Immer mehr Menschen in Deutschland fahren elektrisch. Der ADAC hat in einer aktuellen Auswertung über 1000 Elektroauto-Fahrer nach ihren Erfahrungen befragt. Die Umfrage konzentrierte sich auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Fahrzeug, befasste sich aber auch mit der Ladeinfrastruktur in Deutschland.
In Summe zeigt sich: Wer elektrisch fährt, ist meist zufrieden unterwegs. 97 Prozent der Befragten sagten, dass sie zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Nutzung ihres E-Autos sind. Für knapp drei Viertel aller Umfrageteilnehmer ist das aktuelle Fahrzeug das erste Auto mit E-Antrieb im Haushalt. Über 90 Prozent der Umsteiger von einer anderen Antriebsart auf ein Elektroauto als Erstwagen beschrieben den Wechsel als einfach oder sehr einfach.
Die meisten Fahrer sind auch zufrieden mit der Reichweite ihres Fahrzeugs. Teilweise als verbesserungswürdig wurden aber die Reichweitenunterschiede bei warmen und kalten Temperaturen sowie die Differenz zwischen Herstellerangabe und tatsächlicher Reichweite eingestuft.
Laden bleibt für viele eine Herausforderung
Bei den Fragen zur Ladeinfrastruktur ergab sich ein gemischtes Bild. In Summe sind fast zwei Drittel der Nutzer öffentlicher Ladesäulen zufrieden oder sehr zufrieden mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland. Kritik gibt es allerdings an der Höhe und der Transparenz der Ladestrompreise, die rund jeder Vierte für verbesserungswürdig hält. Bezahlt wird beim öffentlichen Laden am häufigsten mit einer Smartphone-App und/oder einer Ladekarte.
Mehr als ein Drittel derjenigen, die öffentlich laden, hat auch bereits direkt an der Ladesäule mit Bank- oder Kreditkarte bezahlt. Wäre der Preis bei jeder Bezahlform gleich, so würde je rund ein Viertel am liebsten entweder mit App oder Bank- beziehungsweise Kreditkarte zahlen. Nur noch jeder Fünfte würde die Ladekarte eines Anbieters bevorzugen.
Mit Blick auf die Tarifwahl laden die meisten Nutzer (42 %) „ad hoc“, also ohne Tarifbindung, und 40 Prozent nutzen einen Tarif ohne Grundgebühr. 14 Prozent gaben an, einen Tarif mit Grundgebühr abgeschlossen zu haben.
Sicherheit an Ladestationen rückt stärker in den Fokus
Ein weiteres Thema der ADAC-Umfrage war die Sicherheit an öffentlichen Ladestationen bei Nacht. Zwar ist die Zufriedenheit mit der Sicherheit an Ladestationen insgesamt gut, allerdings gaben 56 Prozent der Nutzer öffentlicher Ladestationen und 67 Prozent der weiblichen Nutzer an, dass sie ihr Ladeverhalten in der Nacht aus Sicherheitsgründen verändern. Das kann bedeuten, dass sie in der Nacht gar nicht öffentlich laden, gewisse Ladeparks meiden oder nur dann nachts laden, wenn sie nicht allein sind.
Zu einem verbesserten Sicherheitsempfinden können laut den Befragten vor allem zwei Punkte beitragen: Über 60 Prozent wünschen sich eine bessere Beleuchtung oder Videoüberwachung am Ladepark, unter den Frauen wünscht sich zudem jeweils knapp die Hälfte Personal vor Ort oder eine bessere Standortlage.
Die Ergebnisse zeigen aus Sicht des ADAC, dass der Umstieg auf ein E-Auto in den meisten Fällen problemlos vonstattengeht und die Fahrer zufrieden mit ihrer Entscheidung sind. Gleichzeitig verdeutlichten die Ergebnisse aber auch, dass die Ladeinfrastruktur noch benutzerfreundlicher, günstiger und transparenter werden müsse. Auch das Thema Sicherheit dürfe nicht vernachlässigt werden: Nicht wenige Ladeparks befänden sich abseits von Rastanlagen, weshalb die Betreiber schon mit einer guten Beleuchtung für eine angenehmere Atmosphäre sorgen könnten.

Halber Akku meint
Das Thema Sicherheit beim Schnellladevorgang ist durchaus ein Punkt und der Grund, warum ich neben einer EnBw und EweGo Ladekarte auch die Tesla App für die Supercharger nutze. Einer meiner regelmäßig genutzen DC Ladepunkte (Eine EnBw Säule mit 2 Ladepunkten) liegt dermaßen mies und nachts unbeleuchtet in einem Gewerbegebiet wo drumherum nur Lagerhallen stehen, dass man da in der Dunkelheit besser nicht aussteigen möchte. 500 Meter weiter befinden sich 30 Tesla Supercharger und entsprechenden Nutzern mit Supermarkt, Drogeriemarkt und einem Backcafe gleich daneben… Da fährt man gerne einen Kilometer Umweg und nutzt neben der wesentlich höheren Sicherheit samt der Gelegenheit, gleich ein paar Dinge einzukaufen, was man eh vorhatte.
M. meint
Mitten in der Nacht geöffneter Drogeriemarkt mit Backhaus.
Die Stadortwahl war scheinbar richtig ;-)
Future meint
Im Sommer wird immer wieder vergessen, dass es nicht nur nachts dunkel ist. Hier bei mir ist es jetzt schon Mitte September und bereits um 20 Uhr stockfinster. Bald ist es noch früher dunkel. Da fühlt man sich am Abend an einem belebten Tesla SUC natürlich viel besser, als an einer einsamen EnBW Säule. Aber überzeugte Dieselfahrer wie @M. wollen sich sowas natürlich lieber nicht vorstellen, weil es eben Tesla ist.
South meint
„Ladeinfrastruktur noch benutzerfreundlicher, günstiger und transparenter“… da gibt ja genug Umfragen und jeder dein eAuto hat, kann von da ein Lied davon singen.
Es ist also keine Überraschung. Das aktuelle System ist nicht massentauglich und ist auf die Erhaltung der Marktmacht von wenigen Großanbietern ausgelegt. Keiner will aber ein halbes dutzend Apps, Ladekarten und Abbos abschließen und dann wieder kündigen… das ist alles Bullshit. Anbieten können die Hersteller ja was sie wollen und auch welcher Preis ausgemacht wird, aber es muss halt möglich sein, auch ohne Masterplan zu fairen Preisen an einer Ladesäule einfach mit einer Bankkarte zu zahlen, wie es jeder Kunde heute auch an der kleinsten Tankstelle auch kann…
Das würde sogar mehr bringen, als die Xte sinnlose eAutoförderung, die eh nur der Hersteller einsackt…
Thorsten 0711 meint
In einem Paralleluniversum:
“Wie kann ich denn an diesen Ladesäulen laden?“
Das funktioniert genauso wie diese 24/7 Tanksäulen, die es früher mal gab, Ältere erinnern sich noch daran.
Du kannst da bei jedem Anbieter Tag & Nacht hinfahren, steckst den Ladestecker rein ins Auto und zahlst einfach per Bank- oder Kreditkarte! Nur mit ohne Gestank.
Und es ist überall total günstig, die Preisvergleichsapp kannst vom Telefon runterschmeißen, die braucht heutzutage kein Mensch mehr.
M. meint
Die Amis haben die 7/24 Zapfsäulen heute noch.
Simon meint
Das kommt, aber es dauert.
Die EU hat zu lange dem Wildwuchs zugeschaut, bzw. war lange das Argument, dass zu frühe Regulierung die Innovationen abwürgt.
Jetzt muss ein milliardenschwerer Markt nachträglich geordnet werden.
Seit April 2024 müssen neue Schnellladesäulen (ab 50 kW) verpflichtend ein physisches Terminal für Kredit- und Debitkarten besitzen.
Bis 1. Januar 2027 gilt das auch rückwirkend für alle bestehenden Schnelllader.
Also müssen tausende Ladesäulen mit Bezahlterminals nachgerüstet werden.
Auch der Preis für AdHoc Laden muss bei Schnellladern vor dem Starten des Ladevorgangs an der Säule ersichtlich sein.
Das ist zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung, die ganzen 11 bis 22 kW Lader in den Städten sind aber noch außen vor.