Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat seine mittelfristige Umsatzprognose für das Jahr 2028 deutlich gesenkt. Aufgrund einer schwachen Nachfrage nach Komponenten für Elektroautos rechnet der Konzern nun mit Erlösen zwischen 24 und 26 Milliarden Euro. Damit liegen die erwarteten Umsätze jeweils drei Milliarden Euro unter den bisherigen Annahmen.
Hintergrund der Korrektur ist die Abkehr von der Elektromobilität in den USA, wo große Kunden Aufträge zurückgenommen haben. „Wir können die bisherigen Wachstumsannahmen für die E-Mobilität, die aus dem Jahr 2025 stammen, so nicht aufrechterhalten“, zitiert das Handelsblatt Konzernchef Klaus Rosenfeld. In den USA führten das Auslaufen von Steuererleichterungen und eine verbrennerfreundliche Politik zu einem Einbruch des Marktes für Elektroautos.
Auch die Erwartungen an die Profitabilität in der Sparte für Elektromobilität passte der Zulieferer nach unten an. Die operative Marge dürfte im Jahr 2028 zwischen -4 und 0 Prozent liegen. Der Umsatz mit Teilen für Elektroautos wird nun auf 6,25 bis 7,25 Milliarden Euro geschätzt, statt der zuvor prognostizierten 8,25 bis 9 Milliarden Euro.
An der allgemeinen Gewinnmarge von 6 bis 8 Prozent hält das Unternehmen jedoch fest. Um diese Ziele zu erreichen, setzt Schaeffler auf Effizienzsteigerungen. Laut Rosenfeld unterstützt dies ein Stellenabbauprogramm, das besser als erwartet verläuft.
Der Konzernchef sieht die E-Mobilität weiterhin als einen Wachstumsbereich. „Aber das Tempo können wir marktbedingt so nicht halten“, so Rosenfeld. Für das Geschäft mit Antriebskomponenten und im Ersatzteilgeschäft erwartet er dagegen eine Margenverbesserung von jeweils einem halben Prozentpunkt gegenüber den bisherigen Annahmen.

South meint
Richtig wäre, dass die „in den USA die Schwache eAutonachfrage Schaefflers belastet“. So erweckt die Überschrift den falschen Eindruck, dass die eAutonachfrage insgesamt, also global, schwach wäre, was ja nachweisbar nicht stimmt. Den Schaden hat übrigens Schaeffler genau Trump zu verdanken.
eAutos nehmen ordentlich Fahrt auf, trotz geringerer Förderung, nicht nur in den USA, sonderna auch in China. Die eAutonachfrage wird aufgrund der Öl-Schocks, auch dank Trump :-), getragen. So kann sich Schaeffler dann indirekt wieder doch bei Trump bedanken…
MK meint
@South:
Sehe ich genauso.
Es sind halt die üblichen Scheuklappen: Schaeffler hat ein Problem, weil man sich als globaler Konzern auf sehr wenige Märkte fokussiert hat (vielleicht auch, weil man auf anderen nicht wettbewerbsfähig ist?). Es auf „den Markt“ statt eigene Fehlentscheidungen zu schieben, ist aber natürlich bequem. Ist wie bei der „früher war alles besser“-Fraktion in der Bevölkerung: „Ich mache doch alles richtig und werde daher auch nichts verändern. Wenn was nicht toll läuft, muss jemand anderes daran schuld sein.“
Thomas meint
Die Emobiltät ist in allen wesentlichen Automärkten (>1 Mio. Fzg/a) auf dem Weg, zwischen 2030 und 2035 die 90%-Schwelle zu überschreiten. Die USA und Japan sind die einzigen Ausnahmen. Sollte Schaeffler vielleicht mal erwähnen.
Haubentaucher meint
Dafür hat Schaeffler den Kreativpreis der unsinnigsten Ausreden verdient. E boomt in Europa aber ohne die Schaeffler-Truppe.
Gernot meint
So ist es.
BEV Sales
EU H1/2025: 869.000
EU H2/2026: 1.221.000
US H1/2025: 568.000
US H1/2026: 461.000
Ergibt unter dem Strich für beide Märkte immer noch ein sattes Wachstum von 17%. Wo hat die Autobranche ansonsten jemals solche Wachstumswerte gesehen? Wenn Schaeffler nicht an diesem Wachstum partizipieren kann, liegt das wohl am unfähigen Management, dass keine nachgefragten E-Komponenten hat entwickeln lassen.
SB meint
Die neueste Schaeffler-Motorengeneration EMR4 wird mutmaßlich in den frontgetriebenen Modellen der E-GMP-Plattform von Hyundai verwendet.
Es trifft Schaeffler überproportional, dass der Verkauf von Kia EV4 und EV5 in den USA abgeblasen wurde.
David meint
Soso, schwache e-Auto Nachfrage. Weil man 2025 alles auf die USA gesetzt hat, ist jetzt auf Nachfrage die nähere Begründung. Das versteht man ja noch weniger. Dazu sollte man sagen, es gab dort dieses Jahr keinen Regierungswechsel und auch keinen Kurswechsel.
Futureman meint
Der E-Auto-Markt wächst weltweit um 50%. Was ist daran ein schwaches Wachstum? Oder hat Schaeffler nur das Problem bei seinen Komponenten und andere Hersteller verkaufen entsprechend mehr?