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Dudenhöffer: Nicht die Hersteller, sondern die Politik hat E-Mobilität gebremst

13.07.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

Skoda-Elroq

Bild: Skoda (Symbolbild)

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert das Ende der 35-Stunden-Woche in der kriselnden deutschen Automobilindustrie. „Das Problem der hohen Produktionskosten könnte man zumindest teilweise lösen, indem VW die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich wieder einführt. So wie es gerade bei Mercedes diskutiert wird“, sagte der Gründer des CAR-Instituts im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz).

Die Mitarbeiter müssten verzichten, wenn die Branche erfolgreich in die Zukunft gehen wolle. „Schmeißen wir die Tarifautonomie weg für ein paar Jahre!“, so Dudenhöffer. Politik und Wirtschaft schwört er auf „richtig harte Zeiten“ ein, zeigt sich aber optimistisch: „In fünf bis sieben Jahren könnte es einen Aufschwung geben.“

Die deutschen Autobauer sieht Dudenhöffer grundsätzlich „gut aufgestellt“. Im Volkswagen-Konzern zeige etwa die Marke Skoda, dass man fortschrittliche, wettbewerbsfähige Fahrzeuge bauen könne. „Skoda kann’s – also ist der Generalverdacht, die Autobauer hätten etwas verpennt, falsch.“

Dudenhöffer tritt dem „Gerücht“ entgegen, die deutschen Autobauer hätten die E-Mobilität verschlafen. „VW war der erste europäische Hersteller, der in ein reines E-Auto-Werk investiert hat“, sagte er im Interview mit noz. Es habe kein Konzernversagen gegeben, „die Politik hat die Rahmenbedingungen immer wieder geändert. So kann man mit Industrieinvestitionen nicht umgehen“.

Volkswagen meldete kürzlich erneut rückläufige Absätze, die Zahl der verkauften Autos sank im zweiten Quartal 2026 um knapp 9 Prozent. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte vor diesem Hintergrund über Sparpläne diskutiert, im Gespräch sind die Schließung von vier Werken und der Abbau von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen. Eine Einigung erzielte das Gremium bei der von Protesten begleiteten Sitzung nicht. Dudenhöffer kritisierte das Ausbleiben von Beschlüssen: „Die Unsicherheit bleibt, was nicht gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber.“

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Via: NOZ
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    13.07.2026 um 12:54

    Naja.
    Dudenhöfer hat stellenweise nicht unrecht, aber er vergisst etwas. Die Mitarbeiter können einen Anteil leisten, aber alleine können sie das Problem nicht lösen.
    Wenn man auf VW blickt und die Idee von Blume, die Investitionen zugunsten höherer Rendite zu kürzen, schwächt das die Innovationskraft im Konzern – und das nur, um mehr Dividende ausschütten zu können. Das ist doch keine langfristig erfolgreiche Strategie!?

    BMW macht das aktuell anders: die haben auch – für ihre Verhältnisse – extrem viel Geld in die Hand genommen, um die Neue Klasse zu entwickeln, die Modelle darauf zu bauen, und um die Werke dafür umzurüsten. Und das Programm ist noch durch, das wird auch weiter noch viel Geld kosten. Der Abschwung in China ist unvermeidlich und muss eingepreist werden. Gleichzeitig darf man bei der Weiterentwicklung der NK nicht kürzer treten – aktuell ist die gut, aber die Konkurrenz schläft nicht. Was heute top ist, ist morgen mittelprächtig und übermorgen veraltet. Das wird weiterhin Geld kosten.

    Und so muss das VW auch machen. Die bisherigen Planungen für Investments hatten einen Grund, da kann man nun nicht mit dem Kamm drüber gehen und einfach was einsparen, das dann kurzfristig mehr in der Kasse ist.
    Das Quartalsdenken muss aufhören.

    Antworten
  2. banquo meint

    13.07.2026 um 12:40

    Keine Kommentare zu Dudenhöfers Vorschlag zur Aussetzung der Tarifautonomie und Erhöhung der Wochenarbeitszeit?

    Antworten
  3. Gernot meint

    13.07.2026 um 11:59

    Dudenhöffer faselt wieder dummes Zeug. Wenn die VW-Mitarbeiter jetzt ohne Lohnausgleich 40 statt 35 Stunden arbeiten würden, kann man zusätzlich zu den geplanten Stellstreichungen nochmal ca. 30.000 Stellen streichen. Das spart dann ca. 2 Mrd. im Jahr. Das reicht nicht ansatzweise, um die ganzen Verluste zu kompensieren, die das Management verursacht.

    Ja, Skoda und auch Cupra hatten bei den Derivaten von ID.3/ID4/ID.5 von Anfang an besseres Design und eine bessere Innenraumqualität als VW, weshalb sich diese „ausländischen“ Modelle selbst auf VWs Heimatmarkt Deutschland teils besser verkauft haben, als die „Originale“ von VW. Skoda, Cupra, Audi leiden aber genau so unter dem nicht endenden Software-Debakel bei VW wie VW selbst.

    Nur ein Beispiel: Auch im Jahre 2026 mit Software v5.x kann VW keine Routenplanung, die individuelle Ladepräferenzen berücksichtigt (wenn ich z.B. bevorzugt bei Marktführer EnBW laden will).

    Bei Cariad hat VW durch pures Missmanagement ca. 10 Mrd. versenkt und gibt die durch Cariad erstellte Software nun faktisch auf und hat stattdessen noch mal 5 Mrd. in ein Software-Joint-Venture mit Rivian gesteckt. Chinesische Startups schaffen es, für 0,05 bis 0,1 Mrd. ein komplettes Software-Ökosystem aufzusetzen.

    Dauernd verschiebt sich bei VW die Entwicklung von neuen Plattformen und Software. Geplante neue Modelle müssen regelmäßig 2, 3 Jahre nach hinten verschoben werden und in der Folge fehlen VW in vielen Segmenten wettbewerbsfähige Modelle. Audi hat früher jahrelang fette Gewinne generiert. In der Größe der bisherigen Bestseller A2, A3, A4 kann Audi immer noch kein einziges BEV anbieten.

    Das VW-Management schafft es konstant nicht, BEV-Modelle aufzulegen, die in China funktionieren und hat deshalb in China über 1 Million Fahrzeugverkäufe pro Jahr und damit 30-40 Mrd. Umsatz pro Jahr verloren.

    Allein von 2022-2025 hat VW über 30 Milliarden an die Familien Piech, Porsche, das Land Niedersachen und die anderen Aktionäre ausgeschüttet. Da hätte man vielleicht auch mal früher und mehr in Batterien investieren können.

    Nicht falsch verstehen: Arbeitnehmer bei VW verdienen gut und es spricht nicht grundsätzlich etwas dagegen, dass sie einen Beitrag zur Sanierung von VW leisten. Aber wir diskutieren in D dauernd Nebenschauplätze. VW ist bei den 3 Zukunftsfeldern Batterien, Software, ADAS technologisch abgehangen und hat anscheinend auch nicht mehr vor, aufzuschließen. Investitionen werden jetzt um noch mal 45. Mrd. gekürzt. Als zweitgrößter Autohersteller der Welt muss man den Anspruch haben, auch technologisch zu führen.

    Und weil dann gern hämisch die rhetorische Frage kommt, wann VW denn je technologisch führend war: Natürlich hatte VW seinerzeit mit den Pumpe-Düse-Dieseln, TFSI-Motoren, DSG-Getrieben usw. eigene Innovationen am Start. Bei BEV eben null. Mit Autos wie dem Audi TT hat VW markenprägende Designikonen geschaffen. Als Bude, die Autos basierend auf technologischen Innovationen anderer biedere Autos zusammenklöppelt, wird VW halt nur noch schrumpfen.

    Antworten
  4. Paule meint

    13.07.2026 um 11:53

    Stimmt. Hätte Elon sich nicht in Politik eingemischt, wären einige Hersteller längst weg vom Fenster. So hatten sie noch eine Chance gegen Tesla. Das ist nun vorbei. Tesla schraubt nun die Produktion gnadenlos weiter hoch.

    Antworten
  5. Jörg2 meint

    13.07.2026 um 09:56

    Die Politik baut keine Produkte. Das macht die Wirtschaft.
    Die Politik kann Rahmenbedingungen setzen. Hier greift die Wirtschaft über ihre Lobbyleute und Fachkräfteentsendung in die Ministerien erheblich ein.

    Ich unterstelle: Die deutsche Politik hat alles in ihrer Macht mögliche getan, um die Rahmenbedingungen nach den Vorgaben der Wirtschaft zu setzen.

    Und ich unterstelle weiterhin: Es liegt am Produkt. Am P/L. Und ja, dass in der Vergangenheit stattgefundene Schlechtreden der E-Mobilität war nicht hilfreich.

    Lohnkürzungen zu verlangen (verklausuliert: 40Stunden-Woche ohne Lohnausgleich) ist irgendwie daneben. Es verringert die Kaufkraft, die Einzahlungen in die Sozialsysteme, das Steueraufkommen… Es ist also nur ein kurzer „Sieg“. Die sich auftuenden Löcher sind dann zu stopfen. Wer wird dann dafür herangezogen? Der selbe „kleine Mann“, dem man den Lohn gekürzt hat.

    Antworten

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