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Ayvens „Mobility Guide 2026“: Deutschland erreicht Platz 12 beim E-Auto-Reifegrad

14.07.2026 in Fuhrpark, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Audi-A6-Avant-e-tron

Bild: Audi (Symbolbild)

Ayvens, ein Anbieter für herstellerunabhängige Mobilitätsdienstleistungen, hat den „Mobility Guide 2026“ veröffentlicht. Mit einem Elektroauto-Reifegrad von 61/100 kommt demnach Deutschland auf den 12. Platz unter den am stärksten ausgebauten Märkten Europas. Der Leitfaden von Ayvens soll Fuhrparkmanagern und anderen einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der E-Mobilität geben.

Batterieelektrische Fahrzeuge sind laut der Auswertung in Deutschland bereits etwas wirtschaftlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (0,35 EUR/km gegenüber 0,36 EUR/km), was ihre Wettbewerbsfähigkeit im Fuhrparkeinsatz unterstreicht. Gleichzeitig treiben steuerliche Vorteile, wie die weiterhin attraktive Dienstwagenbesteuerung für Stromer sowie neue Kaufanreize für Privatkunden die Elektrifizierung voran. Verbesserungsbedarf besteht weiterhin bei der Ladeinfrastruktur und deren Verfügbarkeit, die im europäischen Vergleich noch unter dem Niveau führender Märkte liegt.

„Die Verfügbarkeit von E-Autos ist nicht mehr das Problem – die Umsetzung ist es“, sagt Martin Kössler, Geschäftsführer von Ayvens. „Für Unternehmen entscheidet sich die Umstellung auf E-Mobilität heute durch drei Faktoren: Gesamtbetriebskosten, Steuern und Ladeinfrastruktur. Wer diese sauber steuert, kann E-Mobilität im Fuhrpark vom Nachhaltigkeitsziel zum Effizienzhebel machen. Genau hier unterstützt Ayvens Unternehmen mit Daten, Marktkenntnis und objektiver, herstellerübergreifender, sowie operativer Erfahrung aus mehr als 320.000 gewerblich genutzten Fahrzeugen in Deutschland.“

E-Auto-Reifegrad ist uneinheitlich

Nord- und Westeuropa sind bei der Umstellung weiterhin führend, berichten die Analysten. Norwegen (93/100) sticht erneut als der am weitesten fortgeschrittene Markt für Elektrofahrzeuge hervor, gefolgt von Belgien (78/100) und den Niederlanden (74/100). Diese Länder profitieren von günstigen Steuerbedingungen, gut ausgebauten Ladenetzen und einer attraktiven Wirtschaftlichkeit von E-Autos.

Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Märkte in Süd- und Osteuropa, wie Italien (54/100) und Spanien (53/100), langsamer. Das ist auf Unterschiede bei den steuerlichen Rahmenbedingungen, der Ladeinfrastruktur und der Akzeptanz durch die Verbraucher zurückzuführen. Während einige Länder in die Kategorie „Im Übergang“ aufgestiegen sind, wie beispielsweise Slowenien (46/100), oder ihren Rückstand zur Kategorie „Ausgebaut“ verringern, wie Irland (59/100), bleibt die Elektrifizierung für viele Märkte ein mittelfristiges Ziel.

Am stärksten ausgebaute Märkte

1. Norwegen
2. Belgien
3. Niederlande
4. Österreich
5. Schweden
…
12. Deutschland

Reine E-Autos sind konkurrenzfähig

In den meisten nord- und westeuropäischen Ländern sind batterieelektrische Fahrzeuge der Auswertung zufolge dank höherer steuerlicher Vorteile und niedrigerer Gesamtbetriebskosten kostengünstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Portugal entwickelt sich hinsichtlich der Kosten pro Kilometer mit 25 Cent für ein reines E-Auto im Vergleich zu 39 Cent für einen Verbrenner zu einem der konkurrenzfähigsten Märkte. In Deutschland liegen die Kosten pro Kilometer bei 35 Cent für ein E-Auto im Vergleich zu 36 Cent für einen Verbrenner.

In einigen Teilen Osteuropas bleibt die Wettbewerbsfähigkeit bei den Gesamtbetriebskosten jedoch eine größere Herausforderung, da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dort nach wie vor von niedrigeren Anschaffungs- und Betriebskosten profitieren.

Besteuerung ist strategischer Faktor

In ganz Europa stellten die Jahre 2025 und 2026 einen Wendepunkt dar, da die Regierungen von pauschalen Subventionen für Elektrofahrzeuge zu gezielteren, langfristigen steuerlichen Mechanismen übergingen. In vielen Ländern werden die Förderungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybride schrittweise auslaufen, während die Strafen für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß weiter verschärft werden.

Infolgedessen sind Fuhrparkmanager zunehmend gezwungen, die Fahrzeugauswahl an die sich ändernden nationalen Steuervorschriften, Regelungen zu geldwerten Vorteilen und regulatorischen Entwicklungen in der EU anzupassen.

Ladeinfrastruktur wird weiter ausgebaut

Die öffentliche Ladeinfrastruktur wurde in ganz Europa zügig ausgebaut, sodass bis Ende 2025 mehr als 1,2 Millionen öffentliche Ladestationen zur Verfügung standen. Dennoch gibt es zwischen den einzelnen Ländern noch immer große Unterschiede hinsichtlich der Dichte und Erreichbarkeit der Ladeinfrastruktur, was zu unterschiedlichen Einführungsgeschwindigkeiten und anhaltender Reichweitenangst bei den Fahrern führt.

Deutschland liegt in der Ayvens-Auswertung mit 1,9 Ladepunkten pro 1000 Einwohner deutlich hinter den Niederlanden mit 10,2 Ladepunkten und Belgien mit 6,5 Ladepunkten. Ein von der Einwohnerzahl besser vergleichbares Land wie Frankreich kommt auf 2,3 Ladepunkte pro 1000 Einwohner.

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Via: Ayvens
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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