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Stellantis muss 22 Milliarden Euro auf Elektro-Geschäft abschreiben

09.02.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 22 Kommentare

Jeep-Cherokee-4xe

Bild: Stellantis

Der europäische Automobilkonzern Stellantis hat im zurückliegenden Jahr wegen kostspieliger Umbauten bei der Elektro-Stratege große Verluste verbucht und will keine Dividende zahlen. Zu dem Unternehmen gehören bekannte Marken wie Citroën, Fiat, Opel, Peugeot und Chrysler.

Die Kosten für die strategischen Änderungen gehen mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro einher, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktien des französisch-italienischen Autobauers waren kurz nach der Bekanntgabe um ein Viertel eingebrochen – der größte Tagesverlust in der Geschichte des Unternehmens.

Der Konzern reagiert mit einer gebremsten Elektrifizierung auf die von US-Präsident Donald Trump gestrichene Elektroauto-Förderung und geänderte Abgasrichtlinien. Knapp 15 Milliarden Euro von den 22 Milliarden Euro gehen auf die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt zurück.

Die Abschreibungen seien auch eine Folge davon, dass der Konzern das Tempo für den Übergang von Benzin- und Diesel- zu Elektroantrieben überschätzt habe, erklärte Vorstandschef Antonio Filosa. Man sei von vielen Bedürfnissen und Wünschen vieler Autokäufer in der realen Welt entfernt gewesen.

Ursprünglich wollte Stellantis bis 2030 in Europa keine Verbrenner mehr herstellen. In den USA sollte die Hälfte der Fahrzeuge mit Elektroantrieb verkauft werden. In Zukunft sollen laut Filosa die Kunden aber wieder die Wahl haben zwischen Verbrenner-, Hybrid- oder Elektro-Modellen. Man passe die Produktpalette an die Nachfrage an.

Als Teil der Neuausrichtung verkauft Stellantis etwa seine Beteiligung an einem Batteriewerk in Kanada – für den symbolischen Preis von ⁠100 Dollar. Auch hat das Batterie-Joint-Venture ACC (Automotive Cells Company) mit TotalEnergies und Mercedes-Benz wegen der schwächelnden E-Auto-Nachfrage die Pläne für den Bau von Großfabriken in Deutschland und Italien aufgegeben.

Ursprünglich waren drei Fabriken geplant. Während das erste ACC-Werk in Frankreich bereits produziert, hatte das Konsortium die Erweiterungspläne für Deutschland und Italien angesichts der Marktlage bereits 2025 auf Eis gelegt.

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Via: Handelsblatt & Spiegel.de
Tags: Geschäftsergebnis, KostenUnternehmen: Stellantis
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jeff Healey meint

    09.02.2026 um 13:24

    „Knapp 15 Milliarden Euro von den 22 Milliarden Euro gehen auf die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt zurück.“

    Wie man in Trump-Land „All in“ gehen kann, und sehenden Auges gleich 15 Milliarden Dollar in absehbar obsolete E-Auto Werke versenken kann, das wird mir vermutlich für immer ein Rätsel bleiben.
    Konnte niemand niemals nicht Never ever sehen kommen…😂
    Echt ein Spitzen-Management, da….🫣

    Antworten
  2. hu.ms meint

    09.02.2026 um 12:27

    „Das tempo für den übergang zu BEV überschätzt“
    Das ist der entscheidende punkt ! – auch z.b. bei der VW-group.
    Die leute kaufen viel weniger BEV statt stinker als von den herstellern geplant !
    Deshalb viel grösserer gemeinkostenanteil und geringere marge pro BEV bei allen herstellern.

    Antworten
    • Mäx meint

      09.02.2026 um 16:30

      Hätte ja keiner ahnen können, wenn man jahrelang erzählt was BEV alles nicht können und so weiter.
      Jetzt muss man den negativen mind share erstmal überwinden.

      Antworten
    • Mary Schmitt meint

      09.02.2026 um 18:30

      Vorsicht, morgen wirst du wieder mit dem Argument stänkern, dass Lieferfristen Managementversagen sind, weil ja klar war, dass sich dieses Elektroauto riesig verkauft.

      Antworten
  3. F. K. Fast meint

    09.02.2026 um 11:20

    Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, die Kunden mit Laderproblemen besser zu behandeln, oder Softwareupdates zur Verfügung zu stellen, um z.B. massiven Mehrverbrauch im Winter einzudämmen, Ladelimits oder Routenplanung nachzureichen.

    Antworten
  4. Ossisailor meint

    09.02.2026 um 11:17

    Stellantis ist mit seinen BEV in Europa in diesem Jahr aber sehr gut gestartet und liegt tagesaktuell hinter dem VW-Konzern auf Platz 2 mit einer guten Steigerung des Marktanteils. Dass sie in den USA ein Problem haben, liegt auf der Hand. Das ist ganz ähnlich wie bei den ewigen Rivalen GM und Ford. Trump sei Dank.

    Antworten
    • Andi EE meint

      09.02.2026 um 12:05

      „Stellantis ist mit seinen BEV in Europa in diesem Jahr aber sehr gut gestartet …“
      So ein Schwachsinn, du weisst also, dass die europäischen Marken hier alle BEVs mit Gewinn verkaufen. 😄 Naiver geht’s nimmer.

      Antworten
      • M. meint

        09.02.2026 um 12:16

        Ich kenne da eine nicht-europäische Marke, da wird die Marge von Monat zu Monat kleiner… aber ich verrate nicht, wen ich meine.
        Ist eine Überraschung für den Jahresabschluss 2026.

        Antworten
        • Andi EE meint

          09.02.2026 um 13:47

          Wir wissen es, dein Horizont reicht knapp übers Lenkrad hinaus. 🎉 Musst es nicht jedes Mal bestätigen. 😉

      • Jeff Healey meint

        09.02.2026 um 12:37

        Fair bleiben,
        er hat vom Marktanteil geschrieben, nicht von der Marge.

        Antworten
        • Lataffa meint

          09.02.2026 um 13:20

          Bald ist deren Marge geringer als der Marktanteil. Also von der Marke die M. meint :-)

        • Andi EE meint

          09.02.2026 um 13:51

          Wenn du 22 Milliarden Miese machst, was interessiert da der Marktanteil, sorry. Stückzahlen und Marktanteile sind viel weniger wichtig, als gesunde Finanzen. Eure Stückzahlen-Manie ist absurd.

        • Jeff Healey meint

          09.02.2026 um 14:54

          Nochmals, Ossisailor‘s Aussage über den gestiegenen Absatz der Stellantis E-Fahrzeuge ist ein Fakt.
          An keiner Stelle hat Er Gewinn, Marge oder Ähnliches erwähnt, und die Reaktion von Andi EE darauf war daher nicht nachvollziehbar.

        • Andi EE meint

          09.02.2026 um 15:02

          Das spielt doch keine Rolle was er meint … „gut laufen“, wenn du mit jedem Fahrzeug 9100€ Verlust schreibst. Es funktioniert nicht. Mit Verlust kann jeder höhere Stückzahlen verkaufen/verschenken. Es ist ein Fake-Absatz, wenn man derart viel pro Fahrzeug, Miese schiebt.

          Das M.Pünktchen ist die gleiche Leuchte bezüglich Ökonomie. Diese Firmen machen nur Autos und schreiben solche Verluste. Da besteht null Aussicht mit z.B. autonomen Fahren (KI-Infrastruktur) oder einer Diversifizierung in stationäre Batterien, wo die Marge besser werden könnte und man dort für die Zukunft investiert und Gewinn geopfert hätte. Nein, es ist nichts da.

        • Mary Schmitt meint

          09.02.2026 um 18:52

          Man muss in Europa aufholen. Nur hat man auch dort nicht rechtzeitig die Kapazitäten geschaffen. Die 22 Milliarden sind für die Vergangenheit.

  5. David meint

    09.02.2026 um 11:07

    Das war ja klar, es gab entsprechende Indikatoren schon vor drei Monaten. Am Ende ist es eine Welt, die sich in Blöcke aufteilt und wo die Elektromobilität in vielen Teilen nicht die Dynamik entwickelt, wie man sie angenommen hat. Das Thema haben alle Hersteller, aber eben auch Stellantis und Renault. Viel weniger hat das Thema VW, weil man dort zwar vielleicht etwas zu früh auf Elektro umgestiegen ist, Aber durch die Plattformstrategie, den hohen Marktanteil in Kernmärkten sowie den Verkauf der Plattform an Konkurrenten, steht man deutlich besser da. VW kann eben Produktion. Die MEB mag nicht besonders fancy sein, aber sie ist gnadenlos günstig und Du bekommst eine Karosserie nach Wahl. So viele Varianten gibt es. Damit macht VW alle platt.

    Antworten
    • Ben meint

      09.02.2026 um 11:57

      So gnadenlos günstig das auch dieses Jahr 30% eingespart werden muss, die kosten pro Fahrzeug nochmals von 4000 auf 3500€ gedrückt werden müssen, so günstig das die Produktion des ID.4 in Chattanooga pausiert wird und der MEB ist so toll das die neuen VW BEV in China auf der Plattform von XPeng gebaut werden…oder was genau meinst du FUDavid ?

      Antworten
  6. Andi EE meint

    09.02.2026 um 10:30

    Tja, die unbequeme Wahrheit. Alle haben Elektromodelle ohne Ende, aber kein einziges rechnet sich. Minus 22 Mrd. € ist ein Hammer, unfassbar wie die wirtschaften.

    „Knapp 15 Milliarden Euro von den 22 Milliarden Euro gehen auf die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt zurück.“
    Wer’s glaubt wird selig. Die noch nicht gebauten Batteriefabriken können es ja nicht sein. Die BEVs sind einfach viel zu teuer und trotzdem legt man so massiv drauf. Viel zu viele Modelle, das ist das Hauptproblem. Wenige Modelle und die möglichst groß zu skalieren, das würde doch ein Kindergärtner begreifen, dass man so vorgehen muss.

    Die neue Führung schiebt jetzt möglichst viel Verlust zur Abgetretenen (Tavares), wie das so üblich ist, damit man im nächsten Jahr glänzen kann. Mal schauen wie der Rest der OEMs abschneidet. Wäre doch super, wenn die auch so tauchen würden, dann ginge es mit der Elektromobilität voran. Wenn man die Zahlen von Stellantis anschaut, passiert das was zu erwarten war … sie sind ökonomisch gezwungen wieder auf den Verbrenner zu setzen. Da könnte der grünste CEO vorstehen, das würde nichts bewirken.

    Antworten
  7. Futureman meint

    09.02.2026 um 10:28

    Zum Glück hat Stellantis Leapmotor mit unter ihr Dach geholt. Denn der Elektroautohersteller aus China hat mit die höchsten Wachstumsraten aller Hersteller weltweit. Und das liegt wohl eher daran, das sie hauptsächlich E-Autos bauen und diese weltweit gefragt sind.
    Es liegt also wohl eher an den falschen Produkten und nicht an schwächelnder Nachfrage.

    Antworten
    • ap500 meint

      09.02.2026 um 10:43

      Die Eautos sind einfach extrem überteuert und können so nicht verkauft werden.

      Antworten
      • Stromspender meint

        09.02.2026 um 11:53

        Ach was.
        1. Diese Aussage ist so pauschal nicht richtig. Die Leapmotor-Modelle T03, B10 und C10 mögen vielleicht nicht jeden Petromaskulinen überzeugen, „extrem überteuert“ sind sie aber nicht.
        2. Langweilig, weil überholt.

        Antworten
    • Ossisailor meint

      09.02.2026 um 11:12

      Leapmotor ist noch nicht wirklich unter dem Dach von Stellantis, denn die haben nur 25 % der Anteile. Das reicht normalerweise nur für eine Sperrminorität. Aber klar: das war eine gute Beteiligung, denn die laufen inzwischen auch in Europa ziemlich gut, vor allen in Südeuropa.

      Antworten

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