Das Forschungsprojekt ReDriveS („Automatisierte und digitalisierte Kreislaufwirtschaftslösungen für elektrische Achsantriebssysteme“) ist in die Umsetzungsphase gestartet. Das Vorhaben zielt darauf ab, ökonomisch tragfähige und ökologisch vorteilhafte Kreislaufwirtschaftslösungen für elektrische Achsantriebe zu entwickeln.
„Durch automatisierte Demontageprozesse, innovative Recyclingverfahren für Seltene-Erden-Magnete und den Einsatz digitaler Zwillinge werden branchenübergreifende Grundlagen für eine nachhaltige Elektromobilität geschaffen“, heißt es.
Bestehend aus 25 geförderten Partnern aus Industrie, Mittelstand und Wissenschaft, ergänzt durch Partner aus Forschung und Wirtschaft, ist ReDriveS eines der nationalen Leuchtturmprojekte im BMWE-Fachprogramm „DNS der zukunftsfähigen Mobilität – Digital, Nachhaltig, Systemfähig“. ReDriveS hat ein Projektvolumen von mehr als 25 Millionen Euro bei über 16 Millionen Euro Gesamtförderung.
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Systemfähigkeit
ReDriveS soll drei zentrale Leitthemen der Mobilitätswende adressieren: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Systemfähigkeit. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung automatisierter, robotergeführter Demontagesysteme für elektrische Achsantriebe, Recyclingprozesse für Seltene-Erden-Magnete (NdFeB) und andere strategische Materialien sowie der Aufbau eines digitalen Ökosystems mit digitalen Zwillingen für herstellerübergreifende Datennutzung.
Das Projekt trage maßgeblich zur Resilienz der Wertschöpfungskette in der Elektromobilität bei und leiste einen wichtigen Beitrag dazu, künftige Recyclingquoten zu erfüllen und den CO₂-Footprint von Elektrofahrzeugen in Deutschland und Europa zu reduzieren, so die Initiatoren.
Koordiniert wird das Projekt vom Zulieferer Schaeffler AG. Das Projekt läuft über 36 Monate und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Die Projektträgerschaft übernimmt die TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement GmbH.
Automatisierung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft
Mit seiner Kombination aus Automatisierung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft steht ReDriveS laut den Verantwortlichen exemplarisch für die Transformation der deutschen Automobilindustrie hin zu nachhaltigen, datengetriebenen und ressourceneffizienten Produktionssystemen. Die Ergebnisse des Projekts sollen nach Abschluss in industrielle Anwendungen überführt und als Branchenlösung für Autohersteller, Zulieferer und Recycler nutzbar gemacht werden.
Das Öko-Institut ist in ReDriveS verantwortlich für die ökologische Bewertung aller entwickelten Aufbereitungs- und Recyclingprozesse für elektrische Achsantriebe mittel normgerechter Ökobilanzen. „Die Separierung und das Recycling von Permanentmagneten über die ReDriveS-Prozesse ist essenziell für die Stärkung der Resilienz Deutschlands durch Reduzierung der Rohstoffanhängigkeit von Drittstaaten außerhalb der EU und für einen insgesamt geringeren ökologischen Fußabdruck“, sagt Matthias Buchert, Projektleiter am Öko-Institut.
Beteiligt am Projekt ReDriveS sind unter anderem Schaeffler AG, AVL Software and Functions GmbH, Circu Li-Ion, EKS InTec GmbH, FEV, FFT Produktionssysteme, Fraunhofer IPA, Fraunhofer LBF, Hochschule Pforzheim, LPKF Laser & Electronics SE, Lehrstuhl FAPS der FAU Erlangen-Nürnberg, msg for automotive, Öko-Institut, Robert Bosch GmbH, The Battery Lifecycle Company GmbH (BLC), TU Bergakademie Freiberg, TU Clausthal – IEVB, TU Clausthal – IGMR, Volkswagen AG.

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