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DIW-Ökonom warnt deutsche Industrie vor Folgen der Technologieoffenheit

13.07.2026 in Autoindustrie, Wirtschaft von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

BMW-i4

Bild: BMW (Symbolbild)

Der DIW-Ökonom Martin Gornig warnt vor den Folgen einer Politik der Technologieoffenheit für die deutsche Industrie. Der Experte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bezeichnet das Konzept als „Niedergang der deutschen Industrie“, sofern dadurch keine hinreichenden Investitionen in Technologien erfolgen. Der Begriff berge zudem die Gefahr, neue Entwicklungen zu verhindern und bestehende Privilegien alter Technologien zu sichern.

In der E-Auto-Industrie hat China Deutschland nach Meinung vieler bereits überholt. Gornig führt dies laut N-tv.de darauf zurück, dass die Entwicklung auf dem chinesischen Automarkt, der verstärkt auf Elektromobilität setzt, verschlafen wurde. Während deutsche Produkte in der Volksrepublik früher als qualitativ hochwertiger wahrgenommen wurden, hinterfragen chinesische Käufer heute den Preis für deutsche Fahrzeuge im Vergleich zu heimischen Modellen.

Um auf die wachsende Übermacht Chinas zu reagieren, sieht der Forschungsdirektor für Industriepolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Chancen in spezialisierten Technologien. Deutschland und Europa könnten durch den Fokus auf Nischenmärkte, wie etwa Robotik im Bausektor, wieder eine führende Rolle einnehmen. Eine Strategie zur Massenproduktion sei hingegen nicht zielführend. „Die Antwort heißt immer Nische“, sagte der Experte gegenüber N-tv.de. „Zu sagen, die Massenproduktion machen wir hier besser, ist Quatsch.“

Für diesen Weg sei eine mutige Politik notwendig, die das Risiko eingeht, gezielt Technologien zu identifizieren und zu fördern. Gornig kritisiert zudem den Einsatz von Zöllen auf chinesische E-Autos als kontraproduktiv, da diese Konzerne von notwendigen Anpassungen entbinden könnten. „Sie können weiterhin schlechte Elektroautos produzieren“, so der DIW-Ökonom. „Für technologische Weiterentwicklungen brauchen wir den Wettbewerbsdruck. Wir brauchen eine wettbewerbsorientierte Handelspolitik auch mit Blick auf China.“

Gornig fordert stattdessen eine wettbewerbsorientierte Handelspolitik sowie die Entwicklung neuer Strategien gegen chinesische Dumping- und Markteroberungsstrategien. Es gebe dabei durchaus die Möglichkeit von temporären Sonderzöllen. Solche seien akzeptierte Praxis in der OECD, einem Zusammenschluss von Industrieländern.

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Via: n-tv
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Elvenpath meint

    13.07.2026 um 10:54

    Was verlangt wird, ist ja auch keine Technologieoffenheit, sondern Emissionsoffenheit.
    Mal kurz, was „Technologieoffenheit“ für einen Ingenieur bedeutet: Man formuliert ein Ziel und schaut, mit welcher Technologie dieses Ziel zu erreichen ist und schließt dabei keine Technologie aus.
    Wenn aber Söder und Co. „Technologieoffenheit“ fordern, meinen sie: Eine bestimmte Technologie (Verbrenner von fossilen Energieträgern) soll unbedingt dabei sein, auch wenn sie die gestellten Anforderungen nicht erfüllt. Das ist das Gegenteil von Offenheit.
    „Technologieoffenheit“ ist dann ein Euphemismus für „Wir wollen aber weiterhin CO2 ausstoßen“.

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