Elektroautos erreichen bei gleicher Energiezufuhr eine mehr als dreimal so hohe Reichweite wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, berichtet der Spiegel. Daten des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2024 belegen demnach, dass E-Fahrzeuge mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom etwa 4,5 Kilometer weit kommen, während Benzin-, Diesel- oder Gaskraftstoffe dieselbe Energiemenge nur für eine Strecke von 1,4 Kilometern nutzen.
Dieser Effizienzvorteil resultiert unter anderem daraus, dass Elektromotoren einen deutlich größeren Teil der Energie in Bewegung umsetzen, während bei Verbrennungsmotoren mehr Energie als Wärme verloren geht. Die Zahlen decken sich mit einer früheren Einschätzung des Bundesumweltministeriums, wonach Elektroautos etwa dreimal so effizient arbeiten wie herkömmliche Wagen.
Der Vorsprung verringert sich jedoch, wenn die Stromerzeugung berücksichtigt wird. Da rund ein Drittel des deutschen Strommixes aus Kohle und Gas stammt und bei der Kraftwerkserzeugung Energieverluste entstehen, entfalten Elektroautos ihr volles Energiesparpotenzial erst bei Ladung mit reinem Ökostrom.
Der deutsche Straßenverkehr war im Jahr 2024 für über ein Fünftel des nationalen Energieverbrauchs sowie für etwa 21 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Der gesamte Verkehr verbrauchte rund 593 Terawattstunden (TWh) Energie und verursachte 155 Millionen Tonnen CO₂. Während der Energieverbrauch zwischen 2010 und 2019 um 6,7 Prozent stieg, stagniert er seit 2021 weitgehend.
Bei den Antriebsarten dominierten laut dem Statistischen Bundesamt weiterhin fossile Energien: Diesel machte 60,8 Prozent des Verbrauchs aus, Benzin und Bioethanol 37,2 Prozent, während Strom und Gaskraftstoffe jeweils bei 1,0 Prozent lagen. Aufgrund der besseren Effizienz von E-Motoren deckte der verbrauchte Strom jedoch etwa 3,7 Prozent der Fahrleistung ab. Insgesamt wurden in Deutschland 696 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Der Stromverbrauch im Straßenverkehr stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent, was auf die zunehmende Zahl an Elektroautos zurückzuführen ist.
Diesen Juni wurden dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge knapp 85.000 reine Stromer neu zugelassen, ein Plus von rund 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil der E-Autos bei den Neuwagen lag bei 28,4 Prozent, während der Anteil der Fahrzeuge mit Stecker inklusive Plug-in-Hybride rund 39 Prozent erreichte. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen um 17 Prozent auf einen Marktanteil von 20,5 Prozent zurück, die von Dieseln um etwa 5 auf 11 Prozent.

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