Stellantis-Chef Antonio Filosa plant, die vorhandenen Produktionskapazitäten des Autokonzerns in Europa durch die Fertigung für chinesische Partner zu nutzen. Anstatt auf Werksschließungen zu setzen, sollen die Marken Leapmotor und Dongfeng zur Auslastung der Fabriken beitragen.
Am Rande des Pariser Autosalons erklärte Filosa laut dem Portal Heise.de: „Wir haben überschüssige Produktionskapazitäten, besonders in Europa, aber wir wollen keine Werke schließen.“ Eine direkte Konkurrenz zwischen den Partnerproduktionen und den eigenen Konzernmarken soll dabei vermieden werden, wobei Details zur konkreten Abgrenzung noch offen sind.
Die Auslastung der europäischen Werke ist laut einer Analyse von AlixPartners rückläufig. Bei einer Jahreskapazität von etwa 6,5 Millionen Fahrzeugen liegt die durchschnittliche Auslastung bei 46 Prozent, verglichen mit 71 Prozent im Jahr 2017. In 14 der 24 europäischen Standorte liegt die Produktion unter der Marke von 50 Prozent.
In Spanien sind die Pläne bereits fortgeschritten. Im Werk Figueruelas bei Saragossa wird zunächst das elektrische Mittelklasse-SUV B10 des Stellantis-Partners und -Investments Leapmotor gefertigt, der Strom-Kompaktwagen B05 folgt. Ab 2028 könnte dort zudem ein elektrisches Opel-SUV der Kompaktklasse auf einer neuen Linie folgen, wobei Kernkomponenten und Batterietechnik von Leapmotor aus China stammen sollen.
Im Madrider Werk Villaverde endet die Fertigung des Citroën C4. Dort soll ab dem ersten Halbjahr 2028 ein künftiges Modell von Leapmotor entstehen, das in Europa sowie im Nahen Osten und Afrika verkauft werden soll. Über eine mögliche Übertragung des Werks an die spanische Tochter von Leapmotor International wird diskutiert, heißt es. Zudem betonte Filosa den Bedarf an weiteren Batteriefabriken in Europa. Diese seien notwendig, um die Nachfrage zu bedienen und künftige „Made in Europe“-Vorgaben zu erfüllen.

A-P meint
Leapmotor hat attraktive Fahrzeuge im Angebot. Ein wichtiger Schwachpunkt ist jedoch, dass bei den Modellen B05, B03X und B03 bislang keine werksseitige Anhängerkupplung verfügbar ist. Damit verschenkt die Marke Potenzial bei europäischen Kunden.
Miro meint
Die „freien Kapazitäten“ werden dann also durch Leapmotor ersetzt, ja? Danach werden die Leute sagen: „Fährt ja auch gut“ und bleiben beim darauffolgenden Auto auch bei der Marke. Und am Ende werden immer mehr Kapazitäten frei und die eigentlichen Marken verschwinden im Nirvana.