Während Fahrerassistenzsysteme schon heute zur Reduzierung von Unfällen beitragen, soll die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen, Infrastruktur und Verkehrsteilnehmenden eine neue Dimension der Sicherheit eröffnen. „Die V2X-Technologie entwickelt sich dabei zum zentralen Faktor für eine präventive Verkehrssteuerung“, sagt Thomas Jäger, Senior Vice President Global Connectivity and ITS Technologies bei DEKRA.
Obwohl spezifische quantitative Daten zur direkten Auswirkung von V2X (Vehicle-to-Everything) auf die Verkehrssicherheit noch begrenzt sind, lassen einige Studien auf positive Effekte schließen. So verwies zum Beispiel der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schon vor ein paar Jahren auf eine Auswertung des Automobilzulieferers Continental aus den Jahren 2005 bis 2020: Demnach waren vor Unfällen an Kreuzungen in Deutschland 30 Prozent der kreuzenden Radfahrer und 37 Prozent der querenden Fußgänger verdeckt.
„Sie werden von konventionellen sensorbasierten Sicherheitssystemen nicht oder erst zu spät erkannt, um eine Kollision zu verhindern“, erläutert DEKRA-Experte Jäger. Durch die schnelle Informationsübertragung könnte V2X hier seiner Ansicht nach Abhilfe schaffen. „Der große Mehrwert dieser Kommunikation besteht darin, dass sie den Fahrer in Sekundenbruchteilen über Gefahrensituationen entlang der Route informieren und davor warnen kann, selbst wenn diese Gefahren für den Fahrer noch nicht sichtbar sind.“ Während einer zukünftigen hoch- oder vollautomatisierten Fahrt könnte das Fahrzeug in diesen Fällen sogar selbstständig bremsen oder die Spur wechseln, um eine Kollision zu vermeiden.
Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Unfälle häufig durch schlechte Sichtverhältnisse, überraschende Fahrmanöver oder menschliche Fehler entstehen. V2X bietet die Möglichkeit, Verkehrsinformationen nicht nur lokal, sondern in einem breiten Umfeld auszutauschen. Fahrzeuge kommunizieren dabei direkt miteinander, mit Ampeln, Verkehrsleitsystemen oder auch mit Smartphones von ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Dadurch können Warnungen in Echtzeit erfolgen – selbst wenn die Gefahr hinter einer Kurve, einem Hindernis oder in einem toten Winkel liegt.
„Mit ausreichender Vorlaufzeit erhalten Fahrerinnen und Fahrer wichtige Hinweise, noch bevor sie die Situation selbst wahrnehmen können. V2X hat also das Potenzial für eine Art digitalem Frühwarnsystem im Straßenverkehr“, so DEKRA.
Eine Frage der Technologie
Um V2X bestmöglich zu nutzen und die dafür notwendige Konnektivität bereitstellen zu können, bedarf es entsprechender Kommunikationstechnologien. Das sind beispielsweise in Europa der WLAN-Standard IEEE 802.11p oder der Mobilfunk-Standard C-V2X (Cellular-Vehicle-to-Everything) auf der Basis von 4G beziehungsweise in Zukunft auch 5G. Allerdings sind 5G-Netzwerke nochmals erheblich leistungsfähiger als ihre Vorgänger-Generation. Ermöglicht 4G lediglich Datenraten in der Praxis von bis zu 100 Megabit pro Sekunde, sind es beim 5G-Standard bis zu 1 oder mehr Gigabit pro Sekunde – und das bei einer Latenzzeit von 1 bis 10 Millisekunden.
„Wenn Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur, also zum Beispiel mit Ampelanlagen oder Verkehrsleitsystemen permanent in Echtzeit Daten austauschen sollen, ist eine so ultrakurze Verzögerungszeit unverzichtbar“, so Jäger.
Welcher Standard sich am Ende in Europa durchsetzen wird, ist noch unklar. In den USA, Korea und in China zumindest sind die Würfel schon für den Standard C-V2X (4G LTE, 5G NR) gefallen. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die zuverlässige Signalabdeckung. Schließlich hängen die meisten Anwendungen rund um „Connected Mobility“ stark von der funktionierenden Kommunikation ab.
Bei nicht sicherheitsbezogenen Anwendungen wie zum Beispiel Infotainment ist ein Verlust der Signalabdeckung nicht kritisch – der Anwender kann leicht feststellen, ob die Konnektivität vorhanden ist oder nicht. Bei sicherheitsrelevanten Diensten oder Anwendungen wie eCall sollten jedoch Warnanzeigen ausgelöst werden, um den Anwender über Ausfälle der Kommunikation zu informieren. Außerdem sollte das System in der Lage sein, die Funktion selbstständig erneut aufzunehmen, sobald das Signal wieder stabil ist.
„Was jederzeit gewährleistet sein sollte, ist der Schutz vor Cyberkriminalität“, betont DEKRA-Experte Jäger. Um Angriffe von außen möglichst zu verhindern, müssen die Hersteller seit Juli 2022 für alle neuen Fahrzeugtypen dafür sorgen, dass diese hinsichtlich Konnektivität und Datenübertragung manipulationssicher sind. Seit Juli 2024 gilt diese Vorschrift für sämtliche Neufahrzeuge in der EU.
Die Rolle von V2X in Smart Cities
Neben der Verkehrssicherheit gewinnen V2X und die damit verbundenen „Intelligent Transport Systems (ITS)“ auch für die Stadtentwicklung der Zukunft an Bedeutung. Für „Smart Cities“ werden digitale Lösungen, vernetzte Infrastrukturen und intelligente Systeme eingesetzt, um auch Bereiche wie den Straßenverkehr zu optimieren. So kann V2X zum Beispiel Staus und Verzögerungen durch die Vernetzung mit Ampeln und anderen Verkehrseinrichtungen reduzieren. Adaptive Ampelsysteme passen sich in Echtzeit dem Verkehrsaufkommen an und verbessern den Verkehrsfluss. Elektrofahrzeuge können mithilfe von V2X effizient zu Ladestationen geleitet und Ladezeiten optimiert werden.
„Das heutige Mobilitätsumfeld besteht aus vielen verschiedenen Verkehrsteilnehmern, und neue Innovationen bringen immer wieder neue Möglichkeiten hervor“, erklärt Jäger. Alle Teilnehmer müssten in einem modernen City-Eco-System vernetzt sein, um eine bessere Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Negativ fielen seit Jahren die steigenden Zahlen von E-Bike- und E-Scooter-Unfällen mit Todesfolge auf. V2X sei hier eine Möglichkeit, die Anzahl der Verkehrstoten zu reduzieren, da schon rechtzeitige Warnungen in den Autos einen entscheidenden Vorteil bringen würden.

Matthias meint
Vor zig Jahren gab es eine Fernsehwerbung in der viele PKW ungebremst über eine Kreuzung fuhren, computergesteuert durcheinander, ohne Gefahr einer Kollision, quasi wie Datenpakete im Internet. Auch mit KI finde ich das nicht mehr, aber das Real-Video von Livschitz ist lustig.
Wäre ja schon hilfreich wenn der Verkehrsstau zu einem stetigen und sicheren Fluss gemacht werden könnte. Dazu müssen wohl alle Menschen und alte Autos „ausgeschaltet“ werden.
Verkehrsfunk habe ich abgeschaltet denn man braucht mir nicht beim fahren ins Ohr brüllen dass 500km entfernt Reifenteile auf der Fahrbahn liegen.
Paule meint
Deutschland könnte einfach mal von Südeuropa lernen und Kreisverkehre statt Ampelkreuzungen bauen. Das ist MI statt KI.
Andi EE meint
Das ist totaler Schwachsinn. FSD löst dieses Problem, es kann simultan hunderte Objekte und deren Vektoren verfolgen. Und selbstverständlich entsprechend ohne Verzögerung reagieren. Und das im 360 Grad Sichtfeld, das schafft nicht mal annähernd ein Mensch.
Wichtig ist, dass die schweren, schnell fahrenden Objekte diese intelligente Crashvermeidung besitzen. Fussgänger und Radfahrer brauchen doch das nicht, die sind nicht das Problem, die sind die Opfer, weil sie bezüglich Masse derart im Nachteil sind.
Das ist wieder so ein Ding wo man sich fragt, in welchem Mass diese Gesellschaft desinformiert ist / wird. Das ist wirklich wie im Mittelalter, man verbreitet inflationär Märchen, behauptet man sei hier in Europa technisch auf der Höhe. Nein, überhaupt nicht, man ist total abgehängt. Das Verrückte ist ja, dass es die Fachpresse ist, die diese Nebelkerzen streut, weil ihre Lieblinge, von denen sie das Geld erhalten, nicht mehr mitkommen.
Future meint
Ich vermute, dass verschiedenene Technologien hier auch im Wettbewerb zueinander stehen. Man wird sehen, welche Systeme sich am Ende durchsetzen. Vielleicht wird es auch immer Kombinationen von mehreren Technologien parallel geben, besonders in den Ballungsräumen. Wichtig ist, dass die gefühlte »Freiheit« des Autofahrers endlich mal von der Technologie limitiert wird, damit es auf den Straßen sicherer wird. Insofern ist es schon auch wichtig, dass sich die Dekra hier in den Artikel dazu positioniert, denn solche Technologien werden in Deutschland noch viel zu wenig diskutiert.
Andi meint
@Futture
„Ich vermute, dass verschiedenene Technologien hier auch im Wettbewerb zueinander stehen. Man wird sehen, welche Systeme sich am Ende durchsetzen. Vielleicht wird es auch immer Kombinationen von mehreren Technologien parallel geben, besonders in den Ballungsräumen.“
Wozu? Du brauchst Sender in jeder einzelnen Einheit, damit diese Dumpfbackentechnologie aufgehen könnte. Jedes Tier, jeder Mensch ob klein oder gross, jeder Fahrradfahrer braucht einen Sender der permanent in kurzen Intervallen seine Anwesenheit kundtut = dumm im Quadrat.
Bei einem optischen System a la FSD benötigt nur das Dickschiff Pkw (der primäre Unfallverursacher) eine Ausrüstung, dann kann es alles detektieren, egal ob Tier, Mensch, Fahrradfahrer … niemand braucht zu senden. Das ist viel, viel besser und man kann als unbedeutende Zugabe noch supervised „autonom“ fahren. 😄
„Insofern ist es schon auch wichtig, dass sich die Dekra hier in den Artikel dazu positioniert, denn solche Technologien werden in Deutschland noch viel zu wenig diskutiert.“
Hauptsache irgendwas machen und die Leute klatschen in Europa, oder wie? Ihr diskutiert / promotet immer europäischen Quatsch. Diese Technik ist komplett obsolet, wenn FSD in Europa aufschlägt, FSD löst alle diese Probleme. Das ist doch kein Zufall, dass dieser Nonsens wieder aus der Schublade kommt.
Future meint
Ich bin ja schon froh, wenn überhaupt über mehr Technologie für automatisierte Verkehrssicherheit diskutiert wird in Europa. Mein Eindruck ist, dass sich die verunsicherten Menschen hier immer stärker grundsätzlich gegen Technologie positionieren, was natürlich mit den vielen Verunsicherungsstrategien in Europa zu tun hat.
Natürlich wäre FSD das günstigste System im Markt. Aber anders als in Amerika fehlt es der Gesellschaft hier an Risikobereitschaft, um FSD zuzulassen und auszuprobieren. In einem aktuellen Interview bringt es der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Acemoglu vom MIT auf den Punkt: »Die USA hatten in den vergangenen Dekaden zwei geheime Zutaten: Innovation und Risiko.« (SPON, 26.12.2025) In Deutschland besteht keinerlei ausgeprägte Risikobereitschaft bei der Technologie – das war früher mal anders, beispielsweise bei der Entwicklung der Fliegerei.
Lotti meint
Typisch deutsch: kompliziert, teuer, nicht funktional, selbstzerstörerisch.
Gut das mein 3 Jahre altes Model 3 bald ohne diesen Quatsch Automatisch funktioniert.
Fuji meint
VW wird dank V2X pleite gehen, das ist sicher. Ein weiterer Schritt hin zur Deindustriealisierung Deutschlands. China hat Hunger und braucht die dann entstehenden Agrarflächen dringend. Das ist der Wandel, also nichts schlimmes.
Paule meint
Ohne frisches Geld von Außen ist VW bereits pleite. Schon jetzt sind sie nicht mehr in der Lage, Investitionen ohne Fremdkapital zu tätigen. Verschuldungsgrad von 250% , das ist nahe an der Intensivstation. Das Platzen dieser Blase kann ein Beben auslösen. Entsprechend auch die Ratingabstufung.
VW hat in den letzten Jahren mehrere Rating-Anpassungen erfahren, wobei Moody’s im März 2025 das Konzernrating von A3 auf Baa1 herabstufte, was eine „durchschnittlich gute“ Bonität darstellt, aber aufgrund von Branchenherausforderungen und Investitionsbedarf vorgenommen wurde. Auch die Volkswagen Bank und Financial Services hatten teilweise einen „negativen“ Ausblick von Moody’s (Stand 2024). Zu Recht.
Fuji meint
Der Urlaub vom Namensvetter war ja echt kurz. Das kann passieren. Aber ich glaube ja nicht, dass VW als Staatsunternehmen jemals pleitegeht. Mit der Antriebswende wird es eben ein kleineres Unternehmen sein mit einem Schwerpunkt in Europa. Und Grundig kann man ja heute auch noch kaufen. Für Nostalgiker gibt es immer etwas im Laden.
Fuji meint
Sag ich doch, liebe Namensschwester.
Fuji meint
Dann ist doch alles gut. Viele kleine Unternehmen finde ich auch besser als wenige große.
Fuji meint
Dafür ist Deutschland weltweit bekannt und berühmt, für seine vielen mittelständischen Betriebe und Hidden Champions.
Schön dass wir uns auch hier wieder einig sind.
Future meint
Das Problem sind die mächtigen Lobbyisten der großen Unternehmen. Das verzerrt die öffentliche Wahrnehmung und beeinflusst natürlich auch die Politik auf eine Weise, die nicht zukunftsorientiert genug ist. Der Wandel zur Elektromobilität ist ein gutes Beispiel dafür.
Uwe meint
Soooo ein Schwachsinn … alles Vernetzen? … jedes Kind, Hund, Fahrrad?
Unrealistische Utopie … wird NIE realisierbar sein!
Aber man kann es ja mal „formulieren“ … um Forschungsgelder einzutreiben, oder als Ausrede, warum wir Deutschen aktuell nichts auf die Reihe bekommen.
Das ärgert mich wirklich … allen, die das ernst meinen (oder nur formulieren) wünsche ich den Untergang!
Darwin lässt grüßen!
Jörg2 meint
VW hat soetwas für seine Moia-Tests in Hamburg benötigt. Da wurden von der Stadt im Testgebiet die Ampelanlagen VW-bedarfsgerecht hochgerüstet.
BeatthePete meint
Das sollte nicht sein.
Autonomes fahren muss unabhängig von Kommunikation Ampel Auto sein.
Denke nicht dass VW oder abdere diesen Fehler macht(en)
Alls Add-On ist das ok, z.B. um aktuelle Ampelphasedauer zu wissen und das Tempo entsprechend anzupassen.
South meint
Naja, warum den gleich eine so finstere Einstellung? Prinzipiell kann man auch auf Metaebene vernetzen und nachdem der Verkehr nochmal deutlich zunehmen wird, könnte man die Verkehrsflüsse wirklich wesentlich effizienter steuern. Dafür müssten auch nicht einmal alle Fahrzeuge vernetzt sein. Im Grunde auch schon Realität bei Verkehrssteurungssystemen.
Ich würde es eher eine Utopie nennen, wenn das nicht kommen sollte. Das aktuelle Straßennetz ist zu schwach und wird nicht auch schnell genug ausgebaut werden können. Deshalb die Frage, wie sollte man es sonst machen?
Jörg2 meint
Mir würde da als erstes die Reduktion der Fahrten einfallen.
Die „Wiederentdeckung“ der Eingangs- und Ausgangslager zur sichereren Nutzung der Bahn zum Stückguttransport.
Die Anpassung der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit an die reale Durchschnittsgeschwindigkeit im urbanen Raum.
Der Wiederaufbau von ÖPNV im urbanen Raum.
Die Rückabwicklung von Pendlerpauschale und Steuerbegünstigung privater Nutzung von Lohnersatzfahrzeugen.
Dazu braucht es keinerlei IT-Vernetzungs-Rakenwissenschaft. Alles vorhanden.
Jörg2 meint
Oh!
Das sollte der Wiederaufbau des ÖPNV im ländlichen Raum werden.
Regionalbahn, Buszubringer….
South meint
Mja, die Reduktion der Fahrten wird nicht kommen, ein engmaschigerer ÖPNV wird bei weitem nicht alles abdecken können, die Pendlerpauschale ist genau für die Leute wichtig, da keine Alternative und eine Anpassung an der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit ist ja auch statisch.
Wenn man den Individualverkehr effektiver machen will, dann bleibt nur eine optimale Auslastung und dafür braucht man viele Daten. Man könnte dann, bevor der Verkehr stockt, eine gerade aktuelle optimale Geschwindigkeit festlegen. Natürlich auch anders herum den Verkehr wieder optimal Beschleunigen. Oder Fahrten aus den Stoßzeiten in verkehrsärmere Zeiten leiten, z.B. den Güterverkehr in der Nacht via selbstfahrender Container. Oder bei Unfällen, Baustellen… viele KM vorher die Spur optimal wechseln.
Das System heute ist schlicht alt und überlastet, da steckt mithilfe der Digitalisierung und Automatisierung enormes Potential, und dafür wird man immer Daten brauchen. Die müssen ja nicht einer Person zugeordnet werden…
Jörg2 meint
Chaotische Systeme in Regeln zu pressen klappt eigentlich nicht.
Der erste Schritt wäre die Reduktion des Systems.
Hier: Von zufälligen Individualverkehren hin, in geregelte (sinnvoll angepasste) planmäßige Mobilität.
Natürlich ist soetwas nicht zu 100% umsetzbar. Die jetzige Herangehensweise, dem Individualverkehr immer mehr (sich dann zügig überfüllende) Infrastruktur anzubieten, halte ich für Kontraproduktiv.
Der Tod der Innenstädte folgt der „Sinnhaftigkeit“ der Stadtrandeinkaufscentren mit großen Parkplätzen.
Der tägliche 2x Stau auf den Innenstadtzubringern folgt der Idee der hinnehmbaren Pendlertotzeiten ob der sozialisierten Pendlerpauschalen und Lohnersatzfahrzeugen.
Hier wird Industrie Nr.1 bedient: Automobilbau.
Der flächen-, baumaterial- und eneriefressende Bau von Speckgürtel-Eigenheimsiedlungen passt da ins Bild. Hier wird Industrie Nr.2 bedient: Bauwirtschaft.
Gefühlter Nutznießer ist eine (wie auch immer zu definierende) Mittelschicht. Es erfolgt auf Kosten der Gemeinschaft.
South meint
Ah geh. „Chaotische Systeme in Regeln zu pressen klappt eigentlich nicht.“. Nahezu in jedem Fachgebiet wird genau das gemacht. Genau die Systematik auf Basis von Daten machen ja den Individualverkehr zu einem geregeltem Verkehr.
Natürlich sollte man den Verkehr dabei soweit wie möglich reduzieren, vorallem in kritischen Gebieten wie Ballungszentren, aber das ist ja eine eigene Fragestellung und das eine schließt das andere nicht aus. Also man kann den Individualverkehr regeln und den Verkehr reduzieren.
Und so eine finstere Einstellung zu Auto’s muss man nun wahrlich nicht haben und Automobilkonzerne bedienen ja ein reale Nachfrage, dem Bedarf einfach zu einem Ziel zu fahren und das kann alles gar nicht alles durch ÖPNV abgedeckt werden, schlicht zu teuer. Das Problem besteht aber in einer Übernutzung und einem leider unterfinanziertem ÖPNV/Bahn. Aber wie gesagt, dass sind alles eigene Fragestellungen.
Jörg2 meint
South
Ich bin ja ganz bei Dir!
Die Fortschreibung der 50iger-Jahre „Stadtplanung für das Auto“ führt ja aktuell in Berlin zu der Situation, dass der Bund (trotz gegenläufiger Studienergebnisse) am innerstädtischen Autobahnbau festhält (gegen die Stadt, gegen die Anwohner) und nun, da der aktuelle Bauabschnitt stumpf an einer Dauerbaustelle endet, Verkehrschaos in Treptow für Jahre organisiert ist.
Da, wo Strasse ist, werden Autos sein.
Ob vor „Hersteller bauen nur was nachgefragt wird“ nicht auch eine Phase von Bedarfsweckung stattfindet, ist sicherlich diskutabel…. Also Henne/Ei hier „hand-in-hand“ gehen…
Ich habe nichts gegen Autos. Ich habe etwas gegen zuviele Autos auf Kosten von Fußgängern, Radfahrern, Busspuren, Parkanlagen…. Und ich habe etwas gegen Stadtplanung, welche nicht den Fußgänger als Hauptverkehrsteilnehmer hat, die innerstädtischen Dinge nicht per 15 Minuten Weg erlaufbar machen.
Und ich habe etwas gegen die Versozialisierung der Unternehmensrisiken.
Dan meint
Man kann dir nicht unterstellen, dass du das verstanden hast. Es geht hier um Sicherheit. Wenn der Fahrradfahrer über seinen Radcomputer, der Fußgänger über sein Handy und der Hund über sein Halsband im Verkehr wahrgenommen werden, sind sie sicherer. Wird von Deutschland betrieben, aber mehr von China, USA und Südkorea.
Jörg2 meint
Die Sicherheit hat von jedem auszugehen. Die StVO regelt das richtig.
Der, mit dem gefährlichsten Gerät, trägt die Hauptverantwortung. Eine Verantwortungsverlagerung auf schwächere Verkehrsteilnehmer halte ich für ablehnungswürdig.
Um in Deiner, in all Deinen Namensfasetten vorkommenden, schlechten Wortwahl zu formulieren: Man kann Dir nicht unterstellen, verstanden zu haben, dass ein solches Vollvernetztsystem seinen möglichen Vorteil nur dann entfaltet, wenn jedwedes Bewegungsobjekt im Fahrraum daran sicher teilnimmt. Ist auch nur EIN Hund oder EIN Kinderdreirad nicht im System, fällt das Gesamtsystem auf die üblichen StVO-Anforderungen zurück. Hier reicht dann der Verdacht, es könne so sein.
Holger meint
USA und China haben bereits einen Standard und dann auch noch den Selben.
Die EU denkt sicher noch ein paar Jahre nach und entschließt sich dann für einen anderen *g*
Wie auch immer.
Wie will man eigentlich verdeckte Fußgänger im System sichtbar machen?
Über das Handy oder wie ist das angedacht?
Paule meint
Keine drei Wochen her, da wurde Tesla als Datenkrake beschimpft. Jetzt ist es plötzlich der Heilige Gral. Wie sich die Zeiten doch ändern.
Fuji meint
In Deutschland ist man offenbar besonders sensibel bei den Daten. Das hört allerdings immer dann ganz schnell auf, wenn der Nutzen erkennbar höher ist als die An gst. Deshalb werden Datenkraken wie Google oder Meta ja auch so gerne verwendet.
Und die Ermittler der Polizei freuen sich schon heute auch in Deutschland, wenn bei einer schweren Straftat wieder mal ein Tesla in der Nähe war und alles aufgezeichnet hat. (Quelle: »Im Wächtermodus filmen geparkte Teslas dauerhaft ihre Umgebung und helfen so mitunter, Verbrechen aufzuklären.« SPON, 20.12.2025)
Dan meint
Es reicht der Anfangsverdacht „verbotenes Kraftfahrzeugrennen“ nach 315d, wenn eine Streife den Tesla-Fahrer nicht kriegt oder nicht messen kann. Dafür braucht man nicht einmal ein zweites Fahrzeug, Alleinrennen. Der Richter macht das telefonisch. Das ist sowas von niedrigschwellig. Ein Steuerberater am Ort hatte dadurch seinen Führerschein verloren. Er hatte seinen Enkeln die Beschleunigung vorführen wollen und ist dabei gesehen – nicht gemessen worden. Die Daten kamen für 160€ aus Tilburg. Kann bei keinem anderen Hersteller passieren.
Fuji meint
Sehr gut, dass der Steuerberater seinen Führerschein verloren hat. Da er seine Enkel auch noch dabeihatte, sollte er für alle Zukunft nur noch Uber fahren dürfen.
Jorg2 meint
Dan
Wie ich schrieb: Du hast unter den Tisch fallen lassen, dass es dazu einen Richter braucht.
Da gibt es kein „Verpetzen“ sondern ein geordnetes Rechtsverfahren zur Beweissicherung. Das scheint Dir nicht zu gefallen.
Und dann scheinst Du auch mit dem Ergebnis des rechtskonformen Prozesses zu fremdeln.
Statt nun Dein Unbehangen dahin zu lenken, wo es wohl hingehören würde (demokratischer Prozess zur Änderung von Beweismittelerhebungen), richtest Du Dich gegen den ursachfremden (weder Ordungswidrigkeit/Straftat, noch das Rechtsverfahren kommt vom Autohersteller) Dritten und hättest wohl eher, dass dieser sich dem Rechtsvorgang entzieht.
Ich vermute, mit weiterem technischen Fortschritt bei den anderen Automobilherstellern, wird sich die Basis zur rechtskonformen Beweismittelsicherung verbreitern. Du kannst dann weitere Automobilhersteller zum Rechtsbruch auffordern.
BTW:
Fein, dass Tesla offenbar die Daten in der EU vorhält.
Aber natürlich kann Deine Meinungsäußerung einfach nur eine Schmähung auf der Basis verdrehter Halbinfos und der Rechtsrahmen hierbei eher störend sein.
Fuji meint
Ich vermute, dass viele Autofahrer glauben, der Straßenverkehr sei eine Art rechtsfreier Raum. Jeder Neuwagen mit Verkehrsschilderfassung wäre doch heute schon dazu in der Lage, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit automatisch immer eingehalten werden müsste. Es wird Zeit, dass sowas gesetziich vorgeschrieben wird.
Dan meint
Jörg, wie immer verteidigst du deinen Liebling Tesla mit Zähnen und Klauen. Aber schau einmal „Achtung Kontrolle“, dann lernst du, dass dein Wissen lückenhaft und veraltet ist. Auch die Beschlagnahme von PKW war früher ein Akt, heute gibt es einen niederschwelligen Prozess, bei dem der Richter in Bereitschaft noch aus dem Polizeiauto angerufen wird, die Sache bestätigt und direkt über das WMS elektronisch nachführt. So ein elektronisches Dokument reicht Tilburg, auch mit denen ist der Prozess seit 10 Jahren eingeübt. Wenn die Raser und Poser-Streife also mal einen Erfolg braucht und Elektroautos und speziell Tesla können sie eh
nicht leiden, dann ist klar, was sie machen.
Jörg2 meint
Dan
Ich verteidige das Rechtsverfahren, welches Du bemängelst.
In Deiner Welt wird der Straftäter verpfiffen.
In meiner Welt wird der Straftäter rechtskonform ermittelt und abgestraft.
Das Du soetwas auf die sich rechtskonform verhaltene Automarke reduzierst, hat etwas mit Deiner subjektiven, eingeschränkten Sicht zu tun.
Vielleicht kannst Du Dich ja endlich dem Gedanken nähern, nur, weil Du tief im selbstgebauten Schützengraben sitzt, ist die Welt nicht voller Schützengräben. Für Deinen „Krieg“ gilt: Außer Dir geht dort keiner hin.
s. wong meint
das Blatt hat sich gewendet. Brüssel merkt gerade, wie beklopt es war so ne miese Karre wie Tesla überhaupt in Europa zuzulassen.
Von Eichgesetz bis Datenschutz. Oder Eingriff in das Eigentum sind bei Tesla Ideologen ja so hip. Dann noch Elon, der mal mit Doge in die Behörden eindringt, um „Adressen“ für seine Firmen zu sichern. „Gewerkschaft“ Filter bei Einstellungen. Spionage bei Mitbewerbern. Diese Firma ist ein Beispiel wie „Demokratie“ abgebaut wird, Gesellschaften abgewickelt werden sollen …mit Bitcoin…ki made by Elon ….soll die Welt genesen???? Tesla spaltet und vereint nicht.
Tesla mit dem Kern Elon übertrifft jeden „Bond“ Bösewicht um Potenzen. Genie und Wahnsinn sind so nah.
Jörg2 meint
Wohin es führt, wenn solch Vernetzung (Systemabstüfzung auf das Funktionieren externer Systeme) grundlegend wichtig ist, um ein automatisiertes Fahrzeug erfolgreich durch den Verkehrsraum zu bekommen, zeigt der unfreiwillige Stresstest des „Waymo-Stromausfall“.
Meine Meinung: Die autonomen Systeme müssen aus sich selbst heraus, in der vorgesehenen Einsatzumgebung und den üblichen Einsatzszenarien, autonom funktionieren.
Über Großvernetzungen werden solche Systeme unnötig angreifbar.
brainDotExe meint
Dann klammer das „automatische Fahrzeug“ doch einfach mal komplett auf.
Ich sehe den Vorteil wie im Text beschrieben:
„Der große Mehrwert dieser Kommunikation besteht darin, dass sie den Fahrer in Sekundenbruchteilen über Gefahrensituationen entlang der Route informieren und davor warnen kann, selbst wenn diese Gefahren für den Fahrer noch nicht sichtbar sind.“
Paule meint
Werd mal konkret, statt Pressetexte nachzuplappern.
brainDotExe meint
Konkret: Wenn nach einer nicht einsehbaren Kurve ein Unfall stattgefunden hat, kann ich als Fahrer sehr schnell darüber informiert werden und dementsprechend vorsichtig fahren.
Paule meint
Das solltest du auch ohne solches Gebimmel können und tun. Vielleicht machst du einfach noch mal den Führerschein. Wenn du in einer unübersichtlichen Kurve auf ein Hindernis prallst warst du einfach zu schnell in der Lappen gehört eingezogen.
Bekommt man ja Angst, wenn ein ID3 hinter einem fährt. Wenn da hums.bug können sitzt, könnte es kritisch werden.
brainDotExe meint
Dann lass deine Fantasie mal ein bisschen spielen, wenn du durch ein solches System wüsstest, dass kein Unfall in der Kurve stattgefunden hat, kannst du schneller durch die Kurve fahren.
Tinto meint
V2X hat mich schon vor Jahren im Golf 8 überzeugt, da war ich noch häufiger auf den Autobahnen unterwegs und wurde zuverlässig gewarnt vor zb. liegengebliebenen Fahrzeugen auf der linken Spur und auch mal vor einem Geisterfahrer. Und das ist nur ein Aspekt. Ich weiss, Tesla bietet das alles nicht, deshalb die negativen Reaktionen. Schön :-)
Future meint
Ja schon, aber der Verkehrsfunk vom SWR1 berichtet zwar verlässlich von der Kuh auf der Autobahn, sobald einer beim Radio angerufen hat. Aber das ist halt eher die langsame Kommunikation. Und den Radfahrer im toten Winkel beim Abbiegen meldet auch kein Verkehrsfunk. Da geht also noch was mit der Technologie. Sagt auch die Dekra oben.
Holger meint
Warum sollte man das ausklammern?
Dahin geht die Reise und insofern ist der Einwand auch völlig berechtigt.
brainDotExe meint
Wenn man das nicht nutzen wird, kann man es ausklammern.
s. wong meint
Es würde auch möglich sein….eine virtuelle Deichsel für Windschatten in Kolonnen umzusetzen. Vorn ein eFlixbus in den Wind und dahinter tummeln sich die EV und freuen sich mit Wltp von 1000km.
Gerade Tesla model S waren bekannt hinterm LKW strecke zu machen. Oft auch mit zuwenig abstand.
LKW sind doch heute schon besser vernetzt und warnen den Hintermann, oder?
Jörg2 meint
brain
Warum sollte ich in meiner Argumentation die Basis dieser Argumentation ausklammern?
Wo ist da der Sinn?
Ansonsten gilt die StVO. Abgeleitet: Jederzeit sicheres Anhalten im Sichtbereich des Fahrweges.
BTW: Welches Autonomielevel hat ein Fahrzeug, welches solche Vernetzung mit vom ihm nicht beeinflussbaren, steuerbaren, beherrschbaren…. Extern-Systemen braucht?
brainDotExe meint
Weil es im Artikel nicht ausschließlich um autonomes fahren geht.
Ansonsten, Jederzeit sicheres Anhalten im Sichtbereich des Fahrweges ist nicht mehr notwendig, wenn durch V2X das auch den nicht sichtbaren Fahrweg erweitert werden kann.