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Ford exportiert Elektro-Transporter aus China nach Europa

11.09.2026 in Transport von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

Bild: Ford

Die Ford Motor Co. erweitert ihre Exportstrategie und wird die erste Charge von etwa 1000 in China produzierten Elektrotransportern nach Europa liefern. Damit setzt das Unternehmen laut Automotive News seine Strategie fort, China als globalen Produktionsstandort zu nutzen.

Unter dem Leitmotiv „In China, For the World“ (In China, für die Welt) sollen die Exporte des Transit City auf 52 Länder und Regionen auf fünf Kontinenten ausgeweitet werden, teilte der Hersteller kürzlich in der Volksrepublik mit. Der Elektrotransporter kann im europäischen Markt bereits bestellt werden, darunter in Deutschland. Die Auslieferungen an die Kunden sollen vor Ende des Jahres beginnen.

Der Transit City wurde als kosteneffizientes Modell für den urbanen Lieferverkehr entwickelt. Das Elektrofahrzeug entstand in einem Joint Venture zwischen Ford und der chinesischen Jiangling Motors Group und wird im Werk Xiaolan in Nanchang gefertigt.

Der Transit City bietet eine Ladelänge von mehr als 3 Metern, einen Stauraum von bis zu 8 Kubikmetern und eine zulässige Nutzlast von bis zu 1275 Kilogramm. Sein E-Motor leistet 110 kW (150 PS) und ist an eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer nutzbaren Kapazität von 56 kWh gekoppelt. Damit kommt der E-Transporter auf eine Reichweite von 254 Kilometern nach WLTP-Norm. Im vom Hersteller in den Mittelpunkt gerückten Stadtzyklus soll der Transit City bis zu 381 Kilometer schaffen. An der Schnellladesäule ist er in rund 33 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen.

Um Komplexität und Kosten gering zu halten, gibt es den Transit City ausschließlich mit einer Motorisierung, einer Batteriegröße und in einer Serienausstattung. Darüber hinaus will Ford dem Bericht zufolge in Europa den Kunden aber Flexibilität ermöglichen und drei verschiedene Varianten des Transit City anbieten: eine Version mit kurzem Radstand und niedrigem Dach, eine Variante mit mittlerem Radstand und Hochdach sowie eine Fahrgestellversion.

Ford nutzt zudem ein weiteres Joint Venture mit Changan Automobile Co., um Fahrzeuge für die Marken Ford und Lincoln zu produzieren. Die Exporte aus beiden Gemeinschaftsunternehmen sind seit 2022 gestiegen. Im Jahr 2025 verschiffte der Automobilhersteller laut Automotive News 184.000 Fahrzeuge aus China, was mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2022 darstelle.

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Via: Automotive News (kostenpflichtig)
Tags: China, Elektro-Transporter, Europa, Ford Transit City, Produktion, USAUnternehmen: Ford
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    11.09.2026 um 12:57

    Und während VW sagt, dass es vielleicht irgendwann in 2 Jahren wieder einen elektrischen Crafter geben könnte, bietet Ford jetzt so schon verschiedenste Modelle der Größenklasse parallel an.
    Bei Ford fragt man sich aber trotzdem, was von Ford noch übrig bleiben soll in einigen Jahren: Die Nutzfahrzeuge aus chinesischen Joint Ventures, der Kuga (der dann als BEV sicher auch den Explorer ablöst) in Zukunft zwar weiter aus Europa, aber aus einem Werk, das man eigentlich an Geely verkaufen will und auf einer Geely Plattform und die Kleinwagen sollen bei Renault entwickelt und gebaut werden.

    Antworten
    • Jörg2 meint

      11.09.2026 um 15:02

      Ich befürchte, es wird wenig übrigbleiben.

      Vielleicht werden ein paar Industriearbeitsplätze in der EU/USA dadurch gerettet, dass die Verkäufe von importierten Fahrzeugen sich weniger lohnen als die Produktionsverlegung in diese Räume. Dann steht zwar nicht mehr FORD oder VW am Werkstor, aber die Arbeitsplätze sind noch da. Vielleicht dann nicht mehr vermehrt in D sondern in Spanien, Ungarn…

      Ich bin froh über jeden gut bezahlten Arbeitsplatz in D. Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen. Einzahlungen in das Sozialsystem. Kaufkraft

      Antworten
      • MK meint

        11.09.2026 um 16:27

        @Jörg2:
        Wobei der Anteil der Automobilindustrie an der Wirtschaftsleistung ja doch oft überschätzt wird, weil die die lauteste Lobby haben. Und aktuell hat der VW-Konzern zumindest ja in Europa mit den in Europa montierten Fahrzeugen ja auch steigende Absatzzahlen. Auch da wieder: Man sollte hinter die Kulissen des lauten Presse-Getöses schauen: „Stellenabbau“ bedeutet nicht zwingend „Personalabbau“: In so einem Wandel werden halt Stellen in z.B. der Montage von Verbrennungsmotoren und Getrieben abgebaut und dafür in Nachbargebäuden in Montage von Akkus und Elektromotoren zumindest teilweise wieder aufgebaut.
        Das Ding ist doch: Baut irgendein kleiner Zulieferer, von dem man vorher noch nie gehört hatte, 100 Stellen ab, steht das bundesweit in den Nachrichten, insbesondere bei Bild und Co. Schafft VW 3.500 neue Stellen im Werk Baunatal, kommt die Meldung nur in die Regionalzeitung und zur „hessenschau“: Viele der Menschen, denen mitgeteilt wurde, dass sie in Baunatal in der Getriebemontage nicht mehr gebraucht werden, verlassen am ende nicht VW, sondern kommen auf neu geschaffene Stellen in der Elektromotorenfertigung.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          13.09.2026 um 19:29

          Ich habe verstanden, dass VW ein Kostenproblem hat und ein Lösungsansatz die Reduktion der Personalkosten ist.
          Ich interpretiere das als Abbau von Stellen bei gleichzeitiger Reduzierung des Personalbestandes.
          Also eher kein Ausgleich durch „hier abbauen um dort aufzubauen“.

        • South meint

          13.09.2026 um 19:29

          Mja, an sich schon korrekt, dass eher über den Arbeitsplatzabbau, als über einen Aufbau geschrieben wird, der meist eher still von statten geht. Aber in Summe werden nun deutlich mehr Stellen ab- als aufgebaut und der Effekt ist enorm. Das hat viele Gründe.
          a) schon vor den eAutos wurden zuviele nicht wertschöpfende und teure Beschäftigte vorallem in der Administration aufgebaut
          b) es gibt allgemein zuviele Kapazitäten im Automobilbereich
          c) das China/US Geschäft bricht zum Teil dauerhaft weg
          d) die alten Hersteller verlieren zum Teil Marktanteile an neue Hersteller aus China und natürlich auch noch Tesla
          e) viele Jobs werden wg. Automatisierung/Robotik und AI wegfallen.
          In Summe ist die Situation für die Hersteller und Mitarbeiter viel ernster und da ist das eAuto nur einer von vielen Gründen.

        • Mäx meint

          14.09.2026 um 12:30

          Stimme im Prinzip zu, möchte nur anmerken, dass der demografische Wandel das alles abfedert (aus Sicht der Konzerne)
          In den kommenden Jahren werden massiv Arbeitskräfte in die Rente gehen.
          Da passt es eigentlich ganz gut, wenn man sich kleiner aufstellen muss, indem man die Stellen einfach nicht mehr neu besetzt sondern wegfallen lässt.
          Bis dahin wird ein wenig hin- und hergeschoben sodass es weiterläuft.
          Einzig das Rentenproblem für den Staat bleibt ungelöst.

        • MK meint

          14.09.2026 um 16:30

          @South:
          Haben Sie grundsätzlich mit allen Punkten recht. Und man darf ja auch eines nicht verdrängen: Wer morgens schreit, dass Deutschland bei der Digitalisierung und Automatisierung hinterherhänge, darf sich nicht beschweren, wenn dann nachmittags ein Stellenabbau verkündet wird, weil banale Dinge wie das anziehen der Radmuttern auf modernisierten Montagelinien halt von Robotern und nicht mehr von Menschen erledigt wird.
          Das Wegbrechen des China-Geschäfts wiederum hat ja keine Auswirkung auf deutsche Fertigungslinien bei VW: Da werden schon lange weder PKW noch Teile für den chinesischen Markt gebaut…da reden wir also auch höchstens von Verwaltung und sonst eben von chinesischen Stellen die wegfallen.
          Der letzte (und bei den Autokonzernen sehr beliebte Punkt): Man kann sich mit der IG Metall üer Haustarife streiten, man kann nach Effizienzmaßnahmen suchen. Viel einfacher und effektiver ist aber doch Werkschutz, Kantinen, Logistik usw. an Dienstleister abzugeben (und selbst für die Entwicklung ganzer Fahrzeuge gibt es Ingenieurdienstleister): Es arbeiten weiter genauso viele Menschen wie vorher auf dem Werkgelände. Nur arbeiten die halt nicht nach IG Metall 35 Stunden pro Woche für z.B. 4.000 € im Monat, sondern nach Verdi 38 Stunden die Woche für z.B. 3.000 €…und werden in der Statistik nicht mehr als Industriemitarbeiter, sondern als Dienstleistungsmitarbeiter ausgewiesen. Obwohl es teils die gleichen Leute sind, die am gleichen Ort die gleiche Aufgabe erledigen….und durch die Mehrarbeitszeit werden es natürlich unterm Strich auch weniger.

        • MK meint

          14.09.2026 um 16:33

          @Jörg2:
          Beides ist richtig. Deswegen habe ich ja geschrieben „nicht zwingend“: Man hat Überkapazitäten und wird am Ende des Programms weniger Menschen beschäftigen als heute. Nur wird die Anzahl der Mitarbeiter halt nur um ein Bruchteil dessen sinken, was hier als Stellenabbau durch die Presse geht.
          Und dann kommt noch hinzu, was ich an South geschrieben habe: Bei vielem wird man auch nur auf Dienstleister umschwenken, die für mehr Arbeitszeit weniger Geld bezahlen: Menschen, die die Arbeit machen, braucht es aber auch dann weiterhin.

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