Pilotprojekte der BMW Group sollen zeigen, wie effiziente Fahrzeugnutzung gefördert werden kann. Die Forschung des Unternehmens habe ergeben, dass Mobilitätsverhalten durch „Nudging“ – also verhaltenslenkende Anstöße durch positive Anreize – effektiv beeinflusst werden kann.
„Durch attraktive digitale Erlebnisse wollen wir das Fahrerlebnis verbessern und unsere Kunden motivieren, ihre Fahrzeuge effizienter zu nutzen“, so BMW. Kürzlich wurden drei Pilotprojekte mit kleinen, positiven Anreizen abgeschlossen. Die Erkenntnisse daraus sind laut dem Premium-Autobauer vielversprechend.
Das Forschungsprojekt My Travels wurde in der zweiten Hälfte 2024 in den Niederlanden mit BMW-Modellen durchgeführt. Es lieferte den Nutzern Berichte über die Länge ihrer Fahrten und Informationen zu realistischen Alternativen wie Fußweg, Fahrrad oder öffentlichem Nahverkehr. Die Ergebnisse zeigen BMW zufolge, dass allein das Bewusstsein über das eigene Reiseverhalten und alternative Möglichkeiten Anreize schafft, öfter auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. Dies passe gut zu Rotterdams Ziel, Straßen für diejenigen freizuhalten, die sie wirklich brauchen.
Außerdem führte der Konzern einen Pilotversuch mit Gamification durch, um den CO2-Fußabdruck seiner Produkte während der Nutzungsphase zu reduzieren. Reale Daten einer repräsentativen vollelektrischen BMW- und MINI-Flotte zeigten, dass das Fahren im effizienten Fahrmodus im Durchschnitt zu einer Energieeinsparung von etwa 7 Prozent führt.
Ziel des MINI Artwork Challenge-Piloten war es, Fahrer zu motivieren, diesen Modus häufiger zu nutzen. Der Pilot wurde im ersten Quartal dieses Jahres mit den neuesten vollelektrischen MINI-Modellen Countryman und Cooper durchgeführt. Dabei wuchs ein KI-generiertes Kunstwerk auf dem zentralen Bildschirm, je öfter im effizienten Fahrmodus gefahren wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer ihren Anteil an Fahrten im effizienten Fahrmodus im Vergleich zur Baseline-Phase um 60 Prozent steigerten.
Das Forschungsprojekt COOL (CO2 Optimales Laden) startete im April 2025 als Feldexperiment. Ziel war es, Plug-in-Hybrid- und Elektroauto-Fahrern Einblicke in ihr Ladeverhalten und die damit verbundenen CO2-Emissionen zu geben. „Durch die Nutzung einer einfachen und übersichtlichen App, die in Echtzeit die CO₂-Emissionen pro kWh des lokalen Strommixes anzeigt und den Nutzer benachrichtigt, wenn diese unter einen bestimmten Wert fallen, unterstützen wir Fahrer bei der Entscheidung, wann sie ihr Fahrzeug laden sollten“, erklärt BMW.
Mithilfe von Gamification sei es gelungen, die Teilnehmer dazu zu bewegen, ihre Ladevorgänge in Zeitfenster mit einem prognostizierten höheren Anteil erneuerbarer Energien im niederländischen Strommix zu verlegen. Das führte zu einer Steigerung von 6 Prozent solcher Ladevorgänge im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Insgesamt nahmen 355 Fahrer von elektrischen und plug-in-hybriden BMW-Modellen teil. Zwei wichtige Ergebnisse: Gamification steigerte das CO2-optimierte Laden von Elektrofahrzeugen und zeigt, dass selbst bereits umweltbewusste Teilnehmer bereit sind, weitere Schritte zur Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks zu gehen. Die Stadt Rotterdam und die BMW Group wollen die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um nachhaltigere, nutzerorientierte Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die sowohl die individuelle Mobilität als auch das Mobilitätsökosystem der Stadt verbessern.

Jensen meint
Rotterdam gilt als Vorbild für Dichte an Ladesäulen und zukunftsorientierter Mobilität und ist insofern vermutlich nicht auf Daten einer eher Belustigung auslösenden App und 350 BMW’s angewiesen, die noch nicht einmal alle vollwertige Elektroautos sind. Rotterdam und viele andere niederländische Regionen arbeiten vielmehr konsequent und konkret an der Dekarbonisierung und der Zurückdrängung des indivuduellen PKW-Verkehrs. Im inneren Ring Rotterdams fährt beispielsweise kein Service- oder Lieferfahrzeug, welches nicht aus der Null-Emissionen-Klasse ist. Immerhin zeigt dieses Beispiel, dass ausreichend Geld auch für die skurilsten Vorschläge da ist.
South meint
Ich kann dem kürzesten Beitrag von R2D2 nur beipflichten …
Holger meint
Noch ein Projektvorschlag:
BMW überzeugt den Interessenten VOR dem Kauf davon, dass er mit Fahrrad oder Öffentlichen Co2-Ärmer ans Ziel kommt. Dann wird der Kaufvertrag für ein Fahrrad(inkl. Wartung) und ein Abo der Öffentlichen, jeweils mit BMW-Logo, zur Unterschrift vorgelegt.
BMW, Freude am Fahren :D
Jörg2 meint
Mich lässt das auch kopfschüttelnd zurück. Die Auferstehung des Tamagotchi?
Schlichte Gemüter scheinen das fein zu finden.
M. meint
Zumindest erscheint es im Sinne von CO2-Einsparung sinnvoller zu sein als ein Furzkissen oder ein Bildschirmlagerfeuer, zwei Dinge, die dich nie kopfschüttelnd zurückgelassen haben.
Da könntest du dich doch mal selbst fragen, um was es dir eigentlich geht: darum, dass Unternehmen nach Wegen suchen, CO2 einzusparen, oder darum, einfach das zu promoten, was deinem Lieblingsunternehmen entstammt.
Sei beruhigt: ich erwarte dazu keine ernsthafte Antwort. Du kannst gerne mit etwas aus der Kiste „wo habe ich geschrieben, dass…“ antworten.
Mary Schmitt meint
Soll dir deine Betreuung das vorsingen und dabei rhythmisch klatschen? Man kann hier halt nicht jeden mitnehmen.
R2D2 meint
Das dir so eine Daten Clown App zusagt überrascht jetzt nicht wirklich.