Die wachsende weltweite Verbreitung von Elektrofahrzeugen hat 2025 den Verbrauch von 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag vermieden. Diese Zahl stammt aus einem modellierten Szenario der Marktforscher von BloombergNEF. Claudio Lubis, Ölanalyst bei BNEF, sagte, die Einsparungen bei fossilen Brennstoffen dürften in jedem Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts steigen, weil mehr Fahrer auf batteriebetriebene Fahrzeuge umsteigen.
Die Forschungsgruppe erwartet, dass der vermiedene tägliche Verbrauch bis 2030 im Szenario des „wirtschaftlichen Übergangs“ auf 5,25 Millionen Barrel steigen könnte. In diesem Szenario setzen Regierungen Technologien ein, die wirtschaftlich sind, statt vor allem Klimaziele politisch umzusetzen. Damit könnte der vermiedene tägliche Ölverbrauch bis 2030 mehr als doppelt so hoch liegen wie 2025.
Den größten Anteil am vermiedenen Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr haben der Studie zufolge derzeit zwei- und dreirädrige Fahrzeuge. Grund ist der schnelle Anstieg elektrischer Motorräder, besonders in Entwicklungsländern. Später in diesem Jahrzehnt sollen Elektroautos mehr Ölnachfrage senken, wenn sie häufiger werden.
Ein separater Bericht der Londoner Denkfabrik Ember kam laut Bloomberg für das vergangene Jahr auf 1,7 Millionen Barrel vermiedenen Ölverbrauch pro Tag. Analyst Daan Walter sagte dem Nachrichtenportal, die niedrigere Zahl beruhe auf konservativen Schätzungen dazu, wie oft Plug-in-Hybridautos mit fossilen Brennstoffen fahren, sowie auf hohen E-Fahrzeug-Verkäufen.
China spart besonders viel bei Ölimporten
Ember berechnet außerdem Einsparungen bei Ölimporten bei heutigem Verbrauch und einem Ölpreis von 80 Dollar je Barrel. China würde durch seine große E-Flotte mehr als 28 Milliarden Dollar pro Jahr sparen, Europa 8 Milliarden Dollar und Indien 600 Millionen Dollar pro Jahr.
Das Wachstum der globalen E-Verkäufe sollte sich laut BNEF in diesem Jahr verlangsamen, unter anderem wegen auslaufender Subventionen in China, aufgegebener europäischer Pläne zum Ausstieg aus Verbrennungsmotoren bis 2035 und einer Kehrtwende der USA bei der Clean-Tech-Politik.
Stark steigende Kraftstoffpreise infolge des Konflikts in Westasien haben das Interesse an Elektrofahrzeugen jedoch wieder belebt. „Elektrofahrzeuge werden preislich immer wettbewerbsfähiger gegenüber Benzinfahrzeugen“, so Walter. „Angesichts der Schwankungen auf dem Ölmarkt sind Elektrofahrzeuge eine vernünftige Wahl für Länder, die sich vor künftigen Schocks schützen wollen.“
Der Anteil von Elektroautos an den Gesamtverkäufen liegt inzwischen in 39 Ländern über 10 Prozent, berichtet Bloomberg. 2019 waren es vier Länder. Asiatische Länder gehören zu den schnellsten Anwendern. Die Ember-Analyse zeigt, dass dieser Trend das Wachstum der Ölnachfrage bereits bremst. 2025 erreichte China erstmals mehr als 50 Prozent E-Anteil an den Verkäufen, Vietnam 38 Prozent und Thailand 21 Prozent.
Der globale Ölverbrauch erreichte 2025 mit schätzungsweise über 102 Millionen Barrel pro Tag seinen Höhepunkt, wobei Prognosen je nach Quelle zwischen etwa 102 und über 105 Millionen Barrel pro Tag variieren.

Futureman meint
Da sich jetzt einige Staaten bewusst sind, wie schnell man die Ölpreise durch nur ein paar „Eingriffe“ in die Höhe schnellen lassen kann und gleichzeitig E-Autos und PV/Akku-Strom immer günstiger wird (obwohl bereits jetzt unschlagbar günstig), wird der Ölausstieg nicht mehr durch Umweltgesetze, sondern eher durch wirtschaftliche Gründe schneller gehen als gedacht.
Selbst in den USA ist PV inzwischen die größte Kraftwerkstechnik beim Zubau. Und das in Größenordnungen, die um das hundertfache gegenüber Kernkraft liegen.
Lade übrigens gerade auch wieder gratis mein E-Auto und erzähle es jedem, auch dem Dieseldieter, der lieber nach Spritentlastungen schreit, als sich ein E-Fahrzeug zu besorgen.
Soeri# ch meint
Einfach toll, wenn man diese hohe Zahl liesst.
Soviel Öl wird eingespart. Dass freut die Ölmultis sicher nicht. Es müssten viel mehr Menschen, sich ein E Auto anschaffen. Damit es noch mehr wird.
ID.alist meint
In Perspektive.
Weltweit täglicher Verbrauch: Über 102,5 Millionen Barrel pro Tag.
Es bleibt bei über 100 Millionen Barrel pro Tag.