Bei Ferrari räumt man ein, dass die negativen Reaktionen auf das Elektroauto Luce das erwartete Ausmaß übertroffen haben. Der Luxushersteller war sich zwar bewusst, dass der erste elektrische Wagen der italienischen Marke heftige Diskussionen unter Fans auslösen würde, die Intensität der Kritik am über eine halbe Million Euro teuren Fünfsitzer-Crossover überraschte dennoch.
Emanuele Carando, der globale Marketingdirektor von Ferrari, erklärte gegenüber dem US-Portal Edmunds, dass man zwar eine starke und polarisierende Reaktion erwartet habe, das Ausmaß der Negativität jedoch unerwartet hoch sei. Er werte die Kritik am Design des Luce jedoch als kostenlose Werbung für die neue Baureihe.
Das Design des Exterieurs des Luce wurde sehr kritisch betrachtet, während das Interieur mit vielen Bedienelementen durchaus positiv aufgenommen wurde. Das E-Auto wurde von dem Studio LoveFrom unter der Leitung des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive entworfen. Ferrari betont, dass sein Elektroauto nicht darauf ausgelegt war, wie ein herkömmliches Verbrenner-Modell auszusehen.
Laut Carando hätte man das SUV Purosangue lediglich durch den Austausch des 12-Zylinder-Motors gegen einen Elektroantrieb und Batterien umbauen können. Man entschied sich jedoch bewusst dagegen, um die Vorteile der neuen Technologie zu nutzen. Dies ermöglichte eine Konstruktion mit einer sehr kurzen Motorhaube, wodurch der Fahrer näher an der Vorderachse sitzt und das Auto eine hohe Präzision in Kurven erreichen soll.
Carando blickt optimistisch auf eine Beruhigung der Debatte und verglich die aktuelle Situation mit der Markteinführung des Purosangue vor vier Jahren. Damals gab es ebenfalls heftige Kommentare, darunter die Behauptung, Enzo Ferrari würde sich im Grab umdrehen. Mittlerweile sei das erste SUV der Marke äußerst beliebt.
Der ehemalige Marketingchef Enrico Galliera dementierte gegenüber Edmunds Berichte, wonach Kunden einen Luce kaufen müssten, um Zugang zu künftigen limitierten Modellen zu erhalten. Er bezeichnete solche Meldungen als völlig unzutreffend und stellte klar, dass der Verkauf des E-Autos nicht erzwungen werde. Ferrari nutze einen komplexen Algorithmus zur Priorisierung von Kunden für den Zugang zu Spitzenmodellen.

Mario meint
Es ist kein Ferrari. Ich habe einen, zwar kein Sondermodel, nur ein 458 Spider. Ferrari hat sich mit dem Luce kein Gefallen getan. Ich kenne viele Ferrari besitzer in Monaco und kein einziger ist begeistert. Nicht mal der ehemalige CEO von Ferrari. Der Luce ist so durch den Dreck gezogen worden, wer traut sich mit dem in der Öffentlichkeit zu zeigen ohne ausgelacht zu werden…
Ben meint
Dann ist dir wohl entgangen, dass Ferrari eine neue Käuferschicht mit dem Luce ansprechen will und zu dieser zählt nicht der Monaco Poser.
88 Chinesen trauen sich, weil sie scheinbar Autos für sich kaufen und nicht für andere Menschen, so wie du es scheinbar tun würdest.
ErichW meint
Mir gefällt er auch nicht. Aber Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters.
Das China-Kontingent 2026 ist bereits ausverkauft. Die Nachfrage solventer Kunden sollte also vorhanden sein.
Elvenpath meint
Der Luce sieht geil aus. Es ist halt nur kein Supersportwagen-Styling, sondern Limousinen-Styling, weil er eine Limousine ist. Zudem ist Aerodynamik für ein E-Auto sehr wichtig.
Am lautesten beschweren tun sich eh diejenigen, die ihn sich nicht leisten können.
eBikerin meint
„Am lautesten beschweren tun sich eh diejenigen, die ihn sich nicht leisten können.“
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses Machwerk bei Ferrari Kunden ankommt. Gut vielleicht beschweren die sich nicht, kaufen werden die den aber wohl auch nicht.
Ben meint
Ferrari will einfach eine neue Käuferschicht ansprechen. Der klassische Ferrari-Kunde interessiert erstmal nicht, der kann sich beim Rest der Modellpalette bedienen.
Andre meint
Man müsste das Auto erstmal live sehen, bevor man urteilt.
Ausserdem würde ich ca. 1 Jahr abwarten und dann auf die realen Verkaufszahlen schauen.
Es kann sein, dass die Kritiker auf die Nase fallen, wäre nicht das erste Mal. ;-)