Der britische Kleinserienhersteller McMurtry Automotive hat die finale Serienversion seines einsitzigen Elektro-Rennwagens für die Rundstrecke vorgestellt. Der Spéirling Pure wurde gegenüber den bisherigen Prototypen umfangreich überarbeitet, rund 95 Prozent der Komponenten sind den Angaben zufolge Neuentwicklungen. Eine Straßenzulassung ist nicht vorgesehen.
Ein zentraler Aspekt der technischen Neugestaltung ist eine neue Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 100 kWh, die den 60-kWh-Energiespeicher der Prototypen ersetzt. Das modulare Design des Akkupakets soll zukünftige Upgrades erleichtern und eine Reichweite von 40 bis 50 Kilometern im Renntempo eines LMP2-Sportprototyps ermöglichen.
Die Systemleistung des 3815 Millimeter langen, 1795 Millimeter breiten und 1056 Millimeter flachen E-Autos liegt bei etwa 746 kW (1014 PS). Neue Elektromotoren geben ein höheres Drehmoment an ein verstärktes Getriebe ab, welches die hinteren Räder über ein elektronisches Differenzial antreibt. Der Spéirling Pure soll in 1,55 Sekunden von 0 auf 60 mph (96,65 km/h) beschleunigen und eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h erreichen.
Der Spéirling Pure verfügt über ein patentiertes Ventilatorsystem zur Erzeugung von künstlichem Anpressdruck. Zwei Hochgeschwindigkeits-Lüfter, die mit bis zu 23.000 Umdrehungen pro Minute rotieren, saugen die Luft unter dem abgedichteten Unterboden durch Filter ab und stoßen sie am Heck wieder aus. Dadurch soll das Auto unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit einen Abtrieb von bis zu 2000 Kilogramm generieren.
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Das Super-Elektroauto ermöglicht laut den Entwicklern Querbeschleunigungen von bis zu 3g in Kurven sowie Verzögerungswerte von ebenfalls 3g beim Bremsen. Das Monocoque aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff erfüllt globale Motorsport-Sicherheitsstandards.
Durch die größere Batterie wuchsen der Radstand, die Breite und die Länge des Wagens. Der Innenraum bietet nun mehr Platz für Fahrer bis zu einer Körpergröße von 2,01 Metern. Die A-Säule wurde versetzt, um das Sichtfeld zu verbessern, und die Einstiegsöffnungen wurden vergrößert. Der Elektro-Bolide verfügt über Scheinwerfer, Blinker, Warnblinkanlage und Bremslichter für Fahrten in der Dämmerung.
Am Fahrwerk wurde der nutzbare Federweg erhöht, während die nominale Fahrhöhe im Betrieb um 20 Prozent anstieg. Die Lenkung wurde auf eine hydraulische Servolenkung mit Ventilsteuerung umgestellt. Der britische Batterie-Supersportler nutzt Michelin-Renn-Slicks und eine Bremsanlage mit Carbon-Keramik-Scheiben von Brembo.
Der Betrieb des Spéirling Pure ist so konzipiert, dass er von zwei Personen an der Rennstrecke durchgeführt werden kann. Ein optionales mobiles Powerbank-System ermöglicht das Laden an herkömmlichen Drehstromanschlüssen. An Schnellladestationen lässt sich das Akkupack den Hersteller-Angaben nach in 20 bis 60 Minuten von 20 auf 95 Prozent laden.
Jedes Fahrzeug wird in der Fabrik in den Cotswolds von Hand gefertigt, wobei die Sitze maßgeschneidert werden. Der Spéirling Pure ist für Wettbewerbe wie die Global Time Attack oder die European Time Attack Masters zugelassen. Die ersten Auslieferungen sollen im Laufe des Jahres 2026 beginnen. Der Basispreis liegt bei 995.000 Britischen Pfund, was etwa 1,17 Millionen Euro entspricht, zuzüglich Steuern, Transportkosten und Sonderausstattungen.










David meint
Diese Ventilator-Geschichte ist ja klar. Anpressdruck kostet allerdings Leistung und dieser hier besonders viel, ist somit nur für kurze Rennen sinnvoll. Dafür müsste es dann aber ins Reglement passen. Zudem ist auf einer Buckelpiste wie dem Nürburgring auch die Abdichtung ein Thema. Das ist also ein ganz spezielles Fahrzeug für nur wenige und der Preis ist ja nun auch nicht gerade besonders günstig. Gut aussehen tut das Fahrzeug auch nicht. Das wird unterm Strich schwer, es erfolgreich auf den Markt zu bekommen.
M. meint
Den Ventilator braucht man ja nicht immer. Geradeaus bei verhaltenen 200 km/h, das geht auch ohne. Eine Straßenzulassung hat das Ding sowieso nicht.
Ich denke schon, dass der auf der Nordschleife richtig aufdrehen würde. Man muss sich wegen der Abdichtungsfrage aber langsam rantasten, damit man weiß, wo es nicht geht.
Hey, das ist ein Spielzeug für Superreiche. Kein Auto.
eBikerin meint
“ Das wird unterm Strich schwer, es erfolgreich auf den Markt zu bekommen.“
Das ist ein Auto von einem Kleinstserienhersteller dass auschliesslich für bestimmte Rennen gedacht ist. Die wollen davon ja gar keine riesigen Mengen absetzen, darum ist der ja auch auf 100 Stück limitiert
David meint
Naja, finde mal 100 Leute!
M. meint
Das Ding ist so verrückt, die 100 finden sich schon.
Vorteil: den hier musst du nicht alle 1000 km zur Wartung bringen (Reifen mal abgesehen), den kannst du aufladen, deinen Spaß haben, dann stellst du ihn wieder 8 Wochen weg.
Ein Prof. von mir hatte eine Garage am Nürburgring mit einem 911 drin. Der war nur für die Nordschleife da. Hin, eine Runde fahren, wegstellen, mit Normalauto heim. Das geht hiermit noch einfacher. Und schneller, falls man das Ding beherrscht.
eBikerin meint
Ich hab zuerst an nem Tippfehler gedacht – aber auch auf der offiziellen Seite steht, dass das Auto bei Renntempo zwischen 40 und 50 km weit kommt.
Jeff Healey meint
Würde für meinen Weg zur Arbeit reichen.
Dann kann ich bei den ganzen nervigen 70Km/h-Abschnitten auf der Strecke, in den Kurven ordentlich Zeit gut machen 😍