Die geplante Geschwindigkeit und Ausgestaltung des „Smart-Meter“-Rollouts in Deutschland rückt durch die Koalitionsbeschlüsse in den Fokus. Klassische Smart Meter – intelligente Stromzähler – sind weiterhin besonders für Haushalte mit höherem Stromverbrauch sowie für Betreiber von Solaranlagen, Wallboxen oder Wärmepumpen vorgesehen. In einer repräsentativen E.On-Umfrage befürworten 83 Prozent der Hausbesitzer die Technik, während 10 Prozent keine Nutzungsgründe sehen und 7 Prozent mit „weiß nicht“ antworten.
Besonders hoch ist die Offenheit bei Haushalten mit Elektroauto, Batteriespeicher oder Wärmepumpe. Rund 90 Prozent der Besitzer dieser Energielösungen stehen intelligenten Stromzählern positiv gegenüber. Eine flexible Stromversorgung dieser Geräte kann die Stromnetze entlasten.
E.On-Energie-Deutschland-CEO Filip Thon bezeichnet einen einfachen und beschleunigten Rollout klassischer Smart Meter als entscheidend für die Nutzung von Flexibilität im Stromsystem. Ein „Smart Meter Light“ könne zwar mehr Haushalten den Zugang zu dynamischen Tarifen eröffnen, die flexible Nutzung größerer verschiebbarer Lasten aber nicht schneller ermöglichen. „Deshalb darf die Diskussion um neue Smart-Meter-Varianten nicht dazu führen, dass der Rollout dort an Tempo verliert, wo der Nutzen für Verbraucher, Stromsystem und Energiewende am größten ist“, sagt Thon.
Hausbesitzer ohne E-Auto, Batteriespeicher oder Wärmepumpe und ohne Interesse an einer Anschaffung bewerten den Nutzen von Smart Metern um bis zu 20 Prozentpunkte geringer. Die Zustimmung liegt bei diesen Gruppen je nach Energielösung bei 59 Prozent für E-Autos, 64 Prozent für Wärmepumpen und 76 Prozent für Speicher. Bei Hausbesitzern mit E-Auto, Speicher oder Wärmepumpe liegt sie jeweils bei rund 90 Prozent.
Smart Meter können Haushalten ermöglichen, ihre Stromrechnung mit entsprechenden Tarifen zu senken, wenn sie den Verbrauch in Zeiten niedriger Nachfrage oder hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verschieben. Dynamische Tarife orientieren sich an den Börsenstrompreisen und verändern sich viertelstündlich, wodurch günstige und hohe Preise direkt weitergegeben werden. Alternativ können Verbraucher Festpreistarife mit smarten Services nutzen, die beispielsweise über Boni Einsparungen ermöglichen.
Als wichtigste Gründe für Smart Meter nennen die befragten Hausbesitzer eine erwartete Kostenersparnis durch optimierten Stromverbrauch mit 50 Prozent, das Monitoring des Energieverbrauchs mit 31 Prozent und die Nutzung innovativer Tarife mit 30 Prozent. Jeweils 28 Prozent führen die automatische Übermittlung des Zählerstands und die mögliche Vermeidung von Nachzahlungen an. Zwei Drittel bewerten Smart Meter als wichtigen Baustein der Energiewende, und 81 Prozent halten finanzielle Vorteile für Haushalte mit flexiblem Stromverbrauch für fair.

M. meint
Ich hatte mich bei unseren Stadtwerken in der Vergangenheit schon erkundigt, wann die Smartmeter kommen, aber so langsam ist es mir egal.
Seit Reiche im Amt für Gas lobbyiert, kann man davon ausgehen, dass private PV nichts mehr einspeisen kann, braucht man auch nichts mehr einzuspeisen und irgendwie zu erfassen. Das pumpt man in den Akku (Auto, Haus – egal), und fertig. Zur Not hänge ich dem Nachbarn das Verlängerungskabel über den Zaun und verschenke den Strom.
Ein Smartmeter lohnt sich nur noch bei einem dynamischen Tarif, und der nur mit genügend steuerbaren Lasten (wie BEV), aber dann muss man eben auch die höheren Zählerkosten dagegen rechnen.
Kann schon sein, dass sich das lohnt, aber nicht automatisch, und nicht für jeden.
Wenn man dann noch betrachtet, dass durch den Netzausbau Strom einerseits teurer werden soll (so steht es hier aktuell in einem anderen Artikel), andererseits das bessere Netz auch Großnutzern den Konsum von „Billigstrom“ ermöglicht, werden die Preisextreme abnehmen. Strom umsonst nimmt jeder, aber sobald genug Abnehmer für Strom zu 5 ct, da sind (weil die dann entsprechend angeschlossen sind), gibt es keinen 0 ct.- Strom mehr. Auf der anderen Seite werden Großbatterien schon bei niedrigeren Preisen Strom profitabel verkaufen können, also nicht warten, bis Höchstpreise verlangt werden könnten.
SuperManni meint
Balkonkraftwerk installiert.
Umgehend Smart Meter Light bekommen.
Balkonkraftwerk lohnt sich, Smart Meter nur zusätzliche Kosten und kein Mehrwert. Keine vernünftige Ablesung möglich.
Wolfgang meint
Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast.
Und viele genannten Vorteile, aber kein Wort der Nachteile. Jedenfalls habe ich keine gefunden.
Den Smart Meter sind wie das neue EU Vollüberwachungsgesetz für alles was du sagst schreibst und wahrscheinlich auch bals denkst.
Da Applaudieren wir mal, dass wir alles mit uns machen lassen und auch noch stolz auf unsere Blödheit, Unfähigkeit und Faulheit gegenüber unserer Freiheit sind.
Getreu dem Motto, weiter so.
Matthias meint
Die Frage ist doch für wen sich der Aufwand lohnt, mit „Smartmeter“ zeitlich variable Strompreise abzurechnen. Das häufig benutzte E-Auto bei Sonne oder Wind laden, okay, aber nur mit einer Waschmaschine und einem E-Bike wird man wenig ausrichten. Wärmepumpe braucht Strom wenn es kalt ist, nicht wenn er billig ist.
„Aber wenn das alle machen“, wie lange gibt es dann noch deutlich unterschiedliche Preise, gar negative die Verbrauch belohnen? Ich denke es reicht wenn eine Minderheit mit hohem zeitlich flexiblen Verbrauch die Preisausschläge in Richtung der Mischkalkulation dämpft. Die Mehrheit mit Normalverbrauch kann dann einen normalen Tarif nutzen und auch (wieder) bezahlen.
EV1 meint
Ich sehe keinen Vorteil eines Smart-Meters bei uns.
Elektroauto, Batteriespeicher und PV Anlage ist vorhanden. Von Mitte Februar bis Oktober sind wir autark. Der Winterbezug ist so gering, dass sich die Mehrkosten für das SmartMeter und ein flexibler Stromtarif nicht rentieren würden.
eBikerin meint
??? Dann ist deine PV kleiner als 7kWp und deine Wallbox hat weniger Leistung als 4,2 kW. Wenn nicht, dann ist ein Smartmeter seit 01.2025 Pflicht.
hu.ms meint
Wenn auch zeitnah einen von der eon-tochter bayernwerk bekäme……
Michael meint
Es sollte im Interesse der Bundesregierung sein dass wir den vorhandenen Strom so verteilen, dass er für alle günstig ist. Dazu sind Smartmeter absolut notwendig. Anscheinend interessiert es die Regierung aber nicht. Der ist es anscheinend nur wichtig dass ihr Klientel gut verdient.
David meint
Als wenn die Haushalte gegen Smart Meter wären…
Gernot meint
E.on dürfte es um etwas anders gehen. E.on ist der größte Verteilnetzbetreiber in Deutschland und versorgt über seine Tochtergesellschaften 14 Mio. Haushalte mit Strom. Da sind die e.on-Töchter auch immer grundzuständige Messstellenbetreiber.
Tibber, Octopus, Ostrom, Rabot und andere haben eine Smartmeter-Initiative für Smartmeter Light gestartet. Die wollen als wettbewerbliche Messstellenbetreiber Haushalte z.B. in MFH, bei denen nicht zu erwarten ist, dass sie Wärmepumpe, Wallbox etc. bekommen, mit einfachen Smartmetern ohne Bidirektionalität ausstatten.
Das nimmt e.on Geschäft und das will e.on verhindern. Deshalb schnell eine „Studie“, dass Kunden ja total auf „richtige“ bidirektionale Smartmeter stehen und gar keine Smartmeter light wollen. Katherina Reiche übernimmt die Argumentation bestimmt wieder 1 zu 1.
Jeff Healey meint
Das Gleiche habe ich auch gerade gedacht.
Deutschland wieder einmal auf den hinteren Rängen, auch beim SmartMeter Rollout.
Politische Entscheider/innen bestimmter Parteien, und ein all zu oft politisch motivierter bürokratischer Apparat, oft mit entsprechenden Parteibüchern ausgestattet, aber genau so oft ohne großartige Bereichs-Fachkenntnisse, sind seit Jahren die größten Bremsklötze in diesem Land, um nicht zu sagen Sargnägel.
Und Nein, Alice im Wunderland wird nichts besser machen. Im Gegenteil.
FrankyAC meint
Die Kosten für Stromzähler sind gesetzlich auf max. 25€/Jahr gedeckelt. Für Smartmeter gilt das nicht, die können bis zu über 100€/Jahr kosten.
Ein Smartmeter ist eine Voraussetzung dafür, dass Netzbetreiber bei Engpässen meine Verbraucher drosseln können.
Zählerstände nicht mehr manuell durchgeben zu müssen, wiegen diese Nachteile für mich jedenfalls nicht auf.
Steffen meint
Die Angst vor Überwachung ist gar nicht soo selten. Außerdem sind die Preise höher.
Paule meint
Lies den Text noch mal. Es geht um Hausbesitzer, nicht im Haushalte.
Howley meint
Das Problem ist, dass man in vielen Fällen deutlich höhere Kosten hat. Bei den Preisen bin ich froh, aktuell noch keinen zu haben. Bei 18 kWp zahle ich statt 20 Euro dann 110 Euro pro Jahr, also müsste ich 90 Euro nutzen daraus ziehen, damit es sich lohnt. Aus dem Netz beziehe ich ca. 1500 kWh. Also müsste ich 6 ct/kWh sparen. Von März bis Oktober beziehen ich rund 40 kWh, dementsprechend müsste ich im Winter alles einsparen. Und zwar an Tagen, an denen die Sonne nicht scheint. Ich glaube, das ist relativ unrealistisch.
Anderes Beispiel: alte PV Volleinspeisung. Vorher einen selbst gekauften Ferraris Zähler (war damals noch erlaubt also 0 Euro jährliche kosten und nicht mehr gewinnbringend weitervergkauflich). Jetzt wurde ein smart Meter eingebaut, bringt nur dem Netzbetreiber was, weil er nicht mehr ablesen kommen braucht. Aber die Kosten trägt natürlich nicht der Netzbetreiber.
Zugegeben alles nur Kostengründe, aber darauf kommt es am Ende an. Aber Hauptsache Kathis Freunde bei der Westnetz machen ein gutes Geschäft. Wäre der Einbau kostenneutral wär ich gern dabei, aber bei tausenden Euro Mehrkosten über die Jahre bin ich absolut dagegen.