RMV, Deutsche Bahn und Holon haben mit KIRA+ ein neues Projekt zur Erprobung und Etablierung autonomen Fahrens im ÖPNV im Rhein-Main-Gebiet gestartet. Die Vorbereitungen für den Testbetrieb laufen derzeit. Erste Fahrten zum Einlesen der Gebiete sind im Laufe des Jahres 2027 in Teilen von Darmstadt und des Kreises Offenbach vorgesehen.
RMV-Geschäftsführer Knut Ringat erklärt, KIRA+ knüpfe an bisherige Erfahrungen mit autonomem Fahren an und erprobe weiterentwickelte Technologie in speziell für den ÖPNV entwickelten Fahrzeugen. „Das Ziel ist es, in naher Zukunft autonome Angebote in den regulären ÖPNV zu integrieren“, sagt Ringat. DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld nennt als Anforderungen unter anderem die Nutzbarkeit für mobilitätseingeschränkte Kunden und eine verlässliche technische Aufsicht in der Leitstelle unter realen Einsatzbedingungen.
Zum Einsatz kommt der barrierefrei ausgelegte elektrische Holon Urban mit autonomer Fahrtechnologie von Mobileye. Das für den öffentlichen Nahverkehr entwickelte Fahrzeug bietet im Testbetrieb fünf Sitzplätze und einen Rollstuhlplatz. Bei Nutzung des Rollstuhlplatzes stehen drei Fahrgastsitze zur Verfügung. Nach Angaben von Holon-Geschäftsführer Sven Herzig fährt das Fahrzeug damit nun nach Hamburg und Paderborn in einer dritten deutschen Region auf öffentlichen Straßen.
KIRA+ soll eine Modellregion für autonomes Fahren im ÖPNV vorbereiten, in der autonome Mobilitätsangebote Teil des regulären öffentlichen Nahverkehrs werden sollen. Erprobt und untersucht werden der Betrieb der selbstfahrenden Fahrzeuge sowie die On-Demand-Buchungsprozesse insbesondere mit Blick auf ihre Skalierbarkeit. Die Buchung erfolgt über eine projekteigene App der ioki GmbH, die Fahrtanfragen koordiniert und bei der Routenplanung miteinander verbindet; Sicherheitspersonal überwacht während der Fahrten stets die autonomen SAE-Level-4-Fahrten.
Das vorgesehene Betriebsgebiet baut auf dem bis Ende 2026 laufenden Vorgängerprojekt KIRA auf. Bereits vorhandene Kompetenzen für den autonomen Betrieb, darunter die Leitstelle, können dadurch weiter genutzt werden. Erfahrungen aus KIRA und weiteren bisherigen Projekten fließen zudem in Buchungsprozesse, Betriebsabläufe und Fahrzeugausstattung ein. KIRA+ soll darauf aufbauend weitere Erkenntnisse für den künftigen Einsatz autonomer Fahrzeuge im regulären ÖPNV liefern, darunter zur Technischen Aufsicht.
KIRA+ ist eines von fünf Testfeldern des Förderprojekts MILA.mobility. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Gesamtprojekt steht für „Middleware-Integration von Leitstellen- und Dispositionssystemen für Autonome Mobilität“. Ziel ist die Entwicklung und Harmonisierung einer Middleware-Architektur, die die für autonomen ÖPNV notwendigen Softwaresysteme vom Fahrzeug über die Flottendisposition bis zur Leitstelle miteinander verbindet.

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