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Studie: Was Käufer in 11 Ländern von ihrem nächsten Auto erwarten

17.04.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

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Bild: Volvo

Die Unternehmensberatung Berylls beleuchtet mit einer globalen Verbraucherbefragung, wie Fahrer ihr „perfektes Auto“ definieren und wie sich Präferenzen zwischen Regionen, Kulturen und Anwendungsfällen unterscheiden. Die Studie stützt sich auf 8000 Teilnehmer in 11 Ländern. Erfasst wurden aktuelle Fahrzeughalter sowie künftige Käufer. 59 Prozent der Befragten leben urban, 24 Prozent in Vorstädten und 17 Prozent auf dem Land.

Die Auswertung bündelt zunächst vier Themen: Markenherkunft, Antrieb, ADAS (Advanced Driver Assistance Systems: fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme) und Karosserieform. Bei der Markenherkunft bleibt „Made in Germany“ laut der Präsentation stark: Deutsche Marken verzeichnen global die geringste Vermeidung mit 12 Prozent und die höchste wahrgenommene Qualität mit 80 Prozent. Unter chinesischen Befragten liegt letzterer Wert bei 90 Prozent. Zugleich nennt die Studie zwei Einschränkungen: Chinesische Konsumenten unter 35 Jahren meiden deutsche Marken häufiger, und 23 Prozent der Fahrer eines deutschen E-Autos würden nicht erneut kaufen.

Beim Antrieb ergibt die Studie Range-Extender-Elektrofahrzeuge mit kompaktem Verbrennungsmotor als Stromgenerator als relevante Alternative zum reinen E-Auto. Das gilt für 45 Prozent aller Befragten und für 71 Prozent der chinesischen Umfrageteilnehmer, wobei die Attraktivität noch nicht in Kaufabsicht übergeht. Zugleich sagen 49 Prozent der Verbrenner-Fahrer, sie würden ein vergleichbares E-Auto nur dann in Betracht ziehen, wenn es günstiger wäre als ein Verbrenner. Als weitere Punkte nennt die Studie Preisbarrieren beim Vollstromer sowie unterschiedliche Reichweitenerwartungen zwischen China, Deutschland und den USA.

Mit Blick auf automatisiertes Fahren zeigt die Präsentation ein deutlich regionales Muster. Weltweit bevorzugen 42 Prozent SAE L1 für ihr nächstes Fahrzeug, nur 10 Prozent würden L4/L5 wählen. In China liegt die Affinität zu L4/L5 mit 24 Prozent deutlich höher als in Deutschland und den USA mit jeweils 6 Prozent. Als wichtigste wahrgenommene Vorteile des automatisierten Fahrens nennt die China-Auswertung vor allem Stressreduktion und Zeitgewinn, während in den westlichen Märkten Sicherheit als Hauptnutzen genannt wird.

L1 bis L5 bezeichnen die Stufen der Fahr-Automatisierung: Bei L1 unterstützt das System nur bei einer einzelnen Fahraufgabe, bei L2 übernimmt es gleichzeitig Lenken sowie Beschleunigen und Bremsen, bei L3 fährt das System in bestimmten Situationen selbst, verlangt aber bei Bedarf die Übernahme durch den Menschen, bei L4 fährt das Fahrzeug in fest definierten Einsatzbereichen vollständig autonom, und bei L5 steht vollautomatisiertes Fahren unter allen Bedingungen, bei dem kein Fahrer mehr erforderlich ist.

Bei der Karosserieform hält die Studie fest: „SUVs sind das neue Weltauto“. Global bevorzugen demnach 30 Prozent SUVs. Besonders hoch ist der Anteil in Südkorea mit 52 Prozent, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und China mit jeweils 38 Prozent. Mit wachsendem Budget steigt die SUV-Neigung weiter und erreicht im Segment mit besonders hohem Budget der Käufer 46 Prozent. Zugleich vermerken die Studienautoren, dass in China 42 Prozent der Befragten beim bevorzugten Karosserietyp wegen begrenzter Verfügbarkeit gewünschter Antriebe Kompromisse eingehen mussten.

Fokus Interieur

Für den Innenraum setzt die Studie drei Schwerpunkte: Bedienlogik, Materialqualität und Abomodelle. Nur 20 Prozent bevorzugen rein touchscreenbasierte Bedienung, in China sind es 13 Prozent. 33 Prozent favorisieren eine ausgewogene Mischung aus Touchscreens und physischen Bedienelementen. Als wichtigste Innenraumtechnologie nennt die Studie Navigationssystemqualität mit 57 Prozent vor Konnektivitäts-Angeboten wie Apple CarPlay und Android Auto mit 38 Prozent.

Bei Qualität und Gestaltung nennt die Studie Materialqualität, Verarbeitung, Gesamtdesign und Farboptionen als am höchsten bewertete Merkmale. Chinesische Konsumenten messen diesen Punkten überdurchschnittliche Bedeutung bei. E-Auto-Interessenten bewerten Materialqualität und Verarbeitung zudem höher als Verbrenner-Interessenten. Freischaltbare Funktionen stoßen häufig auf Zurückhaltung: Für 63 Prozent der Befragten haben solche Angebote keinen Einfluss auf das Interesse an einem Fahrzeug oder senken es. Unter denjenigen, die darin einen Mehrwert sehen, liegen ADAS und Konnektivität vorne. In Deutschland und den USA werden stattdessen Komfort- und Designfunktionen genannt.

Empfehlungen für Hersteller und Zulieferer

Für Hersteller empfehlen die Autoren angesichts der Studienergebnisse unter anderem eine stärkere Lokalisierung bei ADAS, den Einsatz von Range-Extender-Stromern als Übergangsantrieb in bestimmten Märkten, die Priorisierung von SUVs, eine Bedienung mit nutzbarer Mischung aus physischen Elementen und Touchscreens, hohe Innenraumqualität besonders bei E-Autos und Zurückhaltung bei Abo-Angeboten. Bei Elektroautos solle mit Blick auf Vertrauen und Wiederkaufabsicht der Fokus besonders stark darauf gelegt werden, dem Markenversprechen gerecht zu werden.

Für Zulieferer nennt die Studie flexible Multi-Energie-Portfolios, modulare regionenspezifische ADAS-Stacks, an SUV-Nachfrage ausgerichtete Produkt- und Kapazitätsplanung, Cockpit-Innovationen mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Qualität sowie neue Hardware- oder Software-„As-a-Service“-Angebote für Fahrzeughersteller.

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Via: Berylls
Tags: AutozuliefererAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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