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Ferrari-Manager verteidigt umstrittenes E-Auto: „Man muss es erst verdauen“

29.06.2026 in Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 17 Kommentare

Ferrari-Luce

Bild: Ferrari

Das erste Elektroauto von Ferrari sorgt seit seiner Vorstellung im vergangenen Monat für Diskussionen. Chief Product Development Officer Gianmaria Fulgenzi erklärte nun laut Reuters bei einer Tech-Veranstaltung in Mailand, dass das Modell erst „verdaut“ werden müsse, bevor es verstanden werden kann.

Bei der neuen Baureihe der Italiener mit dem Namen Luce handelt es sich um einen viertürigen Wagen mit fünf Sitzen ab einer halben Million Euro. Das Design unterscheidet sich deutlich von den üblichen, flachen, Verbrenner- oder Hybrid-Sportwagen der Luxusmarke. Die Gestaltung wurde maßgeblich vom ehemaligen Apple-Chefdesiger Jony Ive geprägt. In sozialen Medien löste das Aussehen des Wagens teils heftige Kritik aus, wobei das E-Auto etwa mit einer Apple-Maus oder Staubsauger verglichen wurde.

Fulgenzi betonte bei der Tech-Veranstaltung, dass ein solcher Wage oft gesehen werden müsse. Andernfalls würde der Verstand bestimmte Lösungen ablehnen. Er räumte ein, dass das unkonventionelle Design, welches primär durch aerodynamische Anforderungen bestimmt wird, bei manchen den Eindruck erwecken könnte, es handele sich nicht um einen echten Ferrari. „Aber das ist nicht wahr, es ist eine andere Art von Ferrari“, so der Manager. Er unterstrich, dass die Karosserie des Modells die komplexeste des Herstellers sei.

Technisch verfügt der Luce über vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 772 kW (1050 PS). Das Elektroauto erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h und beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Reichweite mit der 122-kWh-Batterie beträgt gemäß WLTP-Norm 530 Kilometer. Gleichstrom-Schnellladen (DC) ist mit bis zu 350 kW möglich, so sollen sich in 20 Minuten 70 kWh nachfüllen lassen.

Ferrari weist die Kritik an dem neuen Angebot zurück und betont ein starkes Kundeninteresse. Die Italiener dementieren zudem, dass Kunden den Luce kaufen müssten, um sich für andere limitierte Modelle zu qualifizieren. Fulgenzi sieht das Elektroauto als würdiges neues Mitglied der Ferrari-Familie. Er sagte: „Wenn man einsteigt, verspürt man ein ganz besonderes Gefühl. Und wenn man damit fährt, merkt man, dass man wieder zu Hause angekommen ist, denn die Fahrgefühle, die man bei anderen Modellen erlebt, hat man auch bei diesem.“

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Via: Reuters
Tags: Ferrari LuceUnternehmen: Ferrari
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Justin Case meint

    30.06.2026 um 15:30

    Eingeweihte Kreise vermuten, dass der „Luce“ nur eine Hülle ist und nach Auslieferung einen „richtigen Ferrari“ aus dem Heck drückt. Die kleinere Form des echten Autos soll durch den umgebendan Rahmen am Heck bei genauem Hinsehen schon erkennbar sein.

    Antworten
    • Referendar meint

      01.07.2026 um 09:22

      Ein trojanisches Pferd also? Nun, der Designer hat ja bei der Präsentation erklärt, es braucht wieder mehr physische Knöpfe im Innenraum. Auch das Türkonzept entspricht dem eines „nostalgischen“ Ferrari. Die hatten wohl Angst vor der eigenen Courage, das Resultat daraus ist nichts Halbes und nicht Ganzes.

      Antworten
  2. South meint

    29.06.2026 um 16:46

    Nicht neu; es ist ein Fehler, den viele Hersteller schon gemacht haben und daraus hätte man bei Ferrari durchaus lernen können. Man will als Kunde ja nicht unbedingt mit dem eAuto gleichzeitig eine Designrevolution. Natürlich eröffnen eAutos bessere Designchancen und größere schönere Innenräume, muss also sicher nicht alles beim Alten bleiben, aber vorallem bei Spezialanbietern ist das Design als Erkennungsmerkmal enorm wichtig. Wer da noch sinnlos seine Kunden verprellt, anstatt sie auch im eZeitalter zu halten, vernichtet schlicht Kapital…. sowas rächt sich grausam…

    Antworten
    • SB meint

      30.06.2026 um 09:24

      Ein Hersteller wie Ferrari kann auch mal was Neues Probieren. Das Auto muss keine 300.000 Abnehmer pro Jahr finden, sondern nur wenige Hundert.

      Antworten
      • South meint

        01.07.2026 um 07:34

        Ok. Das nenn ich mal ne eigene Logik. Also ein Hersteller, der in einer exklusiven superteuren Sport- Nische unterwegs ist (<5T), den überhaupt nur die wenigsten kaufen können… oft nur als Sammler oder Zweit- Drittwagen betrieben werden.
        Einen empfindlicheren Kundenkreis gitbs nicht. Und Ferrari pfeift genau bei dem neuen eModell auf die traditionelle Linie…? Hüstel, hüstel…. Da gibts schon nen Grund, warum die wenig durchdachte brachial Strategie für viel Stirnrunzeln sorgt. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass man da beim eAuto bei Ferrari eher beim ungeliebten Stiefkind nicht in die Vollen geht.
        Aber hey. Ehrlich. Solche Mini Hersteller spielen überhaupt keine Rolle, die Fahrzeuge werden kaum gefahren… da reden wir von Spielzeug und nicht von Mobilität…
        Also wenn ich wirklich mal Geld wie Heu habe, dann mach ich mich doch nicht mit so nem Auto auf der Autobahn zum Affen, als Pseudo Rennfahrer. Da hat man hoffentlich soviel Selbstvertrauen, dass man sich nicht so profilieren muss…

        Antworten
  3. LOL meint

    29.06.2026 um 15:43

    ich verstehe ehrlichgesagt die ewige Diskussion über das optische Design eines Autos nicht …
    als ob das der einzige Grund wäre ein Auto zu kaufen
    und in dem Fall diskutieren Leute, die es ohnehin nicht kaufen ohne das Auto überhaupt mal live gesehen zu haben

    Antworten
  4. Futureman meint

    29.06.2026 um 13:43

    Trotzdem in China ausverkauft. Vielleicht sollte man sich mehr auf Märkte mit zukunftsfähigen Kunden als auf Steinzeitmärkte konzentrieren.
    Beispiel VW, dank Steinzeittechnik geht es steil bergab mit den Mitarbeiterzahlen. Und wenn die Mitarbeiter und Vorstand nur damit beschäftigt die Krise zu steuern, bleibt für Zukunftsentwicklung keine Zeit. Ein Kreislauf, der sich scheinbar immer weiter beschleunigt. Daher hat Ferrari unbewusst vielleicht doch alles richtig gemacht.

    Antworten
    • Elvenpath meint

      29.06.2026 um 15:35

      Ich denke nicht, dass es unbewusst war. Die wissen genau, was sie tun.
      Ich finde den Luce übrigens saugeil. Die anderen Ferraris empfinde ich als schwülstige Pfannkuchen.

      Antworten
      • Thyl Engelhardt meint

        29.06.2026 um 18:18

        empfinde ich genauso. Prollelemente, die zu einem unharmonischen, aber boah ej geil-Ganzen zusammengebastelt sind. Der 328 war der letzte, der mir gefallen hat.

        Das Geniale am Luce ist eben, dass die Funktionselemente verdeckt sind, und er nach außen eine glatte, elegante Form hat. Bei einem Radtyp geht das so weit, dass man endlich auch nicht mehr auf die Bremsbacken glotzen muss.

        Antworten
    • Future meint

      30.06.2026 um 00:35

      Der Entwurf des Luce ist hervorragend gelungen im Vergleich zu den ganzen andern nostalgischen Modellen von Ferrari. Sowas Modernes hat keiner von dieser alten Marke erwartet. Natürlich war der Luce in China sofort ausverkauft nach der Präsentation in Shanghai, denn mit Nostalgie klappt das in China wohl nicht mehr so wie früher. Allerdings verstehe ich nicht, dass die Italiener nur 88 Exemplare nach China liefern können. Da hat man sich vielleicht die Nachfrage nicht vorstellen können oder will einfach auch nicht mehr verkaufen.

      Antworten
      • Referendar meint

        30.06.2026 um 18:37

        Das bestätigt doch nur den schlechten Geschmack der Chinesen. Schade dass es nur 88 Stück sind, besser wäre, die gesamte Produktion ginge nach China. Dann bleiben wir in Europa von diesem Design Fail verschont.

        Antworten
  5. Elvenpath meint

    29.06.2026 um 13:14

    Wenn Traditionalisten sich aufregen, läuft es genau richtig.

    Antworten
  6. David meint

    29.06.2026 um 12:01

    „Verdauen“ ist kein nettes Wort. Erst einmal verdauen. Man hat da also der Kundschaft etwas schwer verdauliches hingeworfen. Das hat man selten von einem Fahrzeughersteller gehört. Mir persönlich fällt da ein amerikanischer Hersteller ein, wo die Fahrzeuge wirklich nachgerade scheußlich aussehen. Da hatte man offiziell nie etwas dieser Art gehört…

    Antworten
    • Ben meint

      29.06.2026 um 13:16

      Kenn man ja von Porsche so von daher nix neues…wie schauts eigendlich aus gibts immernoch alle 6 Monate Rückrufe wegen Brandgefahr inkl. 3 Monate Wartezeit auf einen neuen Akku ?

      Antworten
    • Futureman meint

      29.06.2026 um 15:50

      Stimmt, Ford entwickelt auch Fahrzeuge am Kundengeschmack vorbei. Einzig für den amerikanischen Markt etwas zu entwickeln, könnte mittel- und langfristig kritisch werden. Zum Glück gibt es noch einen anderen amerikanischen Hersteller, der scheinbar den Geschmack vieler Kunden auf der Welt getroffen hat. Denn trotz teureren Modellen, zählt ein Fahrzeug von Tesla immer noch zu den meistverkauften Autos der Welt. Immerhin gibt Ferrari (im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Herstellern) zu, das überhaupt nicht zu wollen.

      Antworten
    • South meint

      29.06.2026 um 16:52

      Mja, David, die Produkte müssen stimmen und da brennt die Hütte ja wohl eher bei Porsche/VW, als bei Tesla….
      Porsche ist von der Technik, vom Design und natürlich vom Preis her weit weg vom Markt. Das können die Chinesen mittlerweile deutlich besser und auch günstiger. Der größte Stein um den Hals von VW ist, dass der einstige Geldbringer Porsche wegfällt. Die restlichen Marken von VW verdienen schlicht kaum bis überhaupt kein Geld. Lächerlich da mit dem Finger auf irgendeinen anderen Hersteller zu zeigen…. wenn einem selber das Wasser schon deutlich über dem Hals steht….

      Antworten
      • Steven B. meint

        29.06.2026 um 18:48

        Der South kann auch sarkastisch und Pro Porsche – ohne das er es mitbekommt. Find ich gut!

        Antworten

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