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„Pleos Connect“: Hyundai führt Infotainment-System der nächsten Generation ein

01.05.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

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Bild: Hyundai

Die Hyundai Motor Group (Hyundai, Kia, Genesis) hat mit „Pleos Connect“ ein Infotainmentsystem der nächsten Generation vorgestellt. Das System soll das Mobilitätserlebnis der Kunden grundlegend verändern und gilt in dem Konzern als erster wichtiger Schritt beim Wandel zu einem „softwareorientierten Mobilitätsführer“.

Pleos Connect basiert laut den Südkoreanern auf den drei Entwicklungsprinzipien Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Offenheit. Die Plattform verbindet eine für mobile Endgeräte optimierte Nutzerumgebung mit künstlicher Intelligenz (KI) und wird per Over-the-Air-Updates fortlaufend um neue Funktionen und Leistungsverbesserungen ergänzt.

Die Einführung beginnt im Mai in Korea im neuen Hyundai Grandeur. Danach ist eine schrittweise weltweite Markteinführung vorgesehen. In Europa wird das neue kompakte Hyundai-Elektroauto Ioniq 3 als erstes Fahrzeug mit Pleos Connect ausgestattet sein. Bis 2030 sollen rund 20 Millionen Fahrzeuge der Marken Hyundai, Kia und Genesis mit dem System ausgerüstet werden.

„Pleos Connect ist ein Infotainment-System der nächsten Generation, das Kunden ein gehobenes Mobilitätserlebnis bietet, indem es eine mobilfreundliche Plattform mit fortschrittlicher KI-Technologie kombiniert. Mit der neuen Gleo-KI und einem offenen App-Markt werden Nutzer das grenzenlose Potenzial der Mobilität der Zukunft erleben“, so Jongwon Lee von der Hyundai Motor Group.

Pleos Connect ist die Serienversion eines Forschungs- und Entwicklungskonzepts, das 2025 erstmals auf der Entwicklerkonferenz Pleos 25 vorgestellt wurde. Das Cockpit ist auf intuitive Bedienbarkeit ausgelegt und kombiniert Touch-Bedienung mit physischen Bedienelementen. Die Benutzererfahrung wurde den Entwicklern zufolge auf Grundlage umfangreicher Untersuchungen zum Fahrerverhalten in UX-Studios in Seoul, Irvine, Frankfurt und Shanghai entwickelt. Ziel war eine an Smartphones orientierte Bedienlogik, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und die Ablenkung des Fahrers zu minimieren.

Zwei Hauptdisplays

Das Pleos-Connect-Cockpit verfügt über zwei Hauptdisplays. Der große zentrale Bildschirm ist in drei Bereiche gegliedert: einen Fahrinformationsbildschirm mit Angaben wie Geschwindigkeit, Warnmeldungen sowie 3D-Grafiken von Objekten und Personen in der Umgebung, einen App-Bildschirm für Navigation, Medien und Drittanbieter-Anwendungen sowie eine untere Leiste für den schnellen Zugriff auf zuletzt verwendete oder angeheftete Apps. Der App-Bildschirm kann zwischen Einzelbildschirm-Modus und geteiltem Bildschirm wechseln. Ergänzt wird dies durch ein schlankes Display, das für den Fahrer so positioniert ist, dass wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, Medien und detaillierte Wegbeschreibungen direkt im Blickfeld liegen.

Sicherheit und Komfort sollen durch physische Tasten am Lenkrad und unterhalb des großen zentralen Bildschirms erhöht werden. Sie ermöglichen den schnellen Zugriff auf wichtige Bedienelemente, ohne den Touchscreen zu nutzen. Zusätzlich erlaubt eine Drei-Finger-Geste, App-Fenster neu zu positionieren oder nicht benötigte Anwendungen sofort zu schließen.

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Auch das Navigationssystem wurde nach Angaben von Hyundai deutlich weiterentwickelt. Durch die Analyse von Big Data bestehender Navigationsnutzer wurden Layout und Menüs um häufig genutzte Funktionen herum neu organisiert. Komplexe Grafiken wurden zugunsten einfacher Symbole reduziert. Zugleich wurde die Oberfläche modular gestaltet, sodass Fahrer das Layout frei konfigurieren und Navigation sowie eine weitere App parallel auf dem großen Display nutzen können. Wichtige Informationen wie vollständige Route und voraussichtliche Ankunftszeit erscheinen in schwebenden Karten.

Für die Routenführung nutzt das System Echtzeit-Verkehrsdaten, die von Fahrzeugen erfasst werden. Hinzu kommt eine Live-Online-Karte, die Straßeninformationen fortlaufend aktualisiert und zur optimalen Route führen soll. „Navigation bietet ein besseres Mobilitätserlebnis, wenn die Komplexität reduziert wird. Geleitet von dieser Philosophie wurde das Pleos Connect-Navigationssystem neu gestaltet, damit es für jeden einfach und intuitiv zu bedienen ist“, sagt Manager Hanna Yun.

KI-Sprachassistent „Gleo AI“

Im Zentrum von Pleos Connect steht Gleo AI, ein KI-Sprachassistent auf Basis eines Large Language Model (LLM). Das System konzentriert sich zunächst auf Fahrzeugsteuerung und Komfortfunktionen und soll nach der ersten Integration in Serienmodelle kontinuierlich weiterentwickelt werden. Geplant ist außerdem die Verknüpfung mit verschiedenen Anwendungsdiensten, damit App-Funktionen per Sprachbefehl genutzt werden können. Darüber hinaus will die Gruppe Technologien beschleunigt entwickeln, damit Gleo AI personalisierte Dienste anbieten kann, die auf individuelle Eigenschaften des Fahrers zugeschnitten sind.

Gleo AI nutzt Gesprächs- und Fahrkontext, um auch abstrakte Befehle zu interpretieren, kann mehrere Aufgaben in einer Anfrage ausführen und per Websuche auf Fragen zu Nachrichten, Wetter und Sport antworten. Nutzer können mit natürlicher Sprache unter anderem Navigation und Klimaregelung steuern sowie Informationen aus dem Fahrzeughandbuch abrufen. Das System erkennt zudem die Position des Sprechers im Fahrzeuginneren und kann Unterhaltungen in einer eigenen Anwendung als Text anzeigen.

App-Markt für Dienste von Drittanbietern

Ergänzt wird Pleos Connect durch einen offenen App-Markt für Dienste von Drittanbietern, darunter zum Start Partner wie Naver für Karten und Autodienste. Dienste wie YouTube oder Spotify sind direkt verfügbar, weitere Angebote aus Gaming, Unterhaltung und Fahrzeugmanagement sind geplant. Über die Entwicklerplattform Pleos Playground werden dafür APIs und Tools bereitgestellt.

Zugleich beschreibt Hyundai Pleos Connect als ersten konkreten Schritt in Richtung SDV-Architektur (Software-defined Vehicle = softwaredefiniertes Fahrzeug. Langfristig soll die Entwicklung über SDVs hinaus in Richtung Artificial-Intelligence–Defined Vehicles (künstliche-Intelligenz-definiertes Fahrzeug) führen.

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Via: Hyundai
Tags: App, Hyundai Ioniq 3, SoftwareUnternehmen: Genesis, Hyundai, Kia
Antrieb: Elektroauto, Wasserstofffahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. FrankyAC meint

    04.05.2026 um 08:51

    „Das Cockpit ist auf intuitive Bedienbarkeit ausgelegt“

    Ja klar, und die Fahrerauswertung zeigte, dass sie „3-Finger-Gesten“ und KI wollen…

    Orientiert euch lieber mal am „Joe-Mode“ und nutzt weniger aufdringliche/nervige Töne, macht sie leiser und reduziert generell die Warnungen drastisch. Denn das nervige Gebimmel eurer Karren ist der Grund, warum sie für mich aktuell nicht in Frage kommen. 2 Jahre Kia waren genug.

    Antworten
  2. M. meint

    01.05.2026 um 21:49

    Das Display in Blickrichtung ist von Tesla kopiert, sowas hat schließlich nur Tesla.
    Auch das Zentraldisplay gab es vor Tesla nicht. DOCH, GANZ BESTIMMT.
    Ich gebe zu: es dauert, bis man das selbst glaubt. Aber nach ein paar Runden Meditation und etwas von dem guten Zeug, das auch der Prophet nimmt, geht das schon.

    Antworten
    • Future meint

      03.05.2026 um 22:43

      Der Mini hatte den Tacho schon vor 50 Jahren in der Mitte. Beim Mini war das immer cool. Der Twingo von Renault (1. und 2. Generation) hatte das Kombiinstrument ebenfalls zentral in der Mitte. Das fanden auch alle schick. Ich verstehe nicht, warum heute noch über sowas diskutiert wird. Es ist doch egal, wo der Tacho ist.

      Antworten
      • M. meint

        04.05.2026 um 13:56

        Vor 50 Jahren… und nochmals 50 Jahre davor hatten Autos Kutschenräder.
        Der bisherige Mini hatte ein Fahrerdisplay, und das neue runde Display sieht zwar „cool“ aus, hat aber ansonsten keine Vorteile. Das ist Lifestyle, nicht Funktion.
        Der erste Twingo war ein Billigfahrzeug, wo man diesen Kompromiss eben eingegangen ist. Bei den meisten Fahrzeugen tut man das nicht.
        Wenn es dir egal ist, wo der Tacho ist, warum dann nicht gleich ins Handschuhfach damit?

        Antworten
        • Future meint

          05.05.2026 um 21:33

          Man könnte den Tacho auch ganz weglassen und einfach das Auto mit Google Brille ausliefern, die das dann alles anzeigt.
          Zum Glück braucht es beim autonomen Fahren gar keinen Tacho mehr. Oder hat Waymo sowas noch in seinen Autos?

  3. Die Wahrheit meint

    01.05.2026 um 14:23

    Alke waren gegen einen Zentralbildschirm und wollten an altem Knöpfendesign festhalten. Jetzt wollen alle das TESLA System kopieren und haben Erfolg damit.

    Die Einsicht für das Bessere hat eingesetzt und setzt sich durch.

    Antworten
    • HoBi meint

      01.05.2026 um 15:16

      Ach so, die Schalter oder Taster, die auf dem Lenkrad, unter dem Display, in der Türe,… sind, sind also gar nicht separat, sondern gehören zum Display. Danke für den Kommentar. Das hätte ich sonst nicht erkannt. ;-)

      Antworten
      • w_ing meint

        03.05.2026 um 15:29

        … jaja – wer schon sein Pseudonym so wählt, möchte zumindest ein einer einzigen Stelle zu seinem Kommentar irgendwie auf „Wahrheit“ hinweisen können ;-)

        Es ist ja nun ausdrücklich in 2025 und 2026 klar geworden, dass die meisten Hersteller eben gut daran tun wieder ein paar übliche Grundfunktionen NICHT PER TOUCH zu bauen.

        „Modern“ ist eben nicht immer besser, „Altbewehrtes“ hat oft gute Gründe – und „software touch“ ist dich (insbesondere auch bei Tesla) vor allem eines: Kostensenkend für die Hersteller.
        Bei Zusatzfunktionen/Spaßthemen schön und flexibel auch für den Kunden/Nutzer – aber GRUNDFUNKTIONEN müssen schnell und ohne Menü und ggf. auch ohne hinschauen zu müssen bedienbar sein.

        .

        Antworten
    • David meint

      01.05.2026 um 17:23

      Das ist auch sooo lästig, dass Tesla Fans immer glauben, Tesla hätte alles erfunden. Selbst das OPD hatte schon die Bahnhofskarren 1953. Einen Bildschirm auf dem Armaturenbrett gab es z.B. bei Audi seit 2002, nannte sich MMI. Mit Touchfunktion ab 2010. Damit waren sie aber nicht die Pioniere. Das nur erwähnt, weil man da viele Bilder von findet.

      Antworten
    • Andreas meint

      02.05.2026 um 08:32

      Was sind das denn für Dinger unter dem Bildschirm? Ach, physische Tasten und Drehknöpfe. Und da auf und hinter dem Lenkrad? Fahrstufen mit Lenkstockhebel, verrückt.

      Antworten
    • Paule meint

      02.05.2026 um 09:38

      Auch bei Tesla haben sich Einstellungen über Drehräder erhalten. Da fallen mir Lautstärke, Displayhelligkeit, Wischerintervall, Lenkradposition, Sitzverstellung, Tempomat, Abstandsregler ein. Bestimmt was vergessen.
      Und das genialste: statt um den Fahrer herum versteut, alles direkt unterm Daumen am Lenkrad. Besser geht kaum. Schön, dass alternative Hersteller dem System schrittweise zögerlich folgen.

      Antworten
      • Mike meint

        04.05.2026 um 12:42

        Ich liebe jede Menge Schalter und Drehregler ! Das war Kaufentscheidend für mein aktuelles Fahrzeug.
        Sprachsteuerung nutze ich bei der Navigation, zum Telefonieren und gelegendlich zum Wechsel des Radiosenders. Alles andere geht per Knopf schneller.

        Antworten
        • Powerwall Thorsten meint

          04.05.2026 um 13:13

          Siehst du und ich fahre oder beschleunige eben lieber schneller – dabei sind mir dann die 2 Scrollräder -multifunktional und programmierbar direkt am Lenkrad auch wirklich lieber.
          Wer zum Autofahren ständig einen Tacho braucht, der sollte vielleicht sowieso lieber den ÖNPV nutzen.

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