hätten die Chinesen Zugang zu den europäischen Werken von Renault erhalten.
Weder BYD noch Renault haben die Gespräche offiziell bestätigt. BYD verfolgt jedoch Wachstumsambitionen in Europa. Während ein Werk in Ungarn bereits errichtet wurde, sind Pläne für eine Fabrik in der Türkei derzeit nicht umgesetzt. Der Konzern sucht derzeit nach einem Standort in Südeuropa. Perspektivisch könnte es auch eine Batteriefabrik auf dem Kontinent geben.
„Wir würden es vorziehen, ein bestehendes Werk zu übernehmen“, erklärte BYD-Europachefin Stella Li jüngst bei einem Pressetermin in Berlin. Zudem äußerte sie Interesse an der Übernahme von Traditionsmarken. Li soll insbesondere Interesse an Maserati bekundet haben. Die italienische Sportwagenmarke ist schon länger Teil des europäischen 14-Marken-Konzerns Stellantis.

David meint
Man dürfte auch mit Tesla gesprochen haben. Nur muss man halt sagen, weil man es sich in Grünheide nicht nur mit allen Anliegern und Gemeinden, sondern auch zuständigen Gerichten und Behörden verdorben hat, dürfte diese eine Übernahme schon länger vom Tisch sein. Das wird sich BYD nicht antun.