Nach einem deutlichen Rückgang der Neuzulassungen im ersten Halbjahr verfolgt Volvo Cars in Deutschland ambitionierte Wachstumsziele. Der neue Vertriebschef René Müller plant laut der Automobilwoche, den Marktanteil bis zum Jahr 2030 nahezu zu verdoppeln und von derzeit rund zwei auf etwa drei Prozent zu steigern. Das soll vor allem auch mit E-Autos gelingen.
Im ersten Halbjahr sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 18,6 Prozent auf knapp 26.300 Fahrzeuge. Damit ging der Marktanteil im Jahresvergleich um 0,5 Punkte auf 1,8 Prozent zurück. Zwar verzeichnete das Unternehmen in den letzten zwei Monaten erneut ein Minus, jedoch mit geringerer Intensität als zu Beginn des Jahres.
„Unser Ziel ist es, den Marktanteil bis zum Ende des Jahrzehnts von rund zwei auf ungefähr drei Prozent zu steigern“, erklärt Müller. Als zentrale Impulsgeber für die Strategie gelten das bestehende Portfolio sowie neue Modelle. Besonders der EX60 (Artielbild) wird als Hoffnungsträger betrachtet. Das mittelgroße Elektro-SUV soll als technologisch und praktisch überzeugendes Aushängeschild Kunden in die Verkaufsräume locken und sich positiv auf andere Modelle auswirken.
Der EX60 wurde zu Jahresbeginn vorgestellt und markiert laut dem Hersteller einen Meilenstein in der Elektromobilität. Das vollelektrische Premium-Mittelklasse-SUV bietet eine Reichweite von bis zu 810 Kilometern nach WLTP-Norm, die Schnellaufladung von 10 auf 80 Prozent dauert 16 Minuten. Preislich ist der neue EX60 mit dem meistverkauften Plug-in-Hybrid des Unternehmens, dem XC60, vergleichbar.
Der Vorverkauf des EX60 verlaufe erfolgreich, so Müller jetzt – der Auftragseingang übersteige die Erwartungen deutlich. Im Bereich der reinen Elektromobilität zeigt sich bei Volvo grundsätzlich eine positive Entwicklung in Deutschland: Aktuell entfallen den Angaben zufolge etwa 60 Prozent der Bestellungen auf Vollstromer.
Das Unternehmen plant, das Privatkundengeschäft durch optimierte Angebote weiter zu stärken. Man sieht zudem Wachstumschancen in Flotten mit mehr als 100 Fahrzeugen. Die Schweden wenden sich auch wieder dem Abogeschäft zu. Nach der Einstellung des Direktvertriebs über „Care by Volvo“ im vergangenen Jahr wird ein neues Abomodell in Kooperation mit dem Dienstleister Faaren angeboten.

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