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DAT-Barometer: 36 Prozent der Kaufwilligen liebäugeln mit Elektro-Neuwagen

28.05.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

VW-ID.-Polo-

Bild: VW (Symbolbild)

Das „DAT Barometer Mai 2026“ befasst sich mit Pkw-Kaufplanern. Für sie stehen viele Entscheidungen an: Leistbarkeit, Finanzierung, Neu- oder Gebrauchtwagen sowie Verbrenner, teil- oder vollelektrischer Antrieb. „Speziell die letzt­genannte Ent­schei­dung ist oft stark davon abhängig, ob eine private Lade­möglich­keit vorhanden ist, ob es bezahlbare BEV auf dem Markt gibt und wie sich die Kraft­stoff­preise entwickeln. Das treibt die Menschen um – sogar noch mehr als die für Mai angekündigte staatliche Förderprämie“, so die Marktbeobachter der Deutsche Automobil Treuhand (DAT).

Der Markt legte laut der Auswertung in den ersten vier Monaten des Jahres zu. Neuzulassungen stiegen etwas stärker als Besitzumschreibungen. Die Neu­zu­lassungen zeigten ein etwas stärkeres Plus als die Besitz­um­schrei­bungen, zahlenmäßig bleibt aber der Gebraucht­wagen­markt für die große Mehr­heit die erste Anlauf­stelle.

Bei der Frage Neu- oder Gebrauchtwagen bevorzugen 52 Prozent einen Neuwagen, 34 Prozent würden einen Gebrauchten wählen. Für jeweils 57 Prozent beider Käufergruppen sind Ersparnisse das bevorzugte finanzielle Mittel. Teil- oder Vollfinanzierung planen 35 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner und 29 Prozent der Neuwagenkaufplaner.

Bei Gebrauchtwagenkaufplanern sind hohe Reparaturkosten mit 36 Prozent der wichtigste Anschaffungsgrund. Danach folgen eine neue Familien- oder Berufssituation mit 25 Prozent und ein bereits im Vorjahr geplanter Kauf mit 24 Prozent. Bei Neuwagenkaufplanern liegen drei Gründe eng beieinander: „Kauf war schon im Vorjahr vorgesehen“ mit 25 Prozent, „hohe Reparaturkosten“ mit 24 Prozent und „guter Verkaufspreis für jetzigen Pkw“ mit 24 Prozent.

Motorwahl spaltet Neu- und Gebrauchtwagenkäufer

Bei der Motorwahl unterscheiden sich die Gruppen deutlich: 36 Prozent der Neuwagenkaufplaner planen den Kauf eines Elektroautos, 21 Prozent einen Benziner. Bei Gebrauchtwagenkaufplanern kommt ein Vollstromer für 8 Prozent in Frage, in dieser Gruppe planen 48 Prozent einen Benziner. Plug-in-Hybride sind in beiden Gruppen die zweitwahrscheinlichste Motorart, mit 24 Prozent bei Neuwagen- und 19 Prozent bei Gebrauchtwagenkaufplanern. Diesel wählen 7 Prozent der Neuwagenkaufplaner und 14 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner.

Kosten spielen eine zentrale Rolle: Fast 80 Prozent stimmen zu, dass ihnen ein kostengünstiger Unterhalt wichtiger ist als früher, konkret 77 Prozent der Neuwagen- und 76 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner. Mehr als die Hälfte sieht fehlende bezahlbare E-Autos auf dem Neuwagenmarkt: 58 Prozent bei Neuwagen- und 61 Prozent bei Gebrauchtwagenkaufplanern.

Ein schlechtes Gewissen bei der Neuanschaffung eines Verbrenners geben 39 Prozent der Neuwagenkaufplaner und 27 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner an.

„Bei der Betrachtung der Händler­ver­kaufs­werte von drei­jährigen Gebraucht­wagen wird im Jahr 2026 generell eine sinkende Tendenz deutlich“, berichten die Analysten abschließend. Stets bezogen auf den ehe­maligen Listen­neu­preis zeige die Aus­wer­tung der DAT-Daten­bank, dass die Werte für Benziner und Diesel zwi­schen­zeit­lich sehr eng bei­ei­nan­der liegen (April 2026: Benzin 60,0 %, Diesel 59,3 %). Mit deutlichem Abstand darunter halten sich die Rest­werte der drei­jäh­ri­gen Elektroautos mit 50,2 Prozent ihres ehe­ma­li­gen Listen­neu­preises.

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Via: DAT
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    28.05.2026 um 17:24

    Und wieder fehlt der eine kleine Hinweis, dass vor 3 Jahren auch tausende Euro Kaufprämie beim Kauf eines BEV gezahlt worden sind, die vom Listenpreis abgegangen sind…damals unabhängig vom Einkommen des Käufers und egal ob gewerblich oder privat. Berücksichtigt man diesen Aspekt, dürften eAutos und Verbrenner schon heute gleich auf sein.

    Antworten
  2. David meint

    28.05.2026 um 10:09

    Und damit eben weiterhin zwei Drittel nicht. Das sollte man auch im Blick behalten. Wir bewegen uns hier in der Elektro-Bubble. Wenn man die Zahlen nüchtern betrachtet, klopft die Realität an — vorausgesetzt, man glaubt solchen Befragungen. Glaubt man ihnen nicht, heißt das aber trotzdem nicht automatisch, dass diese Meinung nicht von zwei Dritteln der Kaufwilligen vertreten wird.

    Antworten
    • South meint

      28.05.2026 um 13:45

      Naja, Phrasen wie Bubble und Realitätsgefasel oder wie wärs mit nachdenken.
      a) Ein Bekannter von mir hat noch vor nem Jahr gesagt hat, dass er sich nie und nimmer ein eAuto zulegen wird. Heute fährt er nen ID.7. Warum?
      Er hat sich nie ernsthaft mit dem eAutokauf beschäftigt und erst als dann quasi ernst wurde, hat sich überhaupt mal mit eAutos auseinandergesetzt. Ich selbst wusste ein Jahr vor meinem Kauf übrigens auch nicht, dass mein nächstes Auto ein eAuto werden würde.
      b) weiterer Fall.Ein zweiter hat sich nen PHEV gekauft, weil er der Reichweite nicht traute. Jetzt fährt er BEV.
      c) eAuto werden immer besser in Reichweite, und Ladegeschwindigkeiten und Preis. Auch die Infrastruktur wird besser. Das erschließt immer weitere Kundegruppen, welche heute noch eAutos kategorisch ausschließen. Mal ein Beispiel, wenn eAutos tatsächlich in 10 Minuten vollgeladen sind und es gute Lademöglichkeiten gibt, dann erschließt das ein riesige neue Kundengruppe, welche mit Ladeleistung so um 30 Min. nicht für ein eAuto entscheiden würde.
      d) Die Umstellung auf eAutos dauert locker 10-20 Jahre ! Der Markt könnte gar nicht bedient werden, wenn plötzlich alle auf der Welt nur eAutos kaufen würden.
      Übrigens unabhängig vom eAuto egal welche Umfrage man macht. Es krankt immer am Informationsdefizit. Heute wäre locker auch die Hälfte gegen autonomes Fahren und ich sage dir, wenn es das mal gibt, da Zack magst trotzdem jeder. Mal bei Smartphones. Ich habe soviele gekannt, die immer behauptet haben, wofür brauch ich ein Smartphone, ein Mobiltelefon reicht mir locker…
      In Summe muss … deshalb nix Blase… in der Realität muss man so ein Umfrage also immer kritisch einordnen, denn im Prinzip sind die Probanden im ersten Schritt immer gegen Änderungen und zumeist auch nicht sauber informiert. Und Umstellung braucht Zeit…

      Antworten
      • David meint

        28.05.2026 um 16:02

        Doch, du bist nur so dermaßen mitten in der Blase und zudem hat dich der liebe Herrgott mit wenig Rüstzeug ausgestattet, um das besser einordnen zu können. Daher kommst du mit anekdotischer Evidenz und vergisst, die harten Zahlen für die ersten vier Monate sind ja auch schon hier berichtet wurden. Und da waren es 20 % die BEV gewählt haben. Das bedeutet, 80 % haben dieses Jahr ein neues Auto zugelassen, das einen Verbrennungsmotor hatte.

        Antworten
        • Mäx meint

          29.05.2026 um 09:11

          Hat dich der lieber Herrgott mit so wenig Rüstzeug ausgestattet um Trends nicht zu erkennen?
          EU BEV 15,3% Jan-Apr 2025
          EU BEV 19,7% Jan-Apr 2025
          > 28% Wachstum
          Deutschland BEV 17,5% Jan-Apr 2025
          Deutschland BEV 23,6% Jan-Apr 2026
          > 34,8% Wachstum

        • South meint

          29.05.2026 um 09:50

          Ne, nur weil du nen Tunnelblick hast (da reicht ja das Wort „Tesla“), heisst das noch lange nicht, dass andere das auch haben. Um in einer Blase zu leben muss man sich eben auch nur in der bewegen. Wer aber breit fundierte Nachrichten liest oder kuckt, wer sozial gut eingebettet ist, der ist in keiner Blase, nur weil er sich hier auf einer spezialisierten Seite befindet.
          Es ist eher Mode geworden, sich nicht inhaltlich auseinanderzusetzen, sondern dem anderen mit plumpen Schlagewörtern und hohlen Phrasen anstattdessen einfach die Logik abzusprechen.

        • South meint

          29.05.2026 um 10:15

          … und noch nachgeschoben, es geht im Kern darum, ob man tatsächlich eine Entwicklung wie hier die eAutos richtig vorhersieht. Man muss immer vor Augen haben, dass da Umfragen so ziemlich die schlechteste Prognosegüte haben, denn traditionell kranken Umfrage an Veränderungsblindheit.
          Dann daraus noch abzuleiten, dass diejenigen, die das nicht so sehen, dann in einer Blase leben würden (was wie gesagt gar nicht so einfach ist, dafür müsste man sich informationstechnisch wie sozial isolieren oder isoliert sein), ist ein grottenfalsches einfaches Weltbild…

        • MK meint

          29.05.2026 um 11:18

          @David:
          Ja, Intelligenz zeigt man immer am besten, in dem man andere Leute einfach beleidigt.
          South geht es doch um die Zukunft, Sie berufen sich auf Vergangenheitsdaten. Und das ist doch grade der spannende Punkt: In der Vergangenheit haben 20% eAutos gekauft, in der Zukunft wollen es dieser Umfrage nach aber 36% tun…und das spricht dafür, dass der Marktanteil von eAutos in Deutschland weiter rasant steigen wird…was sich ja auch in der Entwicklung der Zulassungszahlen der ersten Monate 2026 widerspiegelt. Aber natürlich sieht man die 36% nicht jetzt: „Kaufwillig“ bedeutet „plant Kauf in den nächsten 12 Monaten“, bedeutet dann wiederum: Bestellung unter Umständen im Mai 2027, Auslieferung je nach Lieferzeit dann vielleicht Ende 2027/Anfang 2028.
          Spannend ist doch auch, dass mit 39% sogar mehr Leute angeben, beim Kauf eines Verbrenners ein schlechtes Gewissen zu haben. Zusammen mit der Aussage, dass über die Hälfte der Neuwageninteressenten fehlende bezahlbare Modelle bemängelt, ist da also auch noch was zu holen: Immerhin ist diese Meinung eben sehr weit verbreitet, während man dann beim Händler vor Ort oftmals feststellt: Das eAuto ist meist gar nicht teurer als der Verbrenner und das war nur ein Vorurteil (das auch wieder auf Vergangenheitswerten beruht).

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