Das US-Startup Sila Nanotechnologies hat in einer privaten Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar erhalten. Das Kapital soll die Produktion der Silizium-Kohlenstoff-Anodentechnologie „Titan Silicon“ beschleunigen und die geplante zweite Ausbauphase des Werks in Moses Lake im Bundesstaat Washington unterstützen. Die Technologie soll für Batterien in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, künstliche Intelligenz, Elektronik und Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
China kontrolliere mehr als 90 Prozent der Verarbeitung von Anodenmaterialien und über 80 Prozent der weltweiten Batteriezellproduktion. US-Hersteller kritischer Technologien wie Drohnen, Sensoren und Elektrofahrzeuge seien damit einzelnen Ausfallpunkten in der Lieferkette ausgesetzt, so Sila. Handelskonflikte, Exportbeschränkungen oder Lieferunterbrechungen könnten die Produktion mehrerer kritischer Technologien gleichzeitig beeinträchtigen.
Silas Silizium-Kohlenstoff-Anode erreicht nach Angaben des Unternehmens eine um 20 bis 40 Prozent höhere Energiedichte als herkömmliches Graphit. Dadurch sollen kleinere und leichtere Batterien sowie besonders schnelles Laden möglich werden.Die neue Finanzierung ermögliche es, den Betrieb weiter auszubauen und kritischen Branchen eine sichere und zuverlässige Versorgung mit modernen Batterien bereitzustellen, erklärt Mitgründer und CEO Gene Berdichevsky. Zugleich solle die Grundlage der heimischen Fertigungskapazitäten gestärkt werden.
Sila hat den Bau seines Werks in Moses Lake abgeschlossen und dort im Herbst 2025 den Betrieb aufgenommen. Die Anlage auf einem 160 Hektar großen Gelände verfügt in der ersten Phase über eine Kapazität von zwei Gigawattstunden und soll innerhalb von fünf Jahren auf bis zu 250 Gigawattstunden erweitert werden.
Das 2011 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Batterietechnologien für kritische Branchen. Titan Silicon wurde 2021 eingeführt und wird den Angaben zufolge bereits in Drohnen, Satelliten, Elektronik, Robotik, künstlicher Intelligenz und E-Fahrzeugen eingesetzt. Sila arbeitet eng mit Autobauern wie BMW und Mercedes-Benz zusammen. Die Technologie der US-Amerikaner soll wesentlich zur Entwicklung leistungsfähigerer Batterien für Stromer mit höherer Reichweite und schnellerem Laden beitragen.

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