Der Antriebsentwickler des Elektroautobauers Jackie Gu erläutert im Gespräch mit B2B Movement die technischen Entscheidungen hinter dem Modell L03 und dessen Batteriesystem. Für dieses mittelgroße SUV-Coupé setzen die Chinesen auf ein 400-Volt-System, da die Anforderungen an Reichweite und Beschleunigung hierfür ausreichend seien. Ein 800-Volt-System biete zwar Vorteile bei der Ladeleistung und kurzen Ladezeiten sowie sehr hohen Leistungsanforderungen, sei jedoch aufgrund des aufwendigeren Packdesigns tendenziell teurer.
Die Batteriezellen für den L03 werden laut dem Manager extern von einem Zulieferer wie CATL bezogen, wobei XPeng die Zell-Spezifikation selbst entwirft. Das Akkupack hingegen werde vom Unternehmen vollständig entwickelt, gefertigt und montiert. Beim L03 kämen LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Laderate von 3C zum Einsatz, da diese die Leistungsanforderungen erfüllten und die chinesische Lieferkette stark auf diesen Zelltyp ausgerichtet sei.
Hinsichtlich der Ladeleistung betont Gu, dass die nachgeladene Reichweite von der C-Rate und der Batterieenergie abhänge. Eine höhere Spannung ermögliche bei gleichem Strom mehr Leistung, was für zukünftige Anforderungen an sehr hohe Reichweiten notwendig sein könnte. In Europa sei die 400-Volt-Infrastruktur derzeit noch sehr dominant, während in China 800-Volt-Systeme verbreiteter seien.
XPeng verzichtet beim L03 auf ein Zweiganggetriebe und nutzt stattdessen ein einstufiges Getriebe. „Mit nur einer Übersetzung muss man Leistung, Drehmoment, Effizienzkennfeld und Höchstgeschwindigkeit sehr sorgfältig ausbalancieren“, so Gu. „Zwei Gänge können bei niedrigen und hohen Geschwindigkeiten Vorteile bringen, erhöhen aber Kosten und Komplexität. Es ist ein klassischer Trade‑off.“
Das Unternehmen hat zudem Range-Extender-Elektrofahrzeuge entwickelt, um globale Anforderungen an Reichweite und Infrastruktur abzudecken. Dieses System nutzt bestehende E-Auto-Komponenten wie das Akkupaket und die Antriebseinheit, ergänzt von einem Verbrennungsmotor mit einem 42 Liter großen Tank als Stromgenerator. Die genaue Anordnung der Komponenten ist laut Gu eine komplexe Packaging‑Aufgabe, weil Radstand, Achsen, Pack, Tank und Aggregate gemeinsam untergebracht werden müssten. Er hoffe, dass der Anteil an Range-Extender-Varianten in Deutschland über 30 Prozent liegen wird.


Rob meint
Kurzum, weil es billiger ist.
Jeder Hersteller wird sich überlegen, welche Technik angesichts des (avisierten) Verkaufspreises und des anzusprechenden Kundenkreises Sinn macht.