Ford und Renault wollen verstärkt auf die Technologie der Extended Range Electric Vehicles (EREV) setzen, um die europäischen Elektrifizierungsziele zu erreichen und die „Reichweitenangst“ der Verbraucher zu reduzieren. Bei auch „Range Extender“ genannten E-Fahrzeugen dient ein Verbrennungsmotor ohne Verbindung zu den Rädern exklusiv als Stromgenerator. Während sich das in China bereits etabliert hat, steht eine breite Einführung in Europa aus.
Besonders für größere Fahrzeuge sehen beide Hersteller laut der Automobilwoche Potenzial in der Technologie. Renault-CEO François Provost bezeichnet demnach EREVs als sinnvolle Alternative zu schweren Batterien bei großen Fahrzeugen, um das Gewicht von Autos in Innenstädten zu reduzieren. „Für große Fahrzeuge ist es sinnvoll, Plug-in-Hybride oder Reichweitenverlängerer einzusetzen, denn es ist völlig verrückt, täglich 2,5 oder 2,7 Tonnen schwere Autos durch die Innenstädte fahren zu lassen“, so Provost. Ein EREV könne eine E-Reichweite von 200 Kilometern bieten und damit vollständig elektrisches Fahren in Städten ermöglichen.
Ford plant für den europäischen Markt eine Palette aus EREVs, Plug-in-Hybriden und Vollhybriden. Zu den angekündigten Modellen gehören ein neuer Bronco für das Jahr 2028 sowie zwei Crossover-Modelle für 2029, die auf einer „Multi-Energy“ Plattform basieren sollen. Jim Baumbick, Europachef von Ford, betonte, dass EREVs und Plug-in-Hybride wichtige Schritte für Kunden seien, die noch nicht vollständig auf rein batterieelektrische Fahrzeuge umsteigen möchten.
Die Strategie ist auch vor dem Hintergrund der EU-Vorgaben relevant, die ab 2035 den Verkauf nahezu aller neuen Modelle mit reinem Verbrennungsmotor beenden sollen. Ford sieht sowohl EREVs als auch Plug-in-Hybride als Teil der europäischen Elektrifizierungsstrategie nach diesem Zeitraum. Hinsichtlich der Infrastruktur forderte Manager Baumbick eine stärkere Förderung des Ladens von Plug-in-Hybriden und EREVs in Europa. Als positives Beispiel nannte er Schweden, wo steuerliche Anreize dazu führten, dass Nutzer ihre Fahrzeuge häufiger aufladen.
In der Zusammenarbeit zwischen den Herstellern wird eine Ausweitung der Kooperation als Option betrachtet. Renault plant eine EREV-Variante für seine neue Elektroplattform, auf der die Nachfolger des Scénic und des Rafale basieren werden. Zudem wird Renault ab 2028 zwei kleine Elektroautos für Ford produzieren, darunter ein SUV auf Basis der Plattform des Renault 5.

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