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Ferrari dementiert „Kaufzwang“ für Elektroauto Luce

23.06.2026 in Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

Ferrari-Luce

Bild: Ferrari

Ferrari bekräftigt, dass der Erwerb des neuen Elektroautos Luce keine Voraussetzung für den Erwerb künftiger limitierter Serienmodelle darstellt. Marketingchef Enrico Galliera wies damit laut der Nachrichtenagentur Reuters einen Bericht von Bloomberg zurück, wonach der Kauf des 550.000 Euro teuren Modells eine Bedingung für den Zugang zu exklusiven Fahrzeugen sein könnte.

Man möchte vermeiden, durch Druck auf die Kundschaft langfristige Schäden anzurichten. Galliera bezeichnete ein solches Vorgehen als einen „riesigen Fehler“. Er warnte davor, dass das Unternehmen das Risiko eingehe, unzufriedene Kunden zu schaffen, die den Luce nach kurzer Zeit wieder verkaufen würden.

Ein solcher Wiederverkauf hätte laut Galliera negative Folgen für den Restwert des ersten Elektroautos von Ferrari. Dies sei genau das Problem, unter dem der Sektor für luxuriöse Stromer derzeit leide. Die Italiener setzen stattdessen darauf, dass das Modell nur an Kunden verkauft wird, die ein echtes Interesse daran haben. Die interne Anweisung an das Händlernetz lautet laut Galliera, sicherzustellen, dass Käufer nicht nur aus Gefälligkeit gegenüber Ferrari agieren oder andere Vorteile suchen.

Das Unternehmen nutzt traditionell ein Zuteilungssystem für limitierte Editionen. Dieses bevorzugt Insidern zufolge langjährige Kunden sowie Personen, die an Werksevents teilnehmen und ihre Fahrzeuge über längere Zeiträume behalten. Die Kundschaft des Luxusherstellers zeichnet sich durch eine hohe Loyalität aus. Im Jahr 2025 wurden laut Reuters etwa 84 Prozent der Neuwagen an bereits bestehende Ferrari-Fahrer verkauft. Rund 56 Prozent gingen an Kunden, die mehr als ein Modell der Marke besitzen.

Die Vorstellung des fünfsitzigen, etwa fünf Meter langen Luce im vergangenen Monat löste Diskussionen aus. Kritisiert wurden insbesondere das unkonventionelle Design des Elektroautos im Vergleich zur gewohnten Ästhetik sowie die Abkehr von den klassischen Verbrennungsmotoren. Die Optik außen und innen wurde maßgeblich vom Studio LoveFrom unter der Leitung des ehemaligen Apple-Designchefs Jony Ive bestimmt.

Trotz der vor allem in den sozialen Medien teils heftigen Kritik äußerte CEO Benedetto Vigna kurz nach der Präsentation, dass der Luce sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Kunden auf „starkes Interesse“ stoße. Weitere Informationen zu den Bestellzahlen liegen derzeit nicht vor. Ferrari hat im letzten Jahr weniger als 14.000 Fahrzeuge produziert, darunter neben klassischen Verbrennerautos zunehmend Modelle mit teilelektrischem Antrieb.

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Via: Reuters
Tags: Ferrari LuceUnternehmen: Ferrari
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    23.06.2026 um 12:56

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Das galt schon 1961 und warum nicht 65 Jahre später? Dementieren von Fakten und Realitäten ist – ganz im Gegenteil – in den letzten Jahren noch stärker in Mode gekommen.

    Antworten

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