Der ÖPNV-Betreiber VAG Nürnberg zieht eine positive Bilanz zur Umstellung auf Elektro-Busse. Technikvorstand Tim Dahlmann-Resing, der zudem Vizepräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist, sagte dem Portal Electrive, man habe die Entscheidung pro E-Bus „in keiner Sekunde bereut“. Angesichts hoher Dieselpreise wird der Umstieg als richtig bewertet. Bereits im Mai letzten Jahres hatte das Unternehmen den Meilenstein von 100 E-Bussen erreicht.
Die Busflotte der VAG umfasst aktuell 123 Fahrzeuge, 21 Neuzugänge werden in diesem Jahr erwartet. Damit wird die Flotte schon zu 75 Prozent elektrisch betrieben. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war laut dem Bericht die effiziente Nutzung vorhandener Flächen sowie eine pragmatische Ladeinfrastruktur.
Um Kosten zu sparen, setzt die VAG auf kabelgebundenes Laden im Depot anstelle von teuren Pantografen – ein beweglicher Stromabnehmer auf dem Busdach – oder Zwischenladungen im Stadtgebiet. Dahlmann-Resing erklärte hierzu: „Wir sparen uns den Pantografen auf dem Fahrzeug und wir denken, dass es ausreichend ist, das so zu organisieren für die Bedürfnisse, die jetzt in Nürnberg gelten“.
Platz für die neue Ladetechnik konnte durch den Umbau eines Mitarbeiterparkplatzes und einer alten Abstellhalle kostengünstig geschaffen werden. In der Technologiedebatte positioniert sich VAG-Technologiechef Dahlmann-Resing gegen Wasserstoff im städtischen Linienverkehr, da dieser aufgrund mangelnder Effizienz und teurer Anlieferung keine Option für Nürnberg darstelle.
Stattdessen setzt die VAG auf die Weiterentwicklung der Batterietechnologie, die bereits heute Reichweiten von über 350 Kilometern ermöglicht. Mit Blick auf internationale Entwicklungen könnten laut Dahlmann-Resing künftig Reichweiten bis zu 1000 Kilometer möglich sein, was den Einsatz von Wasserstoff im Nahverkehr überflüssig mache.
Kritik übte der VDV-Vizepräsident am aktuellen Fördersystem des Bundes und an den hohen Fahrzeugpreisen. Er plädiert für einen Systemwechsel weg von projektbasierten Anträgen hin zu einer breitenwirksamen Unterstützung, damit alle Verkehrsbetriebe die Transformation stemmen können. „Jeder, der einen E-Bus beantragt, sollte auch eine Förderung bekommen“, forderte Dahlmann-Resing. Ohne diese Sicherheit sei das Ziel, die Nürnberger Flotte bis Anfang der 2030er-Jahre komplett emissionsfrei zu betreiben, unter den aktuellen Marktpreisen kaum realisierbar.

KBDCALLS meint
Anscheinend kann da jemand keine Prozentrechnung?. 100 E Busse macht bei einem Fahrzeugbestand von 123 81 %. Kommen dann noch demnächst 21 dazu sind das nie nimmer nur 75 %