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Rivian-CEO warnt vor technologischem Rückstand der Autoindustrie

14.07.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

Rivian-Elektroautos

Bild: Rivian

RJ Scaringe, Gründer und CEO des von Amazon unterstützten US-Elektroauto-Start-ups Rivian, bezeichnet die aktuelle Situation der Automobilindustrie als einen „Scheideweg“. Er warnt davor, dass Autobauer, die sich weiterhin auf den Verkauf von Verbrennungsmotoren konzentrieren, technologisch weit zurückfallen könnten.

Viele Unternehmen entscheiden sich derzeit für die Produktion von Benzin- oder Hybridfahrzeugen, um die Rentabilität zu steigern. Laut Scaringe mag dieser Fokus für die Jahre 2026 bis 2028 finanziell attraktiv erscheinen. Er sieht jedoch das Risiko, dass Firmen am Ende der 2020er- und zu Beginn der 2030er-Jahre technologisch „kläglich zurückliegen“ werden.

Ein zentrales Problem stellt laut Scaringe nicht nur der Antrieb, sondern die Softwareentwicklung dar. Die aktuelle Architektur von Verbrennern basiere auf einer Verteilung von Computerchips über das gesamte Fahrzeug, was die Kosten erhöhe. Eine zentralisierte Architektur hingegen könne die Produktionskosten um „Tausende von Dollar“ senken.

Rivian will aus der Verlustzone

Der Rückgang des Interesses an Stromern sorgt für Unsicherheit bezüglich der Nachfrage nach Rivian-Modellen. Das neue SUV R2 ist für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung, da es entscheidend für das Erreichen der ersten Gewinne sein soll. Rivian verzeichnete 2025 aufgrund hoher Investitionen in das R2-Modell und autonomes Fahren einen Verlust von 3,6 Milliarden US-Dollar. Der Marktwert des Unternehmens sank nach einem Börsengang mit einer Bewertung von über 100 Milliarden US-Dollar auf aktuell rund 25 Milliarden US-Dollar.

Rivian setzt auch auf technologische Partnerschaften. So wurde 2024 ein Gemeinschaftsunternehmen mit Volkswagen im Wert von 5,8 Milliarden US-Dollar für Elektro-Technologie und Software vereinbart. Zudem investierte der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Uber 1,25 Milliarden Dollar in einem Deal, der den Verkauf von 50.000 Robotaxis ermöglichen könnte.

Scaringe äußert sich skeptisch gegenüber der Behauptung, Käufer hätten kein Interesse an Elektroautos. Die Dominanz des Tesla Model 3 und Model Y in den USA sei vielmehr ein Zeichen für einen Markt, dem es an Auswahl mangele. Während chinesische Hersteller in der globalen Elektrofahrzeug-Industrie eine führende Rolle einnehmen, sind sie aufgrund hoher Zölle vom US-Markt ausgeschlossen.

Rivian plant den Vertrieb des neuen R2 auch in Europa. Schon unterwegs sind hierzulande für den Großinvestor Amazon gebaute E-Commerce-Lieferwagen. Die größeren Erstlingswerke, der Pick-up-Truck R1T und das SUV R1S, kommen nach aktuellem Stand nicht nach Deutschland und andere Länder in der Region. Dafür könnten weitere darunter positionierte E-Autos wie der angekündigte R3 folgen.

„Das Ziel ist es, ein sehr großes Unternehmen zu werden“, sagte Rivian-CEO Scaringe, „mit einem Jahresumsatz in Millionenhöhe.“

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Via: The Guardian
Unternehmen: Rivian
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    14.07.2026 um 13:39

    Rivian kann gut reden, sie haben ausgezeichnete Fahrzeuge, es fehlt nur an Fertigungskapazität. Die wird gerade in Ruhe aufgebaut, ohne Chaos und ohne Größenwahnsinn. Man ist nämlich sehr gut finanziert über seriöse Anteilseigner wie Amazon und VW. Mit VW hat man sogar eine Einkaufspartnerschaft. Da kann man natürlich easy dem Rest der Branche wohlmeinende Ratschläge erteilen.

    Nur wenn man sich fragt, warum GM und Ford und die Japaner, also die Hersteller die den Nordamerikanischen Markt beherrschen, jetzt wieder dem Verbrenner den Vorzug erteilen, muss man auch darüber reden, dass die BEV-Quote deutlich niedriger als zum Beispiel in Europa ist. Und dass es ein abgeschotteter Markt ist. Der Tesla ist wie der Trabant in der DDR. Hoffnungslos veraltet, aber alternativlos. Der iX5 wird zum ersten Mal diesen Mikrokosmos aufrütteln. Denn er ist ein US-Produkt und wird mit 143 kWh netto ausgeliefert.

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