Die Politik sollte das Ideal der Technologieoffenheit aufgeben, Das sagt Wolf-Peter Schill, Forschungsbereichsleiter Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung mit Sitz in Berlin (DIW Berlin).
Das Ziel der vorigen Ampel-Koalition von 15 Millionen Elektroautos im Jahr 2030 auf Deutschlands Straßen scheine nicht mehr zu schaffen, erklärt Schill. „Pro Jahr werden ungefähr drei Millionen neue Pkw zugelassen. Selbst wenn wir von jetzt an nur noch Batterieautos zulassen würden, könnte das Ziel kaum mehr erreicht werden.“
Das künftige Wachstum der Elektroauto-Flotte hänge von vielen Faktoren ab. Gerade sei eine neue staatliche Kaufprämie für private Fahrzeugkäufer beschlossen worden und es gebe umfangreiche steuerliche Anreize, insbesondere für den Bereich der gewerblich zugelassenen Fahrzeuge. Im Nutzfahrzeugbereich spielten Instrumente wie die Treibhausgasquote oder die Lkw-Maut eine sehr große Rolle.
„Aber ich denke, insgesamt ist das Wichtigste, dass die Politik Klarheit schafft, wo die Reise hingeht, und das Ideal der Technologieoffenheit aufgibt“, so Schill. „Wir sollten jetzt deutlich sagen, die Zukunft ist batterieelektrisch und die Weichen ganz klar auf diese Technologie stellen.“
Das Jahr 2035 als endgültiges Jahr für den Ausstieg aus der Neuzulassung von Verbrennern halte er „für sehr gut gewählt“. Es sei „absolut sinnvoll, schon heute zu sagen, bis zum Jahr 2035 beenden wir die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren“. Das jetzt aufzuweichen, halte er für keine gute Idee.

J.E.Wagner meint
Jegliche Subventionen sind Gift und ungerecht.Es wird Geld von Betrieben die mit Erfolg wirtschaften genommen um anderen (auch Konkurrenten) das eigene Wagnis zu vermindern. Es würde ausreichen den Strompreis für E zu senken in dem Umfang daß der Umstieg ohne den Staat, ohne Bevormundung,ohne Bürokratie ohne Knechtung der Industrie in ordentlichen Bahnen verläuft.
R2D2 meint
Irgendwo bei 800 KM WLTP oder min. 250 kW Ladeleistung bis 70% wird auch der härteste Diesel Fan schwach werden. Wenn sich dann noch rumspricht, das man so pie mal Daumen für 20 kWh zu 30 Cents je 100 KM fahren kann….
Wenn dann immer noch paar Verbrenner kaufen ist das eben so, sollte nicht weiter schlimm sein.
Die Verbrenner kosten nix mehr, die Technik und Fabriken stehen, nur laufende Kosten.
BEV kann man hochskalieren, so wie es die Kunden möchten…. eigentlich nix worüber man sprechen müssten, nennt sich Marktwirtschaft.
Nabilio meint
Die Autos werden immer besser und haben von Jahr zu Jahr immer mehr Reichweite.
Es steht und fällt jetzt alles mit dem Thema Ladeinfrastruktur und das in ganz Europa. Wenn ich ein Scheißhaus mit der Debitkarte öffnen kann, ich aber für jeden Säulenbetreiber ein neues Abo für ein geiles Ladeerläääbnis brauche, wird das mit dem Durchbruch der Elektromobilität nichts werden.
Hier ist der Gesetzgeber gefordert, diesen ganzen Abokram für alltägliche Dinge (Tanken, Lebensmittel, Grundbedarf), der über eine Bonusrückvergütung oder ein Treueprogramm hinaus geht, konsequent zu unterbinden.
Jörg2 meint
Wieso ist Technologieoffenheit ein Ideal?
Welche Antriebstechnologien sind denn verboten?
Oder geht es beim Thema eher um das Geld der Bürger? Also um Fördermittelgleichbehandlung. Egal ob das Ergebnis gesamtgesellschaftlich erwünscht ist.
M. meint
Zu Beginn ist Offenheit schon ein Ideal – sonst übersieht man vielleicht etwas.
Das war beim Übergang von Pferd zu Auto auch schon so*.
Nur muss man irgendwann einsehen, dass man Pferde nicht beliebig schnell züchten kann. Auch wenn Politiker meinen, Forscher sollten da nochmal ran.
Den Punkt muss man erkennen. Und dann demnach handeln, aber das ist keine Absage an Technologieoffenheit an sich.
*Digitalkameras, Photovoltaik,…
Jörg2 meint
Ich kann nicht erkennen, dann in den Entwicklungsprozessen der Staat irgendwo verbietend (also „Offenheit“ beschränkend) eingegriffen hätte.
M. meint
Habe ich auch nicht behauptet.
Du fragst, wo Offenheit ein Ideal wäre – und bis man zur Erkenntnis gelangt ist, was die – nach gewissen Kriterien – beste Lösung ist, ist Offenheit sicher empfehlenswert. Aber irgendwann halt nicht mehr – jedenfalls für den Moment. Und das ist es, was gewisse Politiker gerade nicht begreifen.
Und vielleicht kommt ja noch etwas, das besser ist als BEV. Beamen vielleicht, oder fliegende Besen, was weiß ich. Da müsste man dann wieder offen sein und sich das ansehen.
Jörg2 meint
M
Ja.
Von Beamen würde ich aber abraten.
Schwiegermütter stehen sonst unvermittelt 02:24Uhr am Ehebett von Sohn und Schwiegertochter, halten eine Kerze und erzählen irgendwas von Bienchen und bereits gekauften Stampler….
Gunnar meint
Richtig so. Wir brauchen jetzt Technologiefokussiert anstatt Technologieoffenheit. Wer was anderes erzählt, ist entweder naiv und ahnungslos oder erzählt absichtlich Mist, weil er durch fossile und/oder konservative Kräfte eingespannt ist und nicht frei agieren kann.
ap500 meint
@Gunnar ?? Die Ölindustrie wird weiter viel Sprit verkaufen wollen. Dazu wird Öl aus den nordischen Ländern einkauft. Die mächtige Ölindustrie wird wohl kaum auf ihre Gewinne verzichten.
Es gibt nach wie vor: Die Industrie legt fest was der Bürger kaufen kann.
M. meint
Dir scheint’s ja so zu gefallen.
Fred Feuerstein meint
Dir auch.
M. meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
Gunnar meint
„Die Industrie legt fest was der Bürger kaufen kann.“
Bist du so unmündig, dass du nicht selber entscheiden kannst, was du kaufen möchtest und es in die Hände der Industrie legst?
Zum Kaufen und Verkaufen gehören immer zwei Seiten. Wenn die Ölindustrie weiter verkaufen will, es aber hoffentlich irgendwann keine Abnehmer mehr gibt, dann kann sich die Ölindustrie auf die Hinterbeine stellen und machen was sie will. Es ändert nur nichts.
Powerwall Thorsten meint
Genau richtig – irgendwann mußten auch viele Pferdezüchter gehen und Scheuenbauer haben entweder Garagen gebaut oder sind eben auch gegangen.
Aber hey, solange noch Fördergelder für Wasserstoff Fahrzeuge angreifbar sind – wir haben ja Geld wie Heu – um den Bogen zurück zum Pferd zu spannen.
Karl Meyruth meint
Richtig so.
Planwirtschaft war schon immer top!
Ossisailor meint
Es geht hier nicht um Planwirtschaft, sondern um die Gestaltung von Rahmenbedingungen durch die Politik. Das ist nämlich auch deren Aufgabe, um gewollte gesellschaftliche und übergeordnete Ziele (Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke) zu erreichen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen können sich die Akteure ja frei bewegen.
Mäx meint
Egal, Hauptsache mal wieder Polemik untergebracht.
Futureman meint
Einfach im ersten Schritt alle Förderungen im Bereich Wasserstoff für PKW einstellen. Die eingesparten Millionen würden zwar dem Hersteller vom Titelbild kräftig wehtun, sorgen aber für eine Entlastung des Haushaltes.
Ben meint
Und im 2. Schritt die 8Mrd./Jahr Dieselsubvention abschaffen.
Gunnar meint
Noch weiter gehen: alle Förderungen für die Fossilindustrie einstellen. Da werden nicht nur Millionen, sondern Milliarden frei.
Andi EE meint
Das Problem sind die OEMs, wenn die nicht aus den roten Zahlen bei den BEVs kommen, dann wird sich nie was ändern. Wenn du die Förderung der Fossilen reduzieren würdest, müssten die OEMs noch mehr Technologieoffenheit machen, da ja dann beim Verbrenner auch noch die Gewinne schrumpfen. Die finanzielle Bredouille wäre noch grösser.
eBikerin meint
Lieber Andi, ich weiss ich habe dir dass schon ganz oft gesagt aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: bitte informiere die was OEM bedeutet!
Powerwall Thorsten meint
@Marrry
Im Gegensatz zu Dir – alle Anderen verstehen ihn wohl;
OEM = Original Equipment Manufacturer
In der Autoindustrie: Der Hersteller des Fahrzeugs (z. B. VW, BMW, Mercedes, Toyota).
Karl Meyruth meint
Trilliarden!