Die Demontage und das Recycling von batterieelektrischen Fahrzeugen entwickeln sich vom Nischensektor zu einer wachstumsstarken Industrie. Die Beratung McKinsey & Co. prognostiziert, dass die weltweiten Umsätze entlang der Batterie-Recyclingkette bis 2040 auf rund 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen werden – nach etwa 2,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr.
Treiber dieser optimistischen Erwartungen ist laut Automotive News eine erwartete Welle ausgedienter Batterien nach 2030, wenn viele der in den vergangenen Jahren neu eingeführten Elektrofahrzeuge das Ende ihres Lebenszyklus erreichen.
Autobauer wie BMW, Volkswagen und Renault bauen bereits Recyclingpartnerschaften auf und aus. Gleichzeitig setzen Unternehmen auf Robotik, um die Demontage zu industrialisieren und zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.
Zusätzlichen Schub geben regulatorische Vorgaben. Die EU-Batterieverordnung sieht schrittweise strengere Recyclingziele vor, darunter eine Quote von 70 Prozent für lithiumbasierte Batterien bis 2030. Der European Critical Raw Materials Act verlangt, dass mindestens 25 Prozent der Rohstoffe aus EU-Recycling stammen, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen zu verringern.
Auch China verschärft seine verpflichtenden Rücknahmeregeln für Batterien. Unter anderem durch rechtliche Pflichten für Hersteller, digitale Nachverfolgungssysteme und die Durchsetzung des Recyclings über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
Neben Regulierung treiben auch Rohstoffknappheit und der Bedarf an der Rückgewinnung von Materialien wie Lithium und Kobalt das Wachstum an. Entscheidend ist es laut Experten jedoch, die Kosten zu senken.
„Die Senkung der Kosten für das Batterierecycling wird entscheidend sein, um ein fortgeschrittenes Maß an Kreislaufwirtschaft zu erreichen“, erklärt Pedro Pacheco von der Unternehmensberatung Gartner. „Das wird noch wichtiger werden, da die wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen die Preise für Batterierohstoffe wieder steigen lassen dürfte.“

tacjazo meint
Die Überschrift sollte dringend um einen Konjunktiv ergänzt werden. Nur weil das McKinsey sagt und Richtlinien erstellt werden, heißt das noch nicht, dass dies heute bereits umgesetzt wird. So erweckt die Headline, man sieht Tatsachen, dabei handelt es sich aber nur um eine Trendvorhersage.