Die neue staatliche Kaufprämie für Elektroautos weist bei der Verteilung der Fördergelder unterschiedliche Schwerpunkte auf. Nach aktuellem Stand sind laut einem Bericht von Focus Online bis zum 13. Juli 2026 insgesamt 82.008 Anträge im Rahmen der E-Auto-Subvention eingegangen, wobei sich die Förderung ausschließlich an private Käufer richtet.
Gefördert werden mit dem ab 2026 geltenden Zuschuss neu zugelassene Elektroautos sowie unter bestimmten Voraussetzungen Plug-in-Hybride und E-Fahrzeuge mit sogenanntem Range Extender (Verbrennermotor als Stromgenerator für mehr Reichweite). Die Förderung beträgt – abhängig von Einkommen und Kinderzahl – zwischen 3000 und 6000 Euro. Voraussetzung ist eine Erstzulassung ab dem 1. Januar 2026.
Die soziale Komponente der Prämie, die eine zusätzliche Zahlung von 500 Euro pro Kind vorsieht, ist Focus Online zufolge nur in einem Teil der Fälle relevant. Von den eingegangenen Anträgen entfallen demnach 28.248 auf Haushalte mit mindestens einem förderrelevanten Kind bis 18 Jahre. Bei 9643 Anträgen wird ein Kind berücksichtigt, bei 18.605 Anträgen zwei.
Bei den Antriebsarten dominieren Elektroautos. Über 90 Prozent der Anträge beziehen sich auf rein batterieelektrische oder Brennstoffzellenfahrzeuge, konkret sind dies 74.209 Anträge. Weitere 7799 Anträge betreffen Plug-in-Hybride beziehungsweise Range-Extender-Elektrofahrzeuge.
Die Einkommensstruktur der Antragsteller zeigt die von der Regierung erhoffte Konzentration auf niedrigere Einkommensklassen: Rund 50 Prozent aller Anträge (41.156) stammen von Haushalten mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro. Zusammen mit den Haushalten, die zwischen 45.001 und 60.000 Euro verdienen, machen diese Gruppen etwa 72 Prozent aller Anträge aus.
Hinsichtlich der Art des Erwerbs wurden 41.684 Fahrzeuge gekauft, während 40.324 Anträge auf Fahrzeugleasing entfallen.
Die Verteilung der Fördergelder auf die Automarken ist Gegenstand politischer Diskussionen. Während das Bundesumweltministerium angibt, dass weniger als 15 Prozent der Anträge auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller entfallen, zeigt eine Aufschlüsselung nach Marken laut dem Handelsblatt, dass deutsche Hersteller bislang kaum profitieren, während Unternehmen wie Tesla (USA) und BYD (China) als Profiteure gelten. Die Marktanteile chinesischer Hersteller wie BYD, MG, Leapmotor und XPeng liegen aktuell zusammen bei knapp 5 Prozent, sind jedoch mit rund 15 Prozent bei den Förderanträgen vertreten.

Peter meint
Aktuell sind 20% der in Duetschland lebenden Bevölkerung jünger als 20 Jahre (Quelle: DESTATIS) und mithin „Kinder“. Wenn also 33% der Anträge von „Familien“ mit Kindern kommen, sind die überproportional stark bei den Förderanträgen enthalten. Insofern ist es eben nicht „NUR“ jeder dritte Antrag, sondern es ist – gemessen an der Gesamtbevölkerung – überproportional viel.
Man könnte es sogar noch weiter treiben und den Kinderanteil bei der relevanten Neuwagen-Käuferschaft rausarbeiten (also Leute mit eher höherem sozialen Status und Einkommen, aber auch ohne extrem alte Menschen), und dann ist der Kinderanteil in der Bevölkerung deutlich geringer als 20%.
Das Wörtchen „NUR“ suggeriert in der Überschrift ein Nicht-Gelingen, wo gar kein Nicht-Gelingen ist. Die Überschrift schreibt die aktuelle Situation mal wieder schlechter als sie eigentlich ist.
hu.ms meint
Bei der diskrepanz zwischen neuzulassungen und prämienanträgen zeigt sich der einfluss von firmenflotten :
Hersteller die dort keinen fuss reinbringen wie chinesen oder tesla sind bei den geförderten privaten zulassungen logischerweise überproportional vertreten.
Paule meint
Richtig, und man sieht auch dass Firmenzulassung gar nicht so bedeutend sind. Man stelle sich vor, Flotten würden Tesla kaufen, dann würden die anderen überhaupt keinen Stich mehr sehen. Selbst ohne Flotte verkauft Tesla doppelt so viel BEVs wie der gesamte VW-Konzern zusammen.
Ja, natürlich kann man das negieren, indem man sich Einzelmärkte heraussucht.
Frank Dr meint
Das war von Anfang an nichts anderes als ein Rentner-Geschenk. Alle Parameter wurden so gestrickt, dass hauptsächlich Rentner profitieren werden
David meint
Die ganze Prämie war ja sowieso ein totaler Blödsinn. Die Leute, um die es da geht, sind keine Neuwagenkäufer denen stehen keine Neuwagen zu. So ist das immer, wenn Leute Gesetze machen, die überhaupt keine Bindung mehr zum Volk und zur Realität des Alltags haben.
Futureman meint
Bei VW gibt es halt das Risiko mit den langen Lieferzeiten. Die Prämie gibt es ja erst, wenn das Fahrzeug bezahlt ist. Entweder sind sie deswegen noch nicht so häufig vertreten, es will kaum jemand das Risiko eingehen das die Prämie leer ist oder sie sind einfach nicht beliebt.
EdgarW meint
Nicht, wenn es bezahlt ist, sondern wenn es zugelassen ist. Das ist bei Ratenzahlung etc ein riesiger Unterschied.
Dass viele „jetzt gleich“ umsteigen wollen, liegt daran, dass die Kraftstoffpreise jetzt extrem hoch sind, bei Lieferung Anfang 2027 könnte das schon wieder vorbei sein. Drum wird öfter als zuvor zu Anbietern gegriffen, die zeitnah liefern können.
Oder man beurteilt halt schlicht (für sich, denn das ist immerindividuell) das Preis-Leistungs-Verhältnis beim „alternativen Anbieter“ für günstiger, denn da hat sich bei den chinesischen Anbietern zumindest in letzter Zeit sehr viel getan.
MK meint
@Futureman:
Wie Edgar schon sagt: Maßgeblich ist das Zulassungsdatum. Allerdings auch nur das: Das Bestelldatum ist nicht relevant. Wer also im Januar 2025 einen Cupra Born bestellt hat ohne zu wissen, dass es jemals eine solche Prämie geben könnte, und den im März 2026 bekommen und zugelassen hat, ist voll Prämienberechtigt. Daher: Ja, natürlich wird da der Anteil an Menschen, die wegen hohen Gehalts nicht prämienberechtigt sind, größer sein als bei erst nach Verkündung der Prämie bestellten Fahrzeugen, die bei VW noch längst nicht in Auslieferung sind. Dazu kommen generell schwache Zahlen bei den vergleichsweise günstigen und daher für prämienberechtigte interessantesten Modellen wegen Modellwechseln bei VW (wer bestellt besagten Cupra Born oder den ID.3 schon wenige Wochen, bevor es ein neues besseres Modell zum gleichen Preis gibt?).
Unabhängig davon stellt sich VW mit den langen Lieferzeiten natürlich selber ein Bein. Grade Menschen, die ein vergleichsweise geringes einkommen haben und deswegen die Prämie bekommen, kaufen sich in der Regel ein neues Auto, weil sie dringend eines brauchen und nicht, weil sie gerne eines hätten…also z.B. weil das alte Auto nicht mehr durch den TÜV gekommen oder kaputt gegangen ist. 2 Monate mit einem Mietwagen zu überbrücken ist hart genug, ein Jahr mit einem Mietwagen zu überbrücken für die meisten aus dieser Zielgruppe (finanziell) unmöglich.