Lange stand die Elektromobilität für einen ziemlich einheitlichen Fahrertyp: technikaffin, ökologisch orientiert, intrinsisch motiviert und sehr gut informiert. Die neue „EV Charging Persona Study 2026“ von UScale zeigt laut den Marktforschern, dass dieses Bild heute nur noch einen Teil des Markts beschreibt.
Für die Auswertung wurden im Juni 2026 über 1000 Elektroauto-Fahrer in Deutschland zu ihren Werten, Einstellungen und ihrem Ladeverhalten befragt. Das Ergebnis: Der Markt hat sich in vier grundverschiedene Lade-Personas ausdifferenziert.
Bereits in der Vorgängerstudie 2024 hatte UScale den „Öko-Techie“ als mit Abstand größte Gruppe unter den E-Auto-Fahrern identifiziert: „begeistert von der Kombination aus Technik und Ökologie, mit hohem Vertrauen in Expertenmeinungen, aber wenig Interesse an Individualisierung oder persönlichem Service“. Die neue Studie zeigt, dass sich um ihn herum vier sehr unterschiedliche Käufertypen etabliert haben.
Der „pragmatische Informationssucher“ steht dem Öko-Techie am nächsten: Er recherchiert viel selbst und lässt sich nicht von Markenversprechen beeindrucken. Der „statusorientierte Komfortkäufer“ legt dagegen viel Wert auf Marken und Komfortmerkmale. Der „entspannte Einsteiger“ trifft Entscheidungen eher aus dem Bauch heraus und vertraut den Empfehlungen Dritter. Für den „kostenbewussten Alltagsfahrer“ zählt schließlich fast ausschließlich der Preis.
Was das für Anbieter bedeutet
Ladehäufigkeit, Infrastrukturbedarf und Preissensibilität unterscheiden sich zwischen den vier Gruppen deutlich – und damit auch, wie lohnend sie für Energieversorger, Ladepunktbetreiber und Automobilhersteller seien, so die Studienautoren. Manche Gruppen würden viel fahren, überall laden und ein gutes Angebot mit Treue honorieren. Andere tankten selten Strom, recherchierten kaum und entschieden stärker über den Preis. Für die gesamte Ladebranche lohne sich deshalb ein genauer Blick darauf, welche Persona hinter welchem Ladeverhalten steckt, bevor Angebote, Preise und Kommunikation geplant werden.
Ein einheitliches Angebot für alle E-Auto-Fahrer funktioniere damit immer weniger, meint UScale. Manche Gruppen erwarteten Auto, Wallbox und Ladevertrag am liebsten individuell und aus einer Hand und honorierten eine überzeugende Marke mit Treue. Andere ließen sich zwar leicht für ein neues Angebot begeistern, wechselten aber genauso leicht wieder, sobald ihr Umfeld etwas anderes empfiehlt. Wieder andere vertrauten lieber der eigenen Recherche als jedem Werbeversprechen, während für einen Teil des Markts am Ende vor allem der Preis entscheide, unabhängig davon, wie das Angebot verpackt ist.
„In den Daten spiegeln sich der Hochlauf der Elektromobilität und die damit einhergehende Verschiebung der Käufersegmente“, sagt Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von UScale. „Je breiter der Markt wird, desto weniger trägt das Bild des einen typischen E-Auto-Fahrers. Wer seine Kommunikation und Produkte nicht an dieser Ausdifferenzierung ausrichtet, kommuniziert im schlimmsten Fall an seiner Zielgruppe vorbei und verbrennt Budget bei denen, die am schwersten erreichbar sind.“


Der1210er meint
Also wenn ich meinen Senf dazugeben dürfte, ganz ohne Studie. dann gibt es nur drei Typen:
Es gibt Heimlader. Die zeigen den öffentlichen Säulen gepflegt den Mittelfinger. Weil es daheim einfach billiger oder sogar umsonster ist. Diese laden nur im Notfall auf Langstrecke extern und recherchieren optional vorher, wo es den Saft am billigsten gibt.
Berufsfahrer mit Ladekarte: Die Laden wo immer es sich gerade anbietet. Ohne auf den Preis zu achten. Ggf. haben die zuhause auch gar keine Lademöglichkeit.
Privatfahrer ohne eigene Lademöglichkeit. Auch die gucken sich an, wo sie den Saft am preiswertesten bekommen. Laden dort bevorzugt. Ist die Säule belegt oder defekt, wird die nächst teurere Option angefahren.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es den „Ich kaufe meine Chipstüte bei Aral“-Typen auch bei E-Autos gibt. Zumindest noch nicht. Also den, der wie die Motte einfach nur ein Licht sieht und sich dann dahin begibt um sich an dem „Ladeerlebnis“ zu ergötzen. Ohne auf finanzielle Konsequenzen zu achten.
Aber wer bin schon ich mit meiner Meinung.