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Studie: Kaufanreize verschieben sich zugunsten von Verbrennern

26.06.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

Kia-EV6-GT-Line

Bild: Kia (Symbolbild)

Auf dem deutschen Neuwagenmarkt werden Verbrennungsmotoren wieder verstärkt durch Kaufanreize gefördert. Laut einer Marktstudie des Center Automotive Research (CAR) setzten Hersteller und Handel im Juni auf höhere Rabatte für Verbrenner als für vergleichbare Elektroautos.

Bei den 20 meistverkauften Stromern sank demnach der durchschnittliche Preisnachlass vom Januar-Wert von 19,5 Prozent auf 17,8 Prozent des Listenpreises. Im Gegensatz dazu lag der durchschnittliche Rabatt bei Verbrennern bei 18,4 Prozent. Damit ist die Anschaffung eines klassisch angetriebenen Wagens im Schnitt um 1997 Euro günstiger als die eines elektrischen Modells. Im Dezember war dieser Preisunterschied mit gut 1300 Euro deutlich geringer ausgefallen.

Die neue staatliche Elektroauto-Kaufprämie wurde bei diesem Vergleich nicht berücksichtigt, da die Zuschüsse je nach Fahrzeug, Familiengröße und Haushaltseinkommen zwischen 1500 und 6000 Euro variieren. Die Prämie gilt nur für Privatautos mit einer Zulassung seit dem 1. Januar dieses Jahres. Laut Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer werden primär preisgünstige Elektroautos gefördert, was Importeuren aus China, Korea und Europa zugutekomme. „Deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes, Porsche und ihre Jobs in Deutschland haben wenig davon“, sagte er der Zeit.

Die für dieses Jahr vorgesehenen Fördermittel waren Dudenhöffer zufolge Mitte Juni bereits zur Hälfte aufgebraucht, weshalb das Budget vor Jahresende erschöpft sein könnte. Der Experte sagte, dass die staatliche Subvention die Preise für Elektroautos künstlich hoch halte und eine Rückkehr zum Normalbetrieb nach dem Ende der Förderung schwer werde. Zuletzt erreichten Elektroautos sowie geförderte Plug-in-Hybride in Deutschland einen Marktanteil von 35 Prozent. In der EU war im Mai jeder fünfte Neuwagen ein Elektroauto.

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Via: Zeit
Tags: Aktion, PreiseAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Robert W. meint

    27.06.2026 um 14:34

    Wer nur wegen dem Preisunterschied einen Verbrenner kauft, der sollte einen Taschenrechner zur Hilfe nehmen. Kfz Steuer bis Ende 2031 etwa 1250 Euro, THG Prämie für 5 Jahre rund 1000 Euro.
    Einsparungen beim Treibstoff und höhere Werkstattkosten kommen noch dazu.

    Antworten
  2. Futureman meint

    26.06.2026 um 21:12

    Beim E-Auto Händler muss man zur Zeit Nummern ziehen, damit man überhaupt einen Berater bekommt. Kein Wunder das die Rabatte zurück gehen.

    Antworten
  3. South meint

    26.06.2026 um 11:37

    Das ist genau die Thematik. Die Nachfrage nach eAutos liegt natürlich nicht nur am Kunden, die kann man als Hersteller glasklar über die Modell- und Preispolitik stark beeinflussen. Lässt der Druck der Quote oder des Wettbewerbes aus Asien nach, werden lieber wieder magenträchtigere Verbrenner in den Markt gedrückt.
    Jetzt kann man natürlich wieder sagen, ist doch selbstverständlich, natürlich verkaufen die Hersteller was ihnen mehr Profit beschert. Marktwirtschaft eben. Das bedeutet im Grund nur, dass die Hersteller die Politik veralbern, es wäre mehr nachhaltige Mobilität möglich, ja sogar geplant gewesen.
    Im Grunde geht es den Hersteller nicht um Technologieoffenheit, ein Wort das ja nun Unverholen ein beschönigendes Wort für eine Verlängerung oder gar Rückkehr zum Verbrennern darstellt.
    Entweder muss die Politik also an der Quote festhalten oder im Sinne der Kunden den Markt wirklich öffnen…

    Antworten
    • MichaelEV meint

      26.06.2026 um 14:19

      Ganz klar, die Stories mit „Kunden wollen keine BEVs“ und „Kunden wollen weiterhin explizit Verbrenner“ ist weitgehend BS, die Hersteller steuern über Preise, was die Kunden nachfragen.
      Und ganz offensichtlich richtet sich alles an der Quote aus, also u.a. den europäischen CO2-Flottengrenzwerten. Wird der Flottengrenzwert deutlich überschritten, warten hohe Strafen. Strafen können durch BEVs vermieden werden; in der EU hat ein BEV in der jetzigen Phase einen Kompensationswert von bis zu knapp 9000 €.
      Fällt die interne Kompensation schwer, steigt der Wert bis max. 9000€. Fällt die interne Kompensation leicht, sinkt der Kompensationswert.
      Im Extremfall sinkt der Kompensationswert gegen 0, wenn man so wenig Verbrenner verkauft bekommt, dass keine Kompensation mehr notwendig ist.
      Wer es noch nicht verstanden hat, das ist eine Quersubventionierung von Verbrenner Richtung BEV. Und ist diese klein oder ggf. sogar ganz weg, entstehen hier sichtbare Auswirkungen:
      Der Verkaufsdruck und damit die Rabatte für BEVs sind weg. Und man versucht mehr Verbrenner abgesetzt zu bekommen, mit denen man bisher ausschließlich die positiven Margen erwirtschaftet bekommt und bei dem man ohne Malus/Strafe einen größeren Handlungsspielraum bzgl. der Bepreisung hat.

      Antworten
      • MK meint

        30.06.2026 um 09:57

        @MichaelEV:
        Zumal die Hersteller gegenüber der Politik die Ziele, die ursprünglich 0% Verbrenner bis 2035 vorgesehen haben, versuchen als „unerreichbar“ darzustellen…da wäre eine „Übererfüllung“ der Quote kontraproduktiv, würde dies wohl keine Aufweichung, sondern eher eine Verschärfung der Ziele nach sich ziehen.
        Und auf einer noch nicht abgeschriebenen (oder vielleicht sogar schon abgeschriebenen, aber noch funktionierenden) Produktionslinie z.B. für einen Verbrennungsmotor oder ein komplexes DSG-Getriebe kann man nun Mal weder Elektromotor noch Akku montieren. Grade mit schon abgeschriebenen Linien kann man halt gutes Geld verdienen, muss man erst eine neue bauen, kommen die Gewinne erst in einem Zeithorizont wieder, den der klassische DAX-Manager als irrelevant abtut, weil er da längst weg ist…da gilt nur der kurzfristige Gewinn, der das aktuelle eigene Gehalt bestimmt.

        Lange Rede, kurzer Sinn: Dadurch, dass die europäischen Konzerne allesamt Aktiengesellschaften und keine Familienbetriebe sind, baut man halt nur exakt so viele eAutos wie man muss und kein einziges mehr.

        Antworten
  4. MK meint

    26.06.2026 um 11:22

    Fallende Rabatte für eAutos, steigende für Verbrenner bedeuten auch steigende Margen bei eAutos und fallende bei Verbrennern. Die Not, die Verbrenner aus den existierenden Fabriken noch an den Mann zu bringen, wird also offensichtlich größer.

    Antworten
    • MichaelEV meint

      26.06.2026 um 14:29

      „bedeuten auch steigende Margen bei eAutos und fallende bei Verbrennern“
      Relativ gesehen korrekt. Der Ausgangspunkt ist aber, dass die Marge des Verbrenners deutlich höher ist und das BEV-Volumen durch Quersubventionierung entstanden ist.
      Absolut gesehen ist die Marge der Verbrenner trotzdem deutlich größer als bei den BEVs (von denen man ohne Quersubventionierung einfach wesentlich weniger absetzen wird).

      Antworten
      • MK meint

        29.06.2026 um 15:37

        @MichaelEV:
        „Absolut gesehen ist die Marge der Verbrenner trotzdem deutlich größer als bei den BEVs“: Das ist Ihre Behauptung. Auf welche Quelle stützt sich diese?

        Ein Fakt ist doch, dass grade bei immer kürzeren Modellzyklen Fixkosten wie die Fahrzeugentwicklung einen immer größeren Teil der „Herstellkosten“ eines Fahrzeuges ausmachen. Sagen wir z.B. VW plant einen Modellzyklus von 6 Jahren für den ID.3 und hätte 1 Milliarde in die Entwicklung gesteckt. 2020 hat man 57.000 verkauft und der übliche Verlauf wäre, dass das erste Jahr wegen des neuen Modells besonders gut ist, bevor es dann abfällt. Also wäre die Annahme, über Modellzyklus 300.000 Stück zu verkaufen, sicher vollkommen legitim. Also rechnet man umgelegt 2020 vielleicht mit knapp 3.500 € Entwicklungskosten pro Fahrzeug und sagt am Ende vielleicht sogar, dass das Fahrzeug damit Verlust bringt. Tatsächlich hat man aber später rund 140.000 pro Jahr und insgesamt mehr als 620.000 ID.3 in den 6 Jahren verkauft. Die Entwicklungskosten sinken damit rechnerisch auf 1.600 € pro Fahrzeug. Selbst wenn ein VW-Vorstand also noch 2021 mathematisch korrekt hätte vorrechnen können, dass der ID.3 eine geringe Marge hätte bzw. sogar Verlust bringe und durch Verbrenner quersubventioniert werden müsse, müsste man diese Aussage in der Nachschau revidieren.
        Sehen Sie es mal im Verhältnis: Kostet ein ID.3 beim Händler nach Abzug von Rabatt im Schnitt 35.000 €, gehen davon rund 7.000 € Mehrwertsteuer an den Staat. Sagen wir dann mal noch 5.000 € an den Händler, kommen 23.000 € bei VW an. Gehen wir mal davon aus, dass der ID.3 laut Geschäftsabschluss 2020 exakt 0% Marge gebracht hätte, also etwas wovon der Konzern langfristig nicht überleben könnte: Allein durch die oben dargelegte bessere Verteilung der entwicklungskosten würden daraus plötzlich 8% Marge und damit eine, die überm Konzernschnitt, also offensichtlich über der der Verbrenner liegt.

        Antworten
  5. Anti-Brumm meint

    26.06.2026 um 10:35

    Wer noch richtig viel Geld verlieren will, kauft sich jetzt einen Verbrenner, am besten noch als Neuwagen, der beim Rausfahren aus der Händler-Ausfahrt gleich 20% Wert verliert. Lol. Soviel können die gar nicht mit den Preisen runtergehen, dass ich mir sowas antun würde.

    Antworten
  6. Mike meint

    26.06.2026 um 10:33

    Gerade jetzt im Hochsommer zeigt sich, wie kaputt die Verbrennertechnologie ist: sie müssen heizen um kühlen zu können. Wer da noch einen Verbrenner kauft, hat den Knall nicht gehört.

    Antworten
    • Matze meint

      28.06.2026 um 14:04

      Aus welchem Grund da kalte Luft aus der Lüftung strömt, dürfte den meisten Kunden wurscht sein

      Antworten
  7. Future meint

    26.06.2026 um 10:24

    Die staatliche Prämie der Steuerzahler führt also dazu, dass die Industrie den Käufern von Verbrennern wieder höhere Rabatte anbieten kann, weil mit den Verbrennern mehr Geld verdient wird. Die Käufer von Elektroautos erhalten dagegen weniger Rabatte.

    Schämt euch dafür, deutsche Autoindustrie! Hoffentlich hört das bald auf.

    Antworten
    • Uli meint

      28.06.2026 um 15:04

      Mann kann auch in allem eine Verschwörung suchen.
      1. Es ist der Durchschnittsnachlass aller Verbrenner und BEV im deutschen Markt. Also keine bösen deutschen Hersteller sondern alle!
      2. Ein Händler gibt Rabatte auf Produkte die er ohne Anreiz nicht verkauft bekommt. Am Ende des Sommer gibt’s günstige Badehosen und keinen Nachlass auf Wintermäntel. Für mich schlicht ein Zeichen, dass die Menschen umdenken und BEV kaufen und Verbrenner langsam den Rücken kehren.

      Antworten

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