Die Nachfrage nach Elektroautos übersteigt derzeit die Produktionskapazitäten von Renault. Laut Konzernchef Francois Provost sind die Orderbücher in Märkten wie Deutschland und Frankreich seit Beginn des Iran-Kriegs um 50 Prozent angewachsen, was auf hohe Kraftstoffpreise zurückzuführen sei.
„Wir übersteigen derzeit die Kapazitäten unserer Zulieferer“, sagte Provost der Nachrichtenagentur Reuters. Um der hohen Nachfrage zu begegnen, planen die Franzosen für die zweite Jahreshälfte die Einführung zusätzlicher Schichten in den Werken Douai und Maubeuge sowie in Novo Mesto in Slowenien. Eine spezielle Arbeitsgruppe wurde bereits eingesetzt, um sich dieses Themas anzunehmen. Probleme bei der Beschaffung von Batterien bestehen laut dem Unternehmen nicht.
In Europa stiegen die Verkäufe von Elektroautos in den ersten vier Monaten um 29 Prozent auf fast eine Million Fahrzeuge. Renault geht davon aus, dass sich der Trend zur Elektromobilität weiter beschleunigen wird, auch wenn das Interesse nach einem Kriegsende und sinkenden Spritpreisen nachlassen könnte.
Für eine mittelfristige Kostensenkung bei E-Autos strebt Renault die Produktion von günstigeren Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) an. Hierfür ist der Beginn der Produktion durch den chinesischen Batteriehersteller Envision AESC im Werk Douai vorgesehen.
Der europäische Automarkt verzeichnete in den ersten vier Monaten ein Wachstum von 4,2 Prozent auf knapp 3,8 Millionen verkaufte Fahrzeuge in der EU. Dieser Anstieg wird laut dem Verband der europäischen Automobilhersteller ACEA durch die steigende Nachfrage nach Elektroautos in mehreren großen Ländern getrieben.

Earth is Burning meint
Der fossile militärisch-industrielle Komplex arbeitet seinem Ende entgegen. Kleine, günstige und umweltfreundliche Autos erobern die Straßen.
Ich kann Renault nur gratulieren und wünsche noch viele zusätzliche Extraschichten! Und auch VW scheint sich endlich auf den richtigen Weg zu machen. Ich bin nur noch einen Mausklick vom ID.Polo oder ID.Cross entfernt!
MK meint
Sollte VW vielleicht auch mal machen. Habe grade mal geschaut, wann man denn einen ID.3 neo bekommen könnte, der immerhin aus Zwickau kommt…einem Werk, von dem VW sagt, dass man weiter Stellen abbauen wolle. Ergebnis: Anbieter wie Avemo und Autohändler, die Liefertermine im Internet angeben, reden grade bei Bestellung noch heute von Lieferung im April 2027. Das sind 10 Monate…
hu.ms meint
Die NEO produktion für kunden läuft auch erst im august an.
MK meint
@hu.ms:
Da die Auslieferungen an Privatkunden laut ADAC z.B. schon im Juli beginnen sollen, glaube ich das kaum.
MK meint
@hu.ms:
Nachtrag: Die „Freie Presse“ u.a. hat am Freitag gemeldet, dass die Serienfertigung des NEO angelaufen ist. Zu dem Zeitpunkt, als Sie Ihren Kommentar geschrieben haben, lief die Serienfertigung des Modells also schon ;)
Future meint
Es ist natürlich überhaupt nicht gut für den Wandel, wenn die Besteller jetzt lange warten müssen auf das neue Elektroauto, weil der Hersteller lieber ein paar Verbrenner verkaufen möchte, die sofort lieferbar sind. Das wird bei Renault jetzt passieren. Bei VW ist es ja so ähnlich – hier im Blog wurde mehrfach von 12 Monaten Lieferzeit berichtet. Da hat man den Eindruck, dass es beim Elektoauto nur um die (zu erfüllende) Quote und die (vergleichsweise niedrige) Marge geht. Aber es gibt ja auch noch Hersteller mit kürzeren Lieferzeiten, die jetzt aushelfen können.
M. meint
Üblicher Unsinn.
Der Hersteller plant Sonderschichten für die BEV, „weil er lieber Verbrenner verkauft“.
Dann geht es hier um Renault – schau doch oben nochmal selbst nach.
Und natürlich ist es positiv, dass diese Modelle gekauft werden, und dass es DIESE Modelle sind statt „die anderen“ – da kann man jetzt neidlich auf kürzere Lieferzeiten verweisen, aber wer die wollte, könnte sie sich ja einfach nehmen!?
Aber den einen sind die zu teuer, die nehmen Renault. Anderen sind sie zu billig, deswegen brummt die Produktion (auch) in Ungarn. Und wieder andere wollen damit einfach nichts zu tun haben. Wo der Rest steht, das weiß man ja.
eBikerin meint
Was bei Renault jetzt passiert steht doch im Artikel – sie führen Sonderschichten für die BEV ein. Übrigens – die zweite Jahreshälfte beginnt in 19 Tagen.
MK meint
@Future:
Wie M. schon sagt: Hier geht es um Renault, die grade Sonderschichten einführen um die Lieferzeiten zu verkürzen.
Was das leidige VW-Thema angeht: Ja, die verbaseln es leider weiterhin. Der ID.3 neo, den man erst ab nächsten Monat überhaupt Probe fahren kann, hat jetzt schon wieder Lieferzeiten von 10 Monaten…während öffentlich immer noch über Stellenabbau im Werk Zwickau berichtet wird. Das passt einfach nicht zusammen. Vor Allem hat Renault ja hier im Artikel recht: Lange waren die Akkus knapp und wer nicht rechtzeitig bestellt hat, bekam halt keine. Aber grade gab es einen Einbruch des Marktes in China und Überkapazitäten in der Akku-Industrie. da sollte sich was machen lassen, wenn man denn wollen würde.
M. meint
Job #1 vom ID.3 neo war heute.
Das ist noch kein Kundenfahrzeug, aber nicht alle werden 10 Monate warten müssen. Aber jetzt wird erstmal validiert, und dann werden die Händler versorgt.
MK meint
@M.
Das habe ich auch nicht gesagt. es geht um die Leute, die jetzt bestellen wollen. Die, die im April direkt in den ersten Tagen bestellt haben, sollen ja laut Ankündigungen im Juli ihr Fahrzeug erhalten.
David meint
Das ist ja alles schön und gut, aber man hat ja gar nicht die absoluten Kapazitäten geschaffen. Zudem sind alle elektrischen Modelle über B-Segment schwierig in den Markt zu bringen und der R4 funktioniert nicht. Für einen Pionier des Elektroautos ist das wenig.
EVrules meint
Deine Zahlen stammen woher – oder wären sie schlicht erfunden?
Dir ist als Fachmann auch sicher bekannt, dass Kapazitäten (auch bei VW) erstmal auf einem erwartbaren Niveau laufen und dann bei guter Nachfrage (die bei Renault wohl besteht) dann nachgesteuert werden.
Als Industrie-Experte zeigst du ein erschreckendes Maß an Wissen!
Gerry meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
Thomas Claus meint
Ich habe jetzt mal per KI etliche europäische Märkte abgefragt. Renault ist hier eigentlich nur in Frankreich in den Top Verkäufen zu finden. Was mir aufgefallen ist, dass Tesla fast überall in den Top Verkäufen zu finden ist. Auch skoda ist häufig zu finden.
Thomas Claus meint
Ich habe jetzt mal per KI etliche europäische Märkte abgefragt. Renault ist hier eigentlich nur in Frankreich in den Top Verkäufen zu finden. Was mir aufgefallen ist, dass Tesla fast überall in den Top Verkäufen zu finden ist. Auch skoda ist häufig zu finden
hu.ms meint
Super schlau, einzelne modelle anzusehen. Wie wäre es mit auto-groups bei eu-evs ?
ChriBri meint
Warum funktioniert der R4 nicht? Der ist doch gerade erst auf den Markt gekommen? Seit wann kann der zugelassen werden? Und gibt es schon Zulassungszahlen?
M. meint
Hab schon welche auf der Straße gesehen. Etwas teuer, wie ich finde, aber schön!
Tt07 meint
Alles Fragen die Goliath nicht beantworten kann. Der R4 verkauft sich gut, wenngleich nicht so erfolgreich wie der R5.
Insgesamt läufts derzeit aber sehr zufriedenstellend für Renault und das wider der Prognose des 2. Experten hier im Forum, der seit Jahren das Ableben von Renault vorhersagt.
F. K. Fast meint
Dass er sich nicht ansatzweise so gut verkauft, wie der R5, sollte jedem klar sein, der sich die beiden Fahrzeuge mal angeschaut hat.
Ossisailor meint
In D bislang rund 1.900, in GB bislang 1.500, als Beispiele. Zahlen für den Heimatmarkt F habe ich leider nicht.
Der R5 verkauft sich bislang aber 3 x so gut.
MK meint
@Ossisailor:
Und wie man in den Medien liest, ist das Verhältnis in Frankreich genau umgekehrt. Dort wurden alleine im zweiten Halbjahr 2025 knapp 7.000 neue R4 zugelassen.
mipu meint
Na, da bin ich ja mal gespannt, was der Seiten-Troll David dazu sagen wird. Laut seiner Aussage verkauft ja nur VW gut und viel, und die anderen, gerade Renault, gar nichts …
Glückwunsch an Renault, endlich treffen sie mal wieder den Geschmack der Käufer und es zahlt sich auch aus – nicht unbedingt in D, aber wen interessiert schon dieser rückständige Markt, der nur noch von Gewerbe- und Firmenzulassungen lebt.
Elvenpath meint
Das sind gute Nachrichten. Ich habe auch schon einen neuen Twingo „in der freien Wildbahn“ gesehen. Sehr schick!
ChriBri meint
Kann dir nur zustimmen, hatte zum ersten Mal die Gelegenheit, ihn auf dem Autosalon in Brüssel zu sehen, jetzt kürzlich beim Händler in verschiedenen Farben, ein sehr sympathisches Fahrzeug mit hoher Effizienz, so dass die Akkugröße nicht schrecken muss. Klar, kein Fahrzeug für viel Langstrecke, aber das wird in der Fahrzeuggröße nicht primäre Anforderung sein
Mäx meint
Zwei Artikel vorher hörte ich noch, dass die Kunden keine BEVs kaufen wollen.