CEO Francois Provost hat Forderungen nach einer weiteren Aufweichung des von der EU-Kommission geplanten Verbrenner-Aus 2035 zurückgewiesen und den Kurs der Renault Group auf Elektrifizierung bekräftigt. „Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, die Richtung zu ändern“, sagte der Renault-Chef laut Edison mit Blick auf die Debatte in Deutschland. Die europäische Autoindustrie habe bereits massiv in die Elektrifizierung ihrer Flotten investiert. Für Renault stehe fest, dass es kein Zurück gebe.
Provost betonte, Elektroautos seien aus Sicht des Unternehmens nicht nur für die Dekarbonisierung, sondern auch für Kunden sinnvoll. Gleichzeitig wandte er sich gegen weitere Belastungen durch neue Vorgaben aus Brüssel. Um Elektroautos massentauglich und bezahlbar zu machen, schlug er ein zehnjähriges Moratorium für neue EU-Regulierungen vor. Bis 2030 gebe es potenziell mehr als 100 neue Vorschriften für die Automobilindustrie. Diese verursachten vor allem zusätzliche Kosten, brächten aber oft keinen Mehrwert für Kunden und Klimaschutz.
Provost forderte daher, den regulatorischen Stand für ein Jahrzehnt einzufrieren. Seine Ingenieure könnten sich dann darauf konzentrieren, Kosten zu senken und damit auch die Preise für Kunden zu drücken. Ziel sei es, Autos erschwinglicher zu machen.
Chinas Industriepolitik als Vorbild für Europa
Mit Blick auf die Konkurrenz aus Fernost sprach sich Provost gegen eine weitgehende Abschottung nach US-Vorbild aus. Einfuhrzölle, die die Grenzen für Importe praktisch schlossen, seien aus seiner Sicht nicht der richtige Weg. Stattdessen solle Europa aus der chinesischen Industriepolitik lernen.
Provost verwies auf Vorgaben, mit denen Peking westliche Autobauer vor 20 Jahren zu Joint Ventures verpflichtete. Ein ähnlicher Ansatz solle nun in Europa gelten: Ausländische Hersteller seien willkommen, müssten aber vor Ort investieren, lokalisieren, Technologie mitbringen und das lokale Ökosystem sowie europäische Zulieferer stützen. „Jetzt denke ich, muss Europa exakt das Gleiche tun.“
Zu geopolitischen Krisen wie den Spannungen im Nahen Osten und dem Konflikt rund um den Iran äußerte sich der französische Automanager zurückhaltend. Renault spüre zwar Kostendruck durch höhere Preise bei Öl und Rohstoffen wie Aluminium oder Kupfer. Auf die Kundennachfrage habe sich das bislang jedoch ebenso wenig ausgewirkt wie auf die Lieferketten, die nach seinen Angaben ohne Unterbrechungen funktionierten.
Bei der Profitabilität batterieelektrischer Autos erklärte Provost, dass diese weiterhin weniger profitabel seien als Hybride. Zugleich sagte er, Renault beginne in diesem Segment Gewinne zu machen. Nach seinen Angaben steigt der Profit mit jedem neuen Elektroauto gegenüber dem jeweils vorherigen Modell. Besonders bei neuen Volumenmodellen sieht Provost Fortschritte. Der Profit der Klein- beziehungsweise Kleinstwagen Renault 5 und Twingo werde höher ausfallen als der Profit der Kompaktklasse-Fahrzeuge Megane oder Scenic E-Tech.

South meint
Das bringt es ziemlich auf den Punkt. Natürlich ist der Hauptzweck die Dakarbonisierung des Verkehrs, aber E Autos sind daneben auch technisch (keine lokalen Verbrennerabgase) und wirtschaftlich (geringer Wartung, allgemein Betrieb) vorteilhaft für die Kunden. Es ist schlicht die deutlich überlegenere Technik… zudem sind auch noch weitere Techniksprünge zu erwarten…