US-Elektroautobauer Lucid hat verkündet, die Belegschaft in seinem Heimatland im Rahmen eines Sparprogramms um etwa 18 Prozent zu reduzieren. Mit dieser Maßnahme strebt das Unternehmen jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von rund 158 Millionen Dollar (ca. 140 Mio. Euro) an, berichtet CNBC. Die Entlassungen betreffen Vollzeitbeschäftigte, externe Auftragnehmer sowie Stundenlöhner in der Produktion.
Gleichzeitig verlässt Chief Operating Officer Marc Winterhoff das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Die Position des COO wird künftig nicht mehr besetzt. Winterhoff hatte zuvor als Interim-CEO fungiert, nachdem der langjährige Geschäftsführer und Technologiechef Peter Rawlinson im Februar letzten Jahres abgetreten war. Diesen Juni übernahm der neue CEO Silvio Napoli die Leitung.
Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl ist Teil einer Strategie zur weiteren Kostenoptimierung. Ein Sprecher von Lucid erklärte: „Dies sind schwierige Entscheidungen, die getroffen wurden, um die Produktion an die Nachfrage anzupassen, Lagerbestände zu reduzieren und auf sinkende Marktbedingungen zu reagieren.“ Ziel sei es, das Unternehmen zu vereinfachen, die Umsetzung zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.
Angespannte Lage
Zusätzlich zur Personalabbau-Maßnahme wird Lucid die zweite Schicht in der Produktion im Werk AMP-1 in Arizona einstellen. Der Elektroautohersteller erwartet im Zusammenhang mit Abfindungen und Übergangskosten Kosten von etwa 32 Millionen Dollar. Bereits im Februar hatte das Unternehmen seine US-Belegschaft um rund 12 Prozent verkleinert.
Die wirtschaftliche Lage von Lucid bleibt angespannt. Im Jahr 2025 erwirtschaftete man bei einem Umsatz von 1,35 Milliarden Dollar einen Verlust von 2,7 Milliarden Dollar. Der negative freie Cashflow belief sich im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von etwa 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Markt für Elektroautos gestaltet sich in den USA zunehmend schwierig. Gründe hierfür sind eine langsamer als erwartet verlaufende Marktdurchdringung von Stromern sowie regulatorische Änderungen unter der Trump-Administration, darunter der Wegfall eines Bundes-Steueranreizes in Höhe von 7500 Dollar für den Kauf eines Elektrofahrzeugs. Elektrische Premium-Modelle wie die von Lucid haben es auch international schwer.
Seine beiden Erstlingswerke, die Oberklasselimousine Air und das neue Luxus-SUV Gravity, bietet Lucid unter anderem in Europa an. Für Wachstum treibt das Unternehmen eine Mittelklasse-Plattform voran, auf der drei weitere Modelle eingeführt werden sollen. Das Geld für die Expansion stammte zuletzt vor allem vom saudiarabischen Staatsfonds PIF, der aktuell geschätzt 50 bis 60 Prozent an Lucid hält.

Die Wahrheit meint
Immer mehr Autobauer klagen über Gewinneinbrüche und wollen/müssen Kosten einsparen, optimieren, Schichten kürzen und Personal abbauen. Der Trend setzt sich leider fort.
Zusätzlich drängt China weiter in den europäischen Automarkt.