Nach Abschluss der mehrmonatigen Bauphase erweitert Volkswagen sein Geschäftsmodell um stationäre Energieinfrastruktur: In Salzgitter hat die Energietochter Elli den ersten Großspeicher an das Stromnetz angeschlossen. Er verfügt über eine Leistung von rund 20 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 40 Megawattstunden (MWh). Damit steigt Elli operativ in den Energiespeicher- und Energiehandelsmarkt ein.
Parallel beginnen Leistungstests für den Handel an der europäischen Strombörse EPEX. Das Projekt ist laut dem Unternehmen ein zentraler Baustein der konzernweiten E-Mobilitätsstrategie – denn der Hochlauf der Elektromobilität erfordere nicht nur Fahrzeuge und Batterien, sondern auch eine stabile, flexible und marktfähige Energieinfrastruktur. Weitere Speicherprojekte seien bereits in Planung. Die Energiewende gelinge nur, wenn erneuerbare Energie dann verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Großspeicher würden Energie bei Überschuss einsammeln und sie in Dunkelphasen wieder abgeben.
„Für uns sind Energiespeicher und Energiehandel ein neues strategisches Geschäftsfeld mit Wachstumschancen. Als Volkswagen Konzern elektrifizieren wir Fahrzeuge und berücksichtigen dabei das gesamte System. Mit der PowerCo stärken wir unsere technologische Souveränität – mit Elli steuern, speichern und handeln wir Energie marktorientiert. Ein technologisches Element auf unserem Weg zum Global Automotive Tech Driver“, sagt Oliver Blume, CEO der Volkswagen AG.
Technologische Basis des Projekts sind Batteriesysteme der konzerneigenen Batterietochter PowerCo. Mit ihrem Geschäftsbereich Energy Storage Solutions (ESS) entwickelt und produziert PowerCo industrielle Großspeicherlösungen auf Grundlage des „Unified Cell Formats“. Unified Cell ist die konzernweite Standardzelle für Elektromobilität und bildet zugleich die Plattform für stationäre Speicheranwendungen. Die PowerCo liefert damit erstmals auch Energiespeicherlösungen für industrielle Anwendungen. Am Standort Salzgitter entsteht so ein geschlossenes Batterie-Ökosystem, von der Zellfertigung über stationäre Speicher bis zur marktbasierten Vermarktung durch Elli.
Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik: „Elektrofahrzeuge und nachhaltiger Strom gehören zusammen. Der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert leistungsfähige Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung – genau hier setzt unser PowerCenter an. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und nutzen zugleich das geballte Batterie- und Energie-Know-how unseres Teams. Mit Elli, PowerCo und Volkswagen Group Components schaffen wir ein ganz neues industrielles Ökosystem. Die Unified Cell ist dabei die weltweite Technologie-Plattform für beide Welten: Mobilität und Energie.“
Elli als aktiver Marktteilnehmer
Das in 13 Speichercontainer integrierte, virtuelle Kraftwerk wird im Multi-Market-Ansatz eingesetzt. Ein Elli-Trading-Team handelt und optimiert die Anlagen 24/7 algorithmisch und mit eigenem Marktzugang, um Erlöse zu maximieren und zugleich Systemdienstleistungen bereitzustellen.
„Mit dem PowerCenter übernehmen wir erstmals die Rolle eines aktiven Speicherbetreibers im europäischen Energiemarkt. Das ist der Auftakt für unser Managed Battery Network: eine Plattform, die Großspeicher, perspektivisch Fahrzeugbatterien und weitere Assets intelligent verknüpft. Aus physischer Speicherkapazität wird digitale Systemintelligenz. So entwickeln wir Elli konsequent vom Ladeanbieter zum Energieunternehmen, das im Auftrag unserer Kunden Flexibilität handelt und bereitstellt.“ erklärt Giovanni Palazzo, CEO von Elli (Volkswagen Group Charging GmbH).
„Energiewende entscheidet sich an der Verfügbarkeit von Leistung“
Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs steigen Anforderungen an Netzstabilität und Flexibilität. „Die Energiewende entscheidet sich an der Verfügbarkeit von Leistung: Erneuerbare Energie muss genau dann nutzbar sein, wenn Industrie, Mittelstand und Verbraucher sie benötigen“, unterstreicht Elli. „Großspeicher übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, denn sie schaffen diese zeitliche Flexibilität. Sie nehmen Strom bei Überschuss auf und stellen ihn in sogenannten Dunkelphasen wieder bereit. Damit stabilisieren sie Netze, unterstützen die Integration erneuerbarer Energien und sichern den Hochlauf der Ladeinfrastruktur ab. Elektromobilität und Energieinfrastruktur gehören damit strategisch zusammen.“
Mit dem operativen Start des PowerCenters erweitere die Volkswagen Group ihre Rolle vom Automobilhersteller zum integrierten Energieakteur, so die Wolfsburger. Die Verbindung von Mobilitäts- und Energiewende sei ein strategisches Kernelement der Transformation des Konzerns.
Der Produktionsstandort Salzgitter steht laut Volkswagen exemplarisch für den integrierten Ansatz: „Hier kommen Zellproduktion, Batteriesystemkompetenz, stationäre Großspeicher und digitale Energieplattformen in einem konzernübergreifenden Gemeinschaftsprojekt von Elli, Volkswagen AG, PowerCo und weiteren beteiligten Einheiten zusammen. Durch das partnerschaftliche Zusammenspiel von Zellfertigung, Energiespeicherlösungen, digitaler Handelsplattform und operativem Marktzugang entstehen Synergien entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette – in einer Integrationstiefe, wie sie in dieser Form nur der Volkswagen Konzern abbilden kann. Das Elli PowerCenter markiert damit den konkreten Übergang vom Ladeanbieter zum integrierten Technologie- und Energieunternehmen.“

hu.ms meint
Das stromgeschäft wird erst noch interssant.
Je mehr erneuerbare, desto dunkelflauten-kritischer !
Für diese fälle (max. 40 tage) sind ja die reserven in form von schnell anlaufenden gaskraftwerken vorgrsehen. Gas-kathi hat deren zahl erst kürzlich von den von Habeck geplanten 28 stück auf 40 stück erhöht.
Wenn deten strom aber nur max. 40 tage p.a. benötigt wird, kommt die kwh auf 50ct. oder noch mehr. ( zum vergleich: WKA 4ct).
Und da werden dann die stromspeicher für wenige stunden überbrückung eine kostenalternative.
Für mehrere kalte bedeckte wintertage natürlich nicht.
M. meint
Heißt „kalt und bedeckt“ auch gleich „europaweite Windflaute“?
Dass nachts die Sonne nicht scheint, haben ja längst alle begriffen. Auch wenn manche immer noch so tun, als hätten sie da was entdeckt.
Ossisailor meint
Frau Reiche wollte die Zahl der Gaskraftwerke auf 40 erhöhen. Darf sie aber lt. EU nicht.
Jörg2 meint
Ich halte das für eine gute, begrüßenswerte Pufferlösung für einen kontinuierlichen Ausstoß eigener Zellfertigung bei volatiler Abnahme durch die Fahrzeugproduktion.
M. meint
Und bei nicht-volatiler Abnahme?
South meint
Yoa, ist doch eine gute Nachricht. Es lohnt sich jetzt halt mit Accus im Stromnetz Geld zu verdienen. Damit wird mehr Anteil an schwankenden EE verwendet und das Netz entlastet… im Grunde das, was wir mit PV und Accu auch schon zuhause machen…
Trotzdem. Es wäre cleverer, dass man für Stromspeicher günstigere und umweltfreundlichere Accutypen wie Natrium-Ionen-Akkus verwenden sollte, bei denen die Energiedichte auch nicht so im Vordergrund steht….
brainDotExe meint
„Trotzdem. Es wäre cleverer, dass man für Stromspeicher günstigere und umweltfreundlichere Accutypen wie Natrium-Ionen-Akkus verwenden sollte, bei denen die Energiedichte auch nicht so im Vordergrund steht“
Und was macht man dann mit dem Ausschuss an Lithium Zellen? Wegwerfen?
Das Ziel der Produktion von VW ist ja nicht die Produktion von Zellen mit möglichst schlechter Energiedichte, sondern anders herum.
Es ist schon nachhaltiger und auch cleverer den Ausschuss der Zellproduktion, unabhängig von der Zellchemie, für stationäre Speicher zu nutzen.
MK meint
@South:
Scheinbar handelt es sich ja hier um die Akkus, die man als allererste Versuchsreihe in den letzten Wochen in der neuen Fabrik in Salzgitter hergestellt hat und die daher niemals eine Zuassung bekommen hätten, in Autos verbaut zu werden. Da ist es doch sinnvoller, die hier zu verwenden, statt neue Akkus direkt wieder zu verschrotten.
South meint
Das steht im Text aber was ganz anderes. „Zellfertigung über stationäre Speicher bis zur marktbasierten Vermarktung durch Elli“.
Natürlich, bevor man was wegschmeisst, also neben dem Ausschuss auch Accus, welche nicht mehr in Autos genutzt werden, also Unfälle und Garantiefälle. Aber einfach den gleichen Accutyp für Alles, also für stationäre Speicher und Autos, das bringt nix.
Ein NMC ist viel zu teuer und zu wenig zyklenfestig für einen Stromspeicher. Also Minimum LFP oder viel besser Natrium-Ionen-Akkus.
brainDotExe meint
„Natürlich, bevor man was wegschmeisst, also neben dem Ausschuss auch Accus, welche nicht mehr in Autos genutzt werden, also Unfälle und Garantiefälle“
Es geht um den Ausschuss, welcher auch bei laufender Produktion durchgehend anfällt.
Was meinst du woher die ganzen günstigen LFP Zellen in China für die Heimspeicher herkommen?
Das sind nicht Unfälle und Garantiefälle, sondern Zellen die einfach nicht die notwendige Qualität für den Einsatz im PKW haben. Z.b. Innenwiderstand zu hoch.
„Aber einfach den gleichen Accutyp für Alles, also für stationäre Speicher und Autos, das bringt nix.
Ein NMC ist viel zu teuer und zu wenig zyklenfestig für einen Stromspeicher. Also Minimum LFP oder viel besser Natrium-Ionen-Akkus.“
Wenn das eigentliche Ziel der Produktion aber NMC Zellen sind, fallen da logischerweise keine LFP oder Natrium Zellen als Ausschuss an.
NMC ist nicht zu teuer, wenn es sich um Ausschuss aus der eigenen Produktion handelt.
Auch die Zyklenfestigkeit spielt dann eine untergeordnete Rolle, vor allem wenn man den Stromspeicher selbst betreibt. Man hat ja Ersatz.
Btw. bis vor ein paar Jahren waren stationäre Heimspeicher fast ausschließlich auf NMC Basis.
MK meint
@South:
Ich finde, BrainDotExe hat es schon sehr gut beschrieben und deswegen nur noch eine Ergänzung zu seiner Aussage:
Bei der „Zyklenfestigkeit“ geht es ja immer nur darum, wann ein gewisser Prozentwert der Ursprungsleistung unterschritten wird. da NMC Akkus aber zumindest aktuell eine höhere Energiedichte haben als LFP Akkus, ist doch die Frage, wann ein NMC Akku wirklich pro Kubikmeter Akkuvolumen weniger Energie speichern kann als ein LFP Akku. Unter Umständen haben Sie pro Kubikmeter umbautem Raum mit einem NMC-Akku, der nur noch 65% der in der Produktion versprochenen Leistung hat und damit unter der Garantieschwelle liegt immer noch ein besseres Ergebnis alls mit einem LFP Akku, der mit 75% Restleistung noch über der üblichen Garantieschwelle liegt.
ALso auf den Punkt gebracht: Relevant ist nicht die Anzahl der Zyklen bis zur Erreichung der 70%-Marke. Entscheidend ist die Anzahl der Zyklen bis zu einer gewissen Speicherkapazität pro Kubikmeter. Und da kann es sein, dass ein NMC-Akku plötzlich gar nicht schlechter da steht als ein LFP-Akku.
Peter meint
NMC wird billiger, wenn man gegenrechnet, dass eine Zelle die produziert wurde und dann für den Zielmarkt nicht geeignet ist, ja trotzdem existiert und der Invest schon erfolgt ist. Jetzt kann man 100% abschreiben und sofort recyceln oder man nutzt die bestehenden Fähigkeiten der Zelle, schreibt nur 50% ab, zieht noch 50% Nutzen aus der fehlerhaften Zelle und recycelt später. Resteverwertung quasi, wie beim Hühnersuppentopf.
South meint
Ohne das jetzt genau zu wissen. Aber das kann nicht sein. Denn es gibt mit PV Speicher als E Autos… das müsste dann schon ein Rekordverdächtiger Ausschuss sein…
Und ich würde mir kein NMC Speicher kaufen und da werde ich nicht der einzige sein. 1000 Zyklen hat man in einem Heimspeicher locker in 4 Jahre durch… völlig ungeeignet für nen Heimspeicher… aber hey, ja, in einer Großanlage integrieren, bevor man ihn wegschmeisst.
Aber im Text steht was von verkaufen. Sowas kann man schwer verkaufen, es liest sich anders… von Aussschuss steht nix im Text… im Gegenteil…
South meint
„mehr Speicher als E Autos“
brainDotExe meint
Natürlich ist das so. Heimspeicher sind viel kleiner als Auto-Akkus, schaue dir mal die Masse an, was aktuell für Autos produziert wird.
Man spricht bei laufender Produktion von 5-10% Ausschuss.
Bei 20 GWh Jahresproduktion sind das 1 GWh, um bei Beispiel Salzgitter zu bleiben.
„Und ich würde mir kein NMC Speicher kaufen und da werde ich nicht der einzige sein.“
Die meisten Privatkunden wissen noch nichtmals was NMC oder LFP ist.
Wie gesagt, bis vor ein paar Jahren waren Heimspeicher noch NMC und die wurden gekauft.
„1000 Zyklen hat man in einem Heimspeicher locker in 4 Jahre durch“
Für die typischen 2000 Zyklen also 8+ Jahre, ein anständig dimensionierter Akku hat sich dann schon amortisiert .
„Aber im Text steht was von verkaufen. Sowas kann man schwer verkaufen“
Ja sicher, Spitzenglättung zum Beispiel. Da sind die Zyklen irrelevant.
„von Aussschuss steht nix im Text“
Das schreibt man ja auch nicht, das hat einen negativen Unterton, von wegen du bekommst als Speicherkunde nur B-Ware.
Peter meint
Na mal sehen. Ein Speicher kann auch netzschädlich verwendet werden, wenn er sicht ausschließlich am allgemeinen Börsenstrom orientiert und dabei geographisch an der falschen Stelle steht. Stichwort: Kupferplatte Deutschland.
R2D2 meint
40.000 kWh Stunden pro Minute? von VauWeh?
Warum finde ich hier keine Artikel über den Supercharger Lost Hills in Kalifornieren? Gab es keine Werbeguddis?
David meint
Weil ich hier schon wieder so oft Tesla lese. Ja, Tesla macht auch Großspeicher. Aber der Unterschied ist, Bachelor Murks muss dafür bei Doktor der Physik Zeng an der Kasse Batteriezellen kaufen. Weil die eigenen nichts geworden sind. Mit Ansage:
Zeng, the founder of the world’s biggest EV battery company, Contemporary Amperex Technology (CATL), told Reuters that Musk’s big bet on 4680 cylindrical cell technology „is going to fail and never be successful.“
Powerwall Thorsten meint
Magst der Community noch ein Datum für deine Zitate nennen? Wahrscheinlich bist du wieder – wie so oft – in der Vergangenheit hängen geblieben.
Ist das aus der Zeit in der der Daimler Chef Elon die Regeln der Physik erklären wollte?
Mit der Blade2 Zelle kannst du die VW Einheitszelle wahrscheinlich auch bald nur noch in Großspeichern verwenden oder in Fahrzeugen, die im untersten Preissegment unterwegs sind.
Das hast du schon verstanden oder?
Was mit Teslas 4680 noch alles geht? – du weißt es mit Sicherheit nicht, obwohl du ja glaubst alles besser zu wissen.
Glauben heißt aber auch heute noch: nicht wissen
;-)
M. meint
Also, ich finde es gut, wenn die VW Einheitszelle in Großspeicher passt.
Die Anteile von Zellen, die bei Tesla diesen Weg gehen, werden auch immer größer, und die Fans lieben es.
Aber… was die Verwendung in Autos angeht: das kann VW ja alleine entscheiden. Mag sein, dass die BYD-Zelle nochmal besser ist, trotzdem sollte man ein paar Dinge nicht übersehen
– VW verkauft die Autos hier trotzdem – auch wenn’s dich nervt
– Ladeleistung ist ein spannendes Thema, aber bei weitem nicht alles, um das es beim BEV geht
– mit Tesla hat das alles immer weniger zu tun.
Steffen meint
November 2024 – lässt sich einfach googeln.
Future meint
Der »Blumenhändler«, der gerade bei Porsche ersetzt wurde, hat es allerdings auch nicht so viel leichter. Er hängt bei den Zellen ja nun mal von den freundlichen chinesischen Experten von Gotion ab, die ihm nicht nur die Maschinen hingestellt haben, sondern auch die Produktion in Salzgitter und Sagunt skalieren sollen. Aber das geht den anderen auch nicht besser. Stellantis hat für seine große Zellfabrik von CATL über 2.000 chinesische Experten angefordert, die in Saragossa die Produktion starten sollen. Schön, dass wenigsten die Freundschaft mit China noch so gut funktioniert. Merz hat das auf seiner Chinareise ja auch gerade wieder betont. Jetzt muss man mal die Moral in Schrank lassen und an der Energiewende arbeiten.
brainDotExe meint
Glückwunsch, du hast erkannt wie ein Joint Venture funktioniert. Beide Seiten bringen Expertise ein.
Future meint
Das ist bei den Zellen eher die einseitige Expertise aus China – das ist mein Eindruck nach den ganzen Berichten dazu und auch auf der gemeinsamen Pressekonferenz von VW und Gotion wurde das damals schon so kommuniziert.
VW hat keinerlei Expertise bei den Zellen. Gotion hat die Einheitszelle für VW deshalb entwickelt, Gotion liefert die Maschinen für die Produktion und stellt die chinesischen Experten zur Verfügung, die für Produktion und Skalierung zuständig sind. Stellantis macht es so mit CATL. ACC steckt dagegen in großen Schwierigkeiten.
Im Grunde war das also sicherlich die richtige Entscheidung von VW, um ein Debakel wie bei Northvolt möglichst auszuschließen. Trotzdem wissen wir noch nicht, ob die Produktion tatsächlich auch so gelingt, wie geplant.
brainDotExe meint
Gotion ist zu 25% VW AG.
Ben meint
Nicht vergessen, Gotion produziert die Zellen in Salzgitter, nix VW selbermachen.
brainDotExe meint
Power Co produziert die Zellen in Salzgitter. Power Co ist ein Tochterunternehmen der VW AG. Also VW selber.
Die Expertise holt man sich logischerweise vom Partner Gotion an dem VW zu 25% beteiligt ist.
Future meint
PowerCo ist nicht weiter als ein Markeund komplett abhängig von Gotion. Das sollte man nicht vergessen. Entwicklung, Produktion, Expertise kommen von Gotion. VW hat da nichts »eigenes.«
brainDotExe meint
Gotion ist zu 25% VW AG, VW hat also sehr wohl was eigenes.
Nepomuk meint
Das ist bei Tesla noch schlechter: Entwicklung, Produktion, Expertise kommen 100% von Panasonic. Tesla hat nichts eigenes, VW hat eigene Fertigung, und die Expertise zu 25%
Müsstest du feiern, anstatt zu kritisieren.
Thorsten 0711 meint
Zuerst einmal finde ich das richtig gut!
Mich macht nur der Verweise auf die eigenen Zellen von PowerCo etwas stutzig: Wäre für einen stationären Akkuspeicher nicht Lithium-Eisenphosphat oder Natrium-Ionen die bessere Wahl?
Aztasu meint
PowerCo wird auch LFP Einheitszellen herstellen
CaptainPicard meint
Betonung auf wird. Die sollen ja in der spanischen Zellfabrik produziert werden, aber das ist aktuell noch eine Baustelle. Müssen also zugekaufte Zellen aus China sein.
brainDotExe meint
Kann genau so gut der NMC Ausschuss aus der Produktion in Salzgitter sein.
eBikerin meint
Es sind die Zellen aus Salzgitter – kann man an anderer Stelle nachlesen.
Mäx meint
Klugscheißer-Modus: Lithium-Ionen sind sie beide :p
Thorsten 0711 meint
Mäx
Klugscheißer-Modus: Lithium-Ionen-Akkus sind sie alle 😎
Mäx meint
Mir ist jetzt erst aufgefallen, dass du Natrium Ionen geschrieben hast und nicht LFP oder Lithium Ionen…da haben mir meine Augen gestern einen Streich gespielt. Sorry^^
Kasch meint
Ja, zumindest werden die ersten Schritte zum Thema Strommanagement endlich angegangen, der Weg hin zu virtuellen Kraftwerken wird allerdings im Euroraum noch lange steinig bleiben: Teure Stromtrassen sind nicht zielführend – virtuelle Kraftwerke handeln Stromflüsse (24/7) überwiegend im Niederspannungsbereich ausschließlich per KI, über sämtlich vorhandenen Stromleitungen, über tausende km. Vergleichbar mit gigantischen neuronalen Netzwerken können über tausende Niederspannungsleitungen so ggf. hohe Ströme, z.B. bei Firmen mit Netzausfall dank KI in sekundenschnelle gezielt kompensiert werden. Was hierfür lediglich nötig ist, konnte Tesla maximal effizient in Australien und insbesondere auf hunderten Inseln per autobiddder, daneben auch China in gigantischen Maßstäben (lustigerweise vorwiegend dank deutscher IT-Spezialisten) verwirklichen. Tesla hat die deutsche Netzbetreiberlizenz seit Jahren, die bislang allerdings für virtuelle Kraftwerke hierzulande leider noch vollkommen nutzlos ist. PS: hunderte Inseln, die Strom früher nahezu ausschließlich per Dieselaggregate produzierten, managt Tesla heute ausschließlich mit Solarstrom – so und nicht anders startet man Umweltrojekte sinnvoll und ausserordentlich wirtschaftlich. China nutzt erst seit Kurzem mehr Solar und Windkraft (aus eigener Anlagenproduktion versteht sich) als der Rest der Welt, weils eben erst seit Kurzem Sinn macht. Entsprechend sinken die ohnehin vernachlässigbaren Stromkosten in China weiter und weiter, tja, technisch kein Hexenwerk !
eBikerin meint
„irtuelle Kraftwerke handeln Stromflüsse (24/7) überwiegend im Niederspannungsbereich ausschließlich per KI, über sämtlich vorhandenen Stromleitungen, über tausende km. “
Tausende km – aha – bitte erkundige dich doch mal was der Niederspannungsbereich ist und was der abdeckt.
Kasch meint
Leitung, Trafo, Leitung, etc., Netzwerk in Europa überall vorhanden, du nix verstehen ?
eBikerin meint
Über tausende Kilometer handelst du gar nix im Niederspannungsbereich – wenn an der Nordsee der Wind weht – dann kommst du nicht mal die 800 km nach Bayern übers Niederspannungsnetz – ich glaube du hast zu viel KI gelesen.
MK meint
@Thorsten 0711:
Wie man so hört. produziert VW ja in Salzgitter seit 3 Monaten Akkuzellen, die aber nie für den Einbau in Fahrzeuge gedacht waren, sondern erst mal dazu dienen, die Produktion in einer entsprechenden Qualität hinzubekommen. Dementsprechend werden das die ersten dort produzierten Zellen sein, die für eine Anwendung in einem Neuwagen zu wenig Leistung bieten oder bei denen man einen zu frühen Ausfall befürchtet. Ist doch gut, die nicht wieder zu vernichten, sondern dann so einzusetzen.
Thorsten 0711 meint
Ja, sicher, das macht natürlich Sinn.
Meine Frage war ja allgemein gemeint und vermutlich wird VW dort, in hoffentlich naher Zukunft, auf eigene LFP Zellen umstellen.
brainDotExe meint
Wenn VW keine Not hat, warum sollten sie dann auf LFP Zellen umsteigen?
Es gibt bei der Zellproduktion immer „Ausschuss“ der die eher strengen Anforderungen für den Einsatz im PKW nicht erfüllt, aber als stationärer Speicher vollkommen in Ordnung ist. Es wäre Verschwendung den nicht zu nutzen, egal ob NMC oder LFP.
Wie schon erwähnt kommt die Produktion von LFP Zellen zuerst in der Nähe der Werke, welche diese Zellen hauptsächlich benötigen (Spanien). Hier könnte man ja theoretisch das selbe Spiel mit LFP Zellen betreiben.
Future meint
Sehr gut. Solche Großspeicher braucht jedes Dorf in Deutschland. Dann müssen auch nicht mehr die Windkraftanlagen jede Nacht abgeschaltet werden, weil niemand weiß, wohin mit dem vielen Strom. Wenn VW das also richtig groß skaliert, so wie angekündigt, dann ist VW in einigen Jahren vielleicht ein weiterer Stromkonzern und es ist gar nicht mehr schlimm, dass es weniger wird mit dem Verbrennergeschäft.
brainDotExe meint
Ne, nicht jedes Dorf. Eher jede Umspannanlage, denn dort sind die Windräder angeschlossen.
Future meint
Jedes Dorf kann sich doch einen Windpark und einen Speicher bauen und auch an den schönen Einnahmen beteiligt werden.
eBikerin meint
„Jedes Dorf kann sich doch einen Windpark und einen Speicher bauen und auch an den schönen Einnahmen beteiligt werden.“
ist nur in manchen Regionen ein ziemliches schlechtes Geschäft.
M. meint
Warum, eBikerin?
Klar, man muss dazu auch Windparks haben, und da sind die Bayern ja etwas eigen.
eBikerin meint
„Klar, man muss dazu auch Windparks haben, und da sind die Bayern ja etwas eigen.“
Man muss schon mal genug Wind haben, damit sich ein Windrad auch lohnt. Dazu darf auch die Topographie nicht zu schwierig sein, das verteuert so ein Projekt nämlich.
Und nun frage die mal, warum in Bayern in den sog. Windvorzugsgebieten irgendwie keiner ein Windrad aufstellen will?
Weil es sich selbst dort ohne Förderung schlicht nicht lohnt.
brainDotExe meint
„Jedes Dorf kann sich doch einen Windpark und einen Speicher bauen und auch an den schönen Einnahmen beteiligt werden.“
Die wenigsten Gemeinden haben Geld dafür.
Abseits davon werden auch diese Windparks nicht am Ortsnetztrafo angeschlossen, sondern am nächsten Umspannwerk.
Es macht deutlich mehr Sinn dort einen Akkuspeicher zu installieren.
M. meint
Ich weiß nicht, warum sich die Bayern die Köpfe der Investoren zerbrechen wollen. Die werden wohl genauer als andere untersucht haben, wo es Wind gibt und wo nicht. Und wenn – wessen Geld verbrennen die, wenn sie sich irren? Ist das nicht deren eigenes? Es ist ja niemand gezwungen, zu investieren.
Ich kenne die Vorzugsgebiete in Bayern nicht, aber es wird Gründe geben, genau dort nicht zu bauen.
Mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen.
eBikerin meint
„Ich kenne die Vorzugsgebiete in Bayern nicht, aber es wird Gründe geben, genau dort nicht zu bauen.“
Gibt es eine Karte – und dann leg mal zum Beispiel den Global Wind Atlas drüber – dann wird jedem ganz schnell klar warum Investoren lieber in Norddeutschland bauen, also in einem „guten Windgebiet“ in Bayern.
Wird leider immer ignoriert und dann auf den bösen Bayern rumgehauen.
M. meint
Nein, es gab schon viele Versuche, in Bayern Windräder zu bauen (auch von Bayern selbst), was aber mit dem Hinweis auf das versaute Landschaftsbild abgelehnt wurde.
Tu bitte nicht so, als hättest du das noch nie gehört.
eBikerin meint
„Nein, es gab schon viele Versuche, in Bayern Windräder zu bauen“
Stimmt nur sind diese Versuche allesamt mit sinkender Förderung zum erliegen gekommen.
„was aber mit dem Hinweis auf das versaute Landschaftsbild abgelehnt wurde.“
Gab es vereinzelt, stimmt. Aber genau dafür gibt es diese Vorzugsgebiete – da darf man einfach so bauen und auch die 10H Regel gilt da auch nicht.
Das der Hubsi mittlerweile seit geraumer Zeit Werbung für WKAs macht, hast du bestimmt auch mitbekommen.
Problem – zu spät – Windkraft in Bayern ist zu teuer bzw. bringt zu wenig Ertrag. Bei den hohen Förderungen bzw. Einspeisevergütungen sah das noch anders aus.
M. meint
„Stimmt nur sind diese Versuche allesamt mit sinkender Förderung zum erliegen gekommen.“
Ich hab eigentlich keine Lust auf das Niveau, das mir bei dir auch neu ist.
Ich kann nur sagen: entweder bewegt ihr euch, oder Industrie muss sich andere Standorte suchen.
Kann ja nicht sein, dass man im Bayern den billigen Strom will, aber den Ausbau sollen andere machen, und die Trassen nach Süddeutschland andere mitbezahlen, die diese Trassen gar nicht brauchen.
Wenn der Knochen nicht zum Hund kommt, muss der Hund eben zum Knochen.
Future meint
Wenn der Windpark nicht geht, dann baut man sich eben Zellen über die Kuhweiden. Dafür braucht es auch Speicher. Das wird schon noch. Ich bin zuversichtlich. Falls die Kriege jetzt länger anhalten und noch weitere dazukommen sollten, dann wird das alles sogar viel schneller gehen als erwartet. Kriege führen zu einer ganz eigenen Dynamik – auch wirtschaftlich. Alles ändert sich gerade und das wird immer mehr Leuten bewußt – irgendwann wird es auch Frau Reiche dämmern.
brainDotExe meint
Future
Auch größere PV Parks werden nicht an den Ortsnetztrafo angeschlossen, sondern an das nächste Umspannwerk.
Dementsprechend macht es Sinn die gebündelte Leistung von Windkraftanlagen und Photovoltaik dort abzugreifen und in Akkus zu puffern.
Das hat den Vorteil nur einem großen Speicher bauen zu müssen, außerdem kann gezielt das Umspannwerk entlastet werden, welches heutzutage oft das Nadelöhr darstellt.
Abseits davon gibt es natürlich auch kleine Speicher in jedem Dorf, bloß nicht zentral, sondern dezentral in den Häusern.
Meine Autarkiequote, inklusive Elektroauto und Wärmepumpe, für den März liegt aktuell bei 98%.
South meint
Nein, so pauschal stimmt das nicht. Natürlich werden große Windparks an große separate Umspannwerke angeschlossen, weil eben zuviel Strom lokal erzeugt werden würde und man den Strom über längere Strecken möglichst mit wenig Verlust transportieren muss und Wind natürlich Schwankungen unterliegt.
Aber bei einzelnen oder wenigen Windräder kann man aber durchaus direkt an nen Trafo anbinden und das lokale Stromnetz versorgen.
So ein ausgeklügeltes Stromnetz wie in der BRD ist auf der Welt oft nicht vorhanden. Also EE in Verbindung mit Speicher und ohne großes Netz sind auf der Welt keine Seltenheit.
brainDotExe meint
Doch, das stimmt pauschal.
Windräder und PV Parks speisen fast ausschließlich auf der Ebene der Mittelspannung ein.
Der Ortsnetztrafo hat seine Verbraucher/Erzeuger aber auf der Niederspannungsseite.
Ja, vereinzelt können kleinere Erzeuger ggf. an die vorhandene Mittelspannungsleitung angeschlossen werden, in der Regel wird aber eine eigene Leitung zum nächsten Umspannwerk gezogen.
Da diese inzwischen immer häufiger ausgelastet sind, bauen die Betreiber teils eigene Umspannwerke (inklusive Akkuspeicher).
South meint
Es geht um die Story, dass man Windräder lokal nicht brauchen kann, „also jedes Dorf“ oben. Und da muss man klar sagen, doch das geht schon. In der Praxis kommt das nicht so häufig vor, weil man ja eher Windparks baut. Bei PV übrigens das gleiche, das zieht nicht jeder PV Betreiber ein Kabel zu nem Umspannwerk… nix anderes steht bei mir…
brainDotExe meint
„Es geht um die Story, dass man Windräder lokal nicht brauchen kann“
Keine Ahnung wie das das hinein interpretierst, aber darum geht es nicht.
Es geht um die Aussage
„Solche Großspeicher braucht jedes Dorf in Deutschland. Dann müssen auch nicht mehr die Windkraftanlagen jede Nacht abgeschaltet werden“
Welche definitiv falsch ist, da die Großspeicher besser zentral an Umspannanlagen untergebracht sind.
„In der Praxis kommt das nicht so häufig vor, weil man ja eher Windparks baut. Bei PV übrigens das gleiche, das zieht nicht jeder PV Betreiber ein Kabel zu nem Umspannwerk“
In der Praxis werden auch einzelne große Windkraftanlagen oder PV Anlagen nicht an die existierende Mittelspannungsleitung angeschlossen, weil die Kapazität nicht ausreicht.
Meist hat der Betreiber mehrere Anlagen in der Region gebaut oder in Planung, dementsprechend zieht er seine eigene Leitung zum Umspannwerk um alle anzubinden.
Öfters baut der Betreiber dann auch sein eigenes Umspannwerk, weil die existierenden „voll“ sind.
South meint
„Jedes Dorf kann sich doch einen Windpark und einen Speicher bauen und auch an den schönen Einnahmen beteiligt werden.“
Nö, ich habe genau dem Kommentar geantwortet und da steht das 1:1…
brainDotExe meint
Dann schaue nochmal genau nach. Du hast auf meinen Post „Ne, nicht jedes Dorf. Eher jede Umspannanlage, denn dort sind die Windräder angeschlossen.“ geantwortet.
Abseits davon, kaum ein Dorf hat die finanziellen Mittel sich einen eigenen Windpark oder PV Anlage (mit Speicher) zu bauen.
MK meint
@eBikerin: Also hier bei uns im mittelhessischen Bergland scheinen sich Windkraftanlagen sehr gut zu lohnen…trotz schlechter Anbindung an Stromtrassen, noch schlechterer Anbindung an Straßen zum Transport der Teile und Flächenverfügbarkeiten nahezu ausschließlich im Wald, wofür an anderer Stelle entsprechend viel Wald neu aufgeforstet werden muss. Dazu kommen Zwangsabschaltungen gefühlt schon, wenn ein Vogel nur mal in Richtung Windrad schaut…und trotzdem wird hier gebaut und geplant als gäbs kein Morgen mehr. Kann es vielleicht eher sein, dass die Vorranggebiete in Bayern nur auf Druck des Bundes und nicht aus Überzeugung ausgewiesen worden sind (zumindest weist Bayern nur exakt so viel aus, wie es laut „Windenergie-an-Land-Gesetz“ des Bundes mindestens sein müssen) und man um die Zahl der WKA klein zu halten, bewusst nicht die attraktivsten Flächen als Vorranggebiet ausgewiesen hat? Zumindest wüsste ich nicht, dass der Ausweisung der Gebiete in Bayern großflächige Windmessungen vorangegangen wären wie es z.B. bei uns in Hessen war. Außerdem sind die bayerischen Gebiete oftmals so klein, dass nur ein bis zwei WKA gebaut werden könnten, was tatsächlich kaum wirtschaftlich sein kann…auch das ist aber nicht Geografie- sondern Politik-bedingt. In Hessen z.B. gibt es eigentlich kein Vorranggebiet, das für weniger als 5 WKA ausgelegt ist.
Konkretes Beispiel: Der Ort Fremdingen wollte mindestens 6 WKA haben, auch um den Haushalt zu sanieren. Der Freistaat Bayern hat dies aber abgelehnt. Einzige Begründung: Man erreiche die 1,8%, die man ausweisen muss auch ohne Fremdingen. Alleine aus dem Lankreis Donau-Ries gibt es wohl mehrere solcher Fälle, wo Gemeinden sich schon dafür ausgesprochen haben, Investoren bereit stünden, aber der Freistaat eine Ausweisung ablehnt…immer ohne fachliche Begründung in Bezug auf den jeweiligen Standort.
Future meint
Also ist es nicht der Wind, der fehlt, sondern der Wille aus der Politik.
Es ist schön, dass es Hessen so viel besser macht als Bayern. Da haben sich die Hessen wohl einfach die richtigen Politiker gewählt, die nicht verhindern, sondern gestalten wollen.
MK meint
@Future:
Die machen sicher auch nicht alles richtig…und auch hier gibt es ein Kriterium, das „überraschenderweise“ erstaunlich viele der Vorrangflächen erfüllen: Nämllich dass die Flächen Hessen Forst, also dem Land und nicht privaten Waldbesitzern gehören…hier hat man also wohl verstanden, dass sich damit Geld verdienen lässt und will das Geld lieber im Land halten statt es für Kohle, Gas oder Öl nach außen zu zahlen. Grundsätzlich ist das aber natürlich kein Schaden, da es auch für einen Investor einfacher ist, sich mit dem Land Hessen zu einigen, das alle Grundstücke besitzt und nach klaren Kriterien vergeben MUSS als mit einem Dutzend Privatbesitzern, wo am Ende einer plötzlich was anderes will, weil morgens das Wurstbrot nicht geschmeckt hat…
Dazu kommt in Hessen sicher ein großer Druck durch milliardenschwere Unternehmen: Frankfurt ist die Rechenzentrums-Hauptstadt auf dem europäischen Festland. Und Konzerne wie Google, Microsoft oder AWS koppeln ihre Ansiedlung längst an die Verfügbarkeit von „grünem“ Strom. Auch Sanofi hatte eigentlich beschlossen, sein Insulinwerk aus Frankfurt nach Frankreich zu verlagern…und ist dann plötzlich umgeschwenkt, als sich vorletzten Sommer gezeigt hat, wie unzuverlässig die dortigen AKWs in einem warmen, trockenen Sommer sind und dass Deutschland beim Industriestrompreis durch das „Überangebot“ erneuerbarer Energien (die damals ja auch Frankreich aus der Patsche geholfen haben) mittlerweile meist unterm französischen Preis liegt. Seit gut einem Jahr rollen jetzt also doch die Bagger in Frankfurt für ein neues, milliardenteures Werk, an dem mit Dienstleistern fast 10.000 Arbeitsplätze in Frankfurt hängen dürften.
Unabhängig davon gab es in Hessen solch absurd übertriebene Abstandsregeln und anderer Verhinderungsmethoden wie in Bayern nie. Das hat dazu geführt, dass Investoren auch zu Zeiten mit hoher EEG-Vergütung eben schon großfächig Windmessungen durchgeführt haben, die jetzt zur Verfügung standen.
Und zu guter letzt muss man auch sagen, dass Wintersturm Kyrill im Januar 2007 sicher geholfen hat: Hier bei uns im stark bewaldeten andkreis z.B. sind damals rund 1/3 aller Bäume umgerissen worden. Bis das Holz aus dem Wald raus und verkauft war, vergingen über 10 Jahre mit enormen logistischen Aufwand, entsprechenden Kosten und geringem Umsatz, weil das Holz eines abgebrochenen Baumes natürlich weniger Wert ist. Dadurch war Waldbesitz oftmals nicht mehr die sichere Einnahmequelle für die Besitzer und Natürschützer protestieren weniger, wenn kein alter Baumbestand, sondern maximal 10 Jahre alte Bäumchen mit einem Stammdurchmesser von unter 10 cm gerodet werden.
Optimist meint
Hat die Firma „na ihr wisst schon“ nicht Anfang März in Kanada auch einen Batteriespeicher ans Netz gebracht? Speicherkapazität 1.200MWh, Leistung 300MW. Liegen schon ein paar Dimensionen dazwischen. Man muss klein anfangen. Na immerhin bekommt man als VW die Genehmigung für einen Netzanschluss in Deutschland.
Future meint
Am 07.06.2024 hat VW in der Pressemitteilung mehrere Projekte mit einer Leistung von immerhin bis zu 350 MW und eine Speicherkapazität von 700 MWh versprochen. Jetzt muss VW nur noch liefern.
volsor meint
Tesla-Powerpacks mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt (MW) und einem Speichervolumen von 129.000 Kilowattstunden (kWh) nach nur 63 Tagen fertiggestellt.
Warum brauchen wir hier in Deutschland für ein Fünftel der Leistung so viel länger zum Bauen?
Es geht nicht um die Genehmigung.
eBikerin meint
ganz einfach: Das Werk für die sog. Standard Zelle ist am 17.12.2025 offiziell in Betrieb gegangen. Also vorher haben die da noch nix Produziert. Wenn du nun Weihnachten raus rechnest – dann ist die Bauzeit nur für das Batteriekraftwerk auch nicht viel länger.
Aber Hauptsache meckern.
volsor meint
Was hat die Zell Produktion mir der Bauzeit zutun?
Endweder habe die Zellen oder ich hab sie nicht.
eBikerin meint
Die Zellen werden in diesem Werk hergestellt – Bauzeit ist halt von Bodenplatte betonieren bis zum Anschalten der Anlage alles. Wenn dazwischen die Zellen aber noch hergestellt werden müssen, verzögert sich die Bauzeit.
Was ist daran eigentlich so schwer?
MK meint
@Volsor:
Tesla hat dafür größtenteils Zellen aus China zusammengekauft und eine Zellentwicklung hat Tesla sowieso nicht selber. Im Fall der stationären Speicher agiert man also eher als Vertriebsmarke.
Hier in dem Beispiel geht es aber um die Etablierung eines vollkommen neuen, von VW selber entwickelten und produzierten Zelltyps.
Und wie heißt es so schön: Ein gutes Turnierpferd springt nur so hoch wie es muss. Also: Mit Sicherheit hätte man mit mehr Personal, Wochenendschichten, Nachtschichten usw. schneller mehr Akkus produzieren können. Und dann? Hätte man den Speicher gebaut und die Produktion danach komplett still gelegt, weil die Automodelle, für die die Akkus in Salzgitter eigentlich sein sollen, erst in einigen Monaten auf den Markt kommen. Das macht ja keinen Sinn, geht es doch in Salzgitter aktuell explizit darum, dass die Mitarbeiter gut trainiert in die Produktion der Akkus für die Autos einsteigen. Da sind längere „Werkferien“ dann kontraproduktiv.
PS: Wie kommen Sie überhaupt darauf, dass man hier länger gebraucht hätte?