Verbraucher mit intelligenten Stromzählern können ihren Energieverbrauch in günstige Zeiten verlagern und so mit dynamischen Stromtarifen profitieren. Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt jedoch: Im ersten Halbjahr 2026 bezogen Haushalte Strom mit wettbewerblichen Festpreistarifen günstiger als mit dynamischen Tarifen. Selbst wenn eine dreiköpfige Familie ihren Verbrauch teilweise in günstige Stunden verlagerte, zahlte sie im Durchschnitt bis zu 123 Euro mehr. Gegenüber der oftmals teuren Grundversorgung boten dynamische Tarife dagegen deutliche Einsparungen.
Ein Drei-Personen-Haushalt bezahlte mit einem dynamischen Tarif, bei dem sich der Strompreis fortlaufend an den Strombörsenpreisen ausrichtet, laut der Auswertung im ersten Halbjahr 2026 rund 645 Euro. Wer Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner flexibel zu den günstigsten Zeiten des Tages nutzte, konnte diese Stromkosten um rund 41 Euro auf 604 Euro senken. Das liegt deutlich unter der Grundversorgung mit 787 Euro, aber über dem günstigsten Festpreisangebot von 481 Euro.
„Dynamische Stromtarife sind günstiger als die teuren Grundversorgungstarife von Haushalten, die sich noch nie um einen besseren Stromtarif gekümmert haben. Doch auch wer den Aufwand betreibt und einen Teil des Stromverbrauchs in Zeiten mit niedrigen Preisen verschiebt, bezahlt am Ende mehr als in einem günstigen Festpreisangebot“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Pendler mit E-Auto profitieren am stärksten
Für Elektroauto-Besitzer sind dynamische Stromtarife Verivox zufolge am interessantesten. Ein Drei-Personen-Haushalt, der ein E-Auto zum Pendeln nutzt, kam demnach in einem dynamischen Tarif im ersten Halbjahr 2026 auf Stromkosten von rund 821 Euro. Im Vergleich zur Grundversorgung (1189 Euro) ergab sich eine Ersparnis von 368 Euro. Allerdings ist auch in diesem Szenario der Festpreistarif mit 726 Euro noch günstiger.
Die Kosten im dynamischen Stromtarif können noch niedriger werden, wenn gleichzeitig niedrigere zeitvariable Stromnetzgebühren für das E-Auto in Anspruch genommen werden. Diese sind vielerorts aber noch nicht von den Stromnetzbetreibern umgesetzt worden.
„Besonders E-Auto-Fahrer profitieren mit einem dynamischen Stromtarif von den nächtlichen Niedrigpreisen an der Strombörse“, erklärt Storck. „Doch erst die Kombination aus günstigen Börsenstrompreisen und zeitvariablen Netzentgelten macht dynamische Stromtarife zu Preisführern im Bereich E-Autos.“
Wettbewerbliche Festpreistarife unterbieten dynamische Tarife
Der Vergleich zeigt: Die größten Ersparnisse erzielten Verbraucher durch einen Wechsel zu einem günstigen Festpreistarif mit Neukundenbonus.
Auch ohne Neukundenbonus blieben Festpreistarife in den meisten Fällen günstiger als dynamische Tarife. Die Kosten im günstigsten Festpreistarif ohne Bonus lagen für einen Drei-Personen-Haushalt bei 588 Euro und für Pendler mit E-Auto bei 889 Euro. Damit waren die Kosten im ersten Halbjahr 2026 immer noch niedriger als im verbrauchsoptimierten Haushalt mit dynamischem Stromtarif ohne E-Auto. Nur im Szenario mit E-Auto schnitt der dynamische Stromtarif besser ab als der günstigste Festpreistarif ohne Bonus.

Christian Reuter meint
Was für ein Blödsinn!!
Ob sich ein dynamischer Tarif rechnet oder nicht hängt zu 100% vom Nutzungsprofil ab. Aussagen wie „Dynamische Stromtarife bleiben hinter Festpreisangeboten zurück“ sind völliger Unfug. Wie kann man so einen Mist verzapfen??
Wenn man die Wahrheit in ein paar Sätzen zusammfassen will dann so:
1. Finger weg von dynamischen Tarifen wenn man weder E-Auto noch Wärmepumpe hat. Dann rechnet sich das nicht mal wenn man hohen Aufwand betreibt. Zumindest steht die vielleicht mögliche kleine Ersparnis in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Zu glauben, dass man mit Waschen bei Nacht Geld sparen kann beweist nur, dass man nicht rechnen kann oder will.
2. Mit großen Verbrauchern bei denen man Steuern kann wann sie laufen bzw. laden lohnt sich das. Vor allem mit einem Hausakku mit dem man die teuren Bezugszeiten komplett vermeiden kann. Aber nur wenn man sich auch die Mühe macht und dafür sorgt dass die teuren Zeiten mit dem Akku komplett überbrückt werden und nur zu den günstigen Zeiten geladen bzw.geheizt wird. Dann kann die Ersparnis sogar sehr deutlich sein wie ich an meiner eigenen Abrechnung leicht beweisen kann.
Gernot meint
Komplette Fake-„Studie“, aber auch kein Wunder: Verivox hat keine Rechen-Tools, um die Komplexität dynamischer Stromtarife abzubilden. Bedeutet: Verivox kann dynamische Stromtarife nicht gut verkaufen. Festpreistarife sind ein viel einfacheres Produkt, für das Verivox ausreichende Tools anbietet.
Die Daten, die Verivox publiziert, sind zudem massiv fragwürdig. Zitat: „Die Kosten im günstigsten Festpreistarif ohne Bonus lagen für einen Drei-Personen-Haushalt bei 588 Euro“. Für den 3-Personen-Haushalt unterstellt Verivox laut eigenen Angaben 4.000 kWh Verbrauch. Selbst wenn wir nur 10 Euro/Monat Grundgebühr unterstellen (üblich sind eher 15 Euro Grundgebühr), bleiben 468 Euro für den Arbeitspreis übrig. Dass ergibt dann einen Festpreistarif mit 11,7 Cent/kWh. Und selbst falls die Kosten ohne Grundgebühr sein sollen, was Verivox auch auf der eigenen Website nicht explizit schreibt, ergibt 588 Euro geteilt durch 4.000 kWh 14,7 Cent/kWh. Für einen Tarif ohne eingerechneten Bonus …
Des Rätsels Lösung: Es gibt ein paar winzige Verteilnetzbetreiber, die nur paar tausend Haushalte in Deutschland versorgen, die erheben nur Netzentgelte von um die 3 Cent/kWh, während der Durchschnitt bei um 10 Cent/kWh liegt und der teuerste Verteilnetzbetreiber bei 17,2 Cent/kWh liegt (jeweils plus USt.). Man kann seinen Verteilnetzbetreiber nicht wechseln und die Preise die Verivox hier suggeriert, sind für 99,9% der Haushalte unerreichbar, was Verivox natürlich weiß.
Nächster Schwachpunkt: Für die Berechnung des auf dynamische Tarife optimierten Verbrauches wurde angenommen, dass lediglich pauschal 15% des tägliches Bedarfes optimiert werden. Haushalte mit größerem PV-Speicher verschieben im Prinzip 100% des täglichen Bedarfes in die günstigsten 1-2 Stunden des Tages und erzielen eine drastisch höhere Einsparung.
Das soll keinesfalls heißen, dass dynamische Tarife generell überlegen sind. Die Beurteilung hängt von einer Berechnung im konkreten Einzelfall ab. Aber was Verovox hier vorrechnet, ist hanebüchener Unsinn. Verivox will dynamische Stromtarife schlecht aussehen lassen, weil Verivox die nicht gut verkaufen kann. Verivox verdient am Verkauf von Festpreistarifen.
MK meint
@Gernot:
Sehr gut dargestellt.
Auch beim E-Auto laden hängt es ja von der eigenen Handlung ab: Wenn ich natürlich von der Arbeit komme und um 18 Uhr den Ladevorgang starte, ist ein dynamischer Tarif nichts für mich. Wenn ich aber um 18 Uhr das Auto anschließe und eine Voreinstellung hinterlegt habe, dass der Ladevorgang z.B. um 23 Uhr beginnt, sieht das schon wieder ganz anders aus.
Auch scheint Verivox generell ein sehr sparsames eAuto oder wie von Ihnen dargelegt spottbilligen Strom zu haben: eAutos werden laut KBA im Schnitt fast 15.000 km gefahren. Selbst bei 15 kWh/100 km und 0,30 € pro kWh (mag sein, dass manche den Strompreis niedriger und den Verbauch dafür höher haben…) komme ich auf 675 € pro Jahr. Verivox weist hier im Fest-Tarif aber grade mal 245 € Mehrkosten pro Jahr aus.
Also mal ehrlich: Wenn man die Energie fürs eAuto fürs ganze Jahr ohne Solaranlage für den Preis von nicht mal drei Tankfüllungen beim Verbrenner bekäme…
Stefan meint
Für das E-Auto werden 2000 kWh Jahresverbrauch angenommen.
Das sind bei 15 kWh/100 km ca. 13.330 km und für 15.000 km bräuchte man einen Verbrauch von knapp über 13 kWh/100 km.
Locorella meint
Wir zahlen 22ct/kWh fest. Wieso soll ich mir da einen dynamischen/Nacht Tarif antun um nachts 3ct günstiger zu laden aber die restliche Zeit, im Winter, tagsüber, für über 30ct zu konsumieren?
M. meint
22 ct. ist aber auch (je nach Grundgebühr, natürlich…) ein super Preis, da würde ich auch keinen Gedanken mehr an eine Optimierung verschwenden.
Den gibt es nur nicht überall – „hier“ nur mit 1-monatiger Preisgarantie, was sinnlos ist.
Mit min. 12 Monaten Laufzeit gibt es „hier“ nichts unter 26,1 ct., und dann mit 22 Euro monatl. Grundgebühr.