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VW-Vertriebschef Sander setzt auf organischen Wandel hin zu Elektroautos

10.06.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

VW-ID-Polo-2

Bild: VW

Martin Sander, seit fast zwei Jahren für Vertrieb, Marketing und Aftersales in der Pkw-Sparte von Volkswagen zuständig, vergleicht die Entwicklung hin zu Elektroautos mit dem historischen Wandel von Pferden zu Autos. Er meinte im Gespräch mit AutoExpress, dass Menschen sich über die Zeit organisch für effizientere Fortbewegungsmittel entscheiden würden.

Sander kritisierte die aktuelle Debatte über Verbrennungsverbote. Laut seiner Einschätzung ist es wenig hilfreich, Kunden lediglich mit Verboten von Fahrzeugen zu konfrontieren, die sie über Jahrzehnte gewohnt sind. Stattdessen müsse der Fokus auf der Überzeugung durch Vorteile liegen.

Um Kunden für die neue Technologie zu gewinnen, sieht Sander zentrale Handlungsfelder. Dazu gehören der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie positive Kommunikation über die Vorzüge elektrischer Fahrzeuge. Auch das Thema Energiepreise spiele eine Rolle für die Akzeptanz.

„Wir müssen wettbewerbsfähig sein. Es gibt keine Alternative“

Volkswagen verfolgt den Weg der Elektromobilität bereits offensiv, ist dabei aber mit einer zunehmenden Bedrohung durch chinesische Hersteller konfrontiert. „Alles, was wir in China lernen, wird uns helfen, auf allen anderen Märkten weltweit wettbewerbsfähig zu sein, auf denen wir mit den Chinesen konkurrieren“, sagte Sander. „Für uns geht es vor allem um Größenvorteile, Effizienz und Kosten, und daran arbeiten wir mit Hochdruck. Wir müssen wettbewerbsfähig sein. Es gibt keine Alternative.“

Hinsichtlich der Antriebstechnologien wird Volkswagen keine Range-Extender-Elektrosysteme nach Europa bringen. Hierbei hat ein E-Fahrzeug einen kompakten Verbrennermotor an Bord, der als reiner Stromgenerator ohne Verbindung zu den Rädern für mehr Reichweite dient. Stattdessen setzt Volkswagen hierzulande laut dem Manager auf ein breites Spektrum mit Verbrennern, Mild-Hybriden, Voll-Hybriden und Plug-in-Hybriden sowie reinen E-Autos.

Der Manager sieht für Range-Extender-Setups derzeit keine Marktchancen in Deutschland oder Europa, räumt jedoch ein entsprechendes Marktpotenzial in China ein. Das Ziel von Volkswagen sei es, durch eine vielfältige Auswahl an Antriebssträngen und Batteriegrößen ein wettbewerbsfähiges Angebot zu schaffen.

Zukünftige Produktneuheiten bei der Kernmarke von Europas größtem Automobilhersteller umfassen den ID. Polo als elektrische Alternative zum beliebten Benzin-Kleinwagen sowie ein umfangreicheres Facelift für das Kompakt-Elektroauto ID.3. Zudem sind der ID. Polo GTI als sportlicher Kleinwagen und ein mittelgroßes Batterie-SUV namens ID. Tiguan geplant.

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Via: AutoExpress
Unternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    10.06.2026 um 19:52

    Richtig ist jedenfalls, dass es immer noch sehr viele Leute gibt, die das Elektroauto ablehnen in dem Sinne, dass sie selber keins kaufen, wenn ein neuer Wagen ansteht. Damit muss man leben. Nicht einmal in China erzieht man die Leute um. Dort erlaubt man, dass Verbrenner Range Extender genannt werden und dann einem BEV gleichgestellt zu sein.

    Antworten
  2. Egon_meier meint

    10.06.2026 um 15:17

    „organisch“ ist ein gängiges Buzzword – muss eben sein und klingt gut ..
    was es bedeutet ist klar .. mal sehen was läuft und das ausbauen.

    Zum Glück befindet sich VW noch in einer guten Position – verdient halbwegs Geld, außerhalb China läuft es und die Technik funktioniert ganz ordentlich.
    Da geht es anderen viel schlechter – aus vielerlei Gründen.

    Antworten
  3. Futureman meint

    10.06.2026 um 13:00

    Dazu gibt es nette Bilder aus New York aus der Zeit der Umstellung von Kutsche auf das Auto. Innerhalb von 10-20 Jahren hat sich das Stadtbild damals komplett geändert. Dazu sollte man denen von VW sagen, das bei der jetzigen Umstellung die ersten 10 Jahre schon um sind.
    Damals lag es allerdings auch an (einigermaßen) günstigen Fahrzeugen (Model T), quasi ein Wagen fürs Volk. Wäre ja mal ein Aufhänger für einen wirklichen Volkswagen…

    Antworten
    • Egon_meier meint

      11.06.2026 um 00:32

      Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich …

      Antworten
      • Paule meint

        11.06.2026 um 15:56

        Doch – passt. Damal hat es den Leuten gestunken, dass sich die Pferde auf den Straßen entleert haben. Heute stinkt es den Leuten, dass verbrannte Kohlenwasserstoffe neben ihnen ausgeblasen werden.

        Antworten
    • M. meint

      11.06.2026 um 15:51

      Ja, VW muss überall in die Presche springen, wo der vermeidliche ‚Technologieführer‘ außer Ankündigungen nichts auf die Beine stellt.
      Aber inzwischen wird dort ja geliefert. Polo, Raval, Epiq,… so langsam wird’s doch. Ganz im Gegensatz zu…

      Antworten
      • MichaelEV meint

        11.06.2026 um 20:03

        VW muss weil sie nicht anders können. Kein Unternehmen der Welt würde freiwillig den Fokus vom hochmargigen Produkt zugunsten deutlich niedriger Marge nehmen (außer für sehr viel mehr Stückzahl, VW-BEVs haben aber sogar nur grob die Hälfte des Volumens).

        Antworten

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