Der US-amerikanische Elektroautobauer Lucid bereitet den Einstieg in ein deutlich volumenstärkeres Segment vor. Unterhalb der Oberklasse Limousine Air und des großen Luxus-Gravity entsteht ein mittelgroßer SUV-Crossover, der die auch in Europa aktive junge Marke breiter aufstellen soll. Neue Erlkönigfotos zeigen aktuelle Prototypen des kommenden Modells.
Das Elektroauto basiert auf einer neuen Mittelklasse-Plattform. Sie soll günstiger zu produzieren sein als die bisherigen Architekturen von Air und Gravity, zugleich aber zentrale Lucid-Merkmale wie hohe Effizienz, kompakte Antriebstechnik und große Reichweite beibehalten.
Optisch wirkt der Prototyp flacher und stärker auf Aerodynamik ausgelegt als ein klassisches SUV. Die kurze Front, die abfallende Dachlinie und das kompakte Heck sprechen eher für einen Crossover-Zuschnitt. Damit dürfte Lucid auf Wettbewerber wie Tesla Model Y, Polestar 4 oder auch Porsche Macan Electric zielen.
Preislich soll das neu Modell unterhalb der bisherigen Lucid-Baureihen liegen. Für die USA wurde bereits ein Zielbereich von unter 50.000 Dollar vor Steuern genannt, das entspricht circa 43.000 Euro. Damit würde Lucid erstmals direkt in ein Segment vordringen, das für relevante Stückzahlen geeignet ist. Die bisherigen Fahrzeuge kosten hierzulande mindestens knapp 85.900 beziehungsweise 99.900 Euro.
This photo was taken near the Lucid factory. Could this be one of the midsize vehicles? pic.twitter.com/oHngFSS2Wd
— John (@john61640) May 21, 2026
Der Marktstart wird für 2026/2027 erwartet. Für Lucid ist das Modell strategisch zentral: Es soll nicht nur die Produktpalette ergänzen, sondern den Schritt vom technologisch anspruchsvollen Nischenanbieter in Richtung Premium-Volumenmarkt ermöglichen.
Im März hatte Lucid eine umfassende Finanz- und Produktstrategie vorgestellt, mit man das Geschäft ausbauen und schneller profitabel werden will. Gleichzeitig soll „die technologische Führungsposition“ in volumenstärkere Premiumsegmente international ausgebaut werden. Im Mittelpunkt steht die kommende Mittelklasse-Plattform, deren Kern die kleinere, leichtere und einfachere elektrische Antriebseinheit Atlas ist.
Als neue Modelle hat Lucid die SUV Cosmos und Earth angekündigt. Der wohl mit dem aktuellen Prototyp erprobte Cosmos richtet sich den Angaben zufolge an Kunden, die Effizienz, Platzangebot und Leistung suchen, während Earth die typischen Fahreigenschaften der Marke mit einem stärker auf „Abenteuer“ ausgerichteten Konzept verbinden soll. Details zu einem dritten Modell auf derselben Plattform will das Unternehmen später veröffentlichen.
Zentrales Element der Lucid-Strategie soll die Energieeffizienz bleiben. Diese ist laut dem Unternehmen nicht nur ein Vorteil für Kunden, sondern auch ein struktureller wirtschaftlicher Vorteil, da kleinere Batterien benötigt werden. Batterien machen etwa 30 bis 40 Prozent der Kosten eines Elektroautos aus.


M. meint
Zumindest ist mal positiv, dass Lucid nicht aufgibt, selbst nach Jahren mit roten Zahlen.
Damit wird es wahrscheinlicher, dass einem Käufer nicht das blüht, was Fisker-Käufer erleben, nämlich ein mit hohem Anspruch gestartetes Auto, das auch jung als Ersatzteillager enden kann.
Future meint
Mein Lieblingssatz im Text: »Zentrales Element der Lucid-Strategie soll die Energieeffizienz bleiben.« Sehr gut, Lucid, die Kalifornier haben es verstanden. Effizienz ist praktizierte Ressourcenschonung. Zu viel Verschwendung ist nämlich auch in der Elektromobilität weiter ein großes Thema bei einigen Herstellern.
brainDotExe meint
Woher die Annahme, dass es Kunden hauptsächlich um Effizienz geht?
Spoiler: Geht es nicht, sonst würden sich SUVs nicht so gut verkaufen..
Klar, Effizienz ist nicht zu vernachlässigen, aber viele anderen Dinge sind den Kunden wichtiger, zum Beispiel die Bauform oder schöne Felgen.