BYD forciert den Ausbau seines Handels- und Servicenetzes in Deutschland massiv. Kai Schröder, Director Network, und Lutz Grütering, Head of Network Development, erläuterten gegenüber dem Portal Autohaus.de die aktuelle Expansionsstrategie des Unternehmens. Nach weniger als 30 Standorten vor einem Jahr war das Netz bis Ende 2025 schon auf rund 150 Standorte angewachsen. Für Mitte 2026 werden 200 und bis zum Jahresende 350 Standorte angestrebt.
„Ein solches Wachstum hat es im deutschen Automobilhandel noch nicht so oft gegeben“, unterstreicht Schröder. BYD setzt dabei auf eine Strategie, die sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch Plug-in-Hybride umfasst. Laut Schröder bietet das Unternehmen dem Handel ein breites Angebot mit hoher Marktrelevanz sowie ein attraktives Margenmodell. Die Marke zieht Grütering zufolge zunehmend Kunden an, was sich in steigenden Frequenzen in den Showrooms zeige.
Bei der Auswahl neuer Partner sucht BYD Unternehmer mit hoher Eigeninitiative, die die Marke aktiv vorantreiben möchten. Man verzichtet bewusst auf ein Agenturmodell und setzt stattdessen auf unternehmerische Freiheit der Händler. Ziel sind langfristige Partnerschaften, bei denen die Marke nicht nur „Beiwerk“ zum bestehenden Sortiment ist.
Der Einstieg in das Netzwerk soll vergleichsweise schlank gestaltet sein, etwa durch eine temporäre Corporate Identity im ersten Jahr. Zur Risikominimierung bietet BYD unter bestimmten Voraussetzungen einen Investitionsschutz über zehn Jahre an. Zudem unterstützt das Unternehmen die Partner operativ durch ein Verkaufsteam sowie durch ein Retail-Marketing-Team, letzteres in der Startphase auch finanziell.
Die Expansion soll flächendeckend erfolgen, wobei neben Ballungszentren auch ländliche Regionen im Fokus stehen. Ein effizientes Onboarding und moderne Trainingskonzepte, unter anderem mithilfe künstlicher Intelligenz, ermöglichen laut Schröder in Einzelfällen einen Verkaufsstart innerhalb von weniger als drei Monaten nach Erstkontakt.
Für die Premiummarke Denza verfolgt der chinesische Konzern eine differenzierte Strategie. Bestehende BYD-Partner können sich Schröder zufolge gezielt im Premiumsegment engagieren, sofern sie über „die entsprechende Haltung und Professionalität“ sowie ein passendes Team verfügen.

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